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Herr, schmeiß Hirn herab!

Kommentar: Fastenpredigt 2010 - 16.02.2010

Herr, lass die Schwätzer verstummen, die säuerlich über Gier und Maßlosigkeit jammern und stets damit nur die anderen meinen. Die von Werten säuseln und nur Profite sehen. Wirf Hirn herab auf jene, die ihren Beratern geglaubt und diesen ihr Geld anvertraut haben.

Herr mach die Sozis wieder stolz – die Nürnberger zumal. Setz bei ihnen den Trichter an. Denn manche verstehen unter Denkpause, beim Denken zu pausieren. Eher geht anscheinend ein Kamel durchs Nadelöhr (zum Beispiel am Frankenschnellweg) als eine schnellere Verbindung zum Flughafen entsteht. Ja seht ihr denn den richtigen Weg vor lauter Bäumen nicht? Ihr braucht keine Hydrogeologen und keine Denkpause, sondern Seelsorger. Apropos Seelsorge.

Herr, ich weiß nicht, warum die Leute nicht mehr in die Kirche gehen. An dir kann’s jedenfalls nicht liegen, aber vielleicht an deinem Personal hier unten. Schick ihnen doch ein Zeichen, dass Dogmatismus, Hierarchie und falsch verstandener Gehorsam eigentlich deine Sache nicht sind. Zum Glück gibt’s mittlerweile einen Engel Aloisius auf Seiten der katholischen Laien. Aber wird seine Botschaft auch gehört?

Herr, lass bei der CSU nicht mehr so sehr die Köpfe rauchen. Die ganze Partei ist ja schon benebelt. In den guten alten Zeiten wäre ein Steuergeschenk wie jüngst das für Hoteliers wohl nicht durchgewunken worden. Aber wer schon so viel Milliarden im Bankensumpf versenkt hat, kann ruhig noch ein paar Milliönchen hinterherwerfen.

Ach Herr, schick dem Westerwelle den Geist von Dahrendorf und Mommsen. Die Liberalen haben einst mit Ideen brilliert und nicht mit Provokationen. Gib Guido mehr Einsicht in die Historie, denn schiefe Vergleiche mit spätantiker Dekadenz sind einem großen Staatsmann abträglich.

Herr, lass dem Stadt-Kämmerer den Jackpot gewinnen. Möglichst dreimal hintereinander. Sonst müssen wir demnächst kalt baden, können uns keine Theaterkarten mehr leisten, und kriegen keine neuen Partnerstädte mehr.

Herr, gib dem Club noch mindestens drei Auswärtssiege, denn daheim ist ja partout nichts los. Tja, und lass den Gygax und den Charisteas auch einmal das Tor treffen. Mach notfalls den Torwart blind. Und Herr, lass diesen Winter endlich enden und uns dereinst heimgehen in deine Herrlichkeit. Aber bitte nicht so schnell. RAIMUNDO d’ECCLESIA 

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