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Die steigenden Qualitätsansprüche der Verbraucher freut das Management der Firma IPTE Factory Automation (IPTE FA). Der belgische Maschinenbauer mit einer Deutschland-Tochter in Heroldsberg stellt unter anderem Prüfanlagen her. Bei 60 bis 70 Prozent der Autoradio-Hersteller wird mit Technologie – Hard- und Software – von IPTE geprüft.
Bis vor wenigen Monaten befand sich der Bereich Fabrikautomatisierung noch unter dem Dach der IPTE-Gruppe, die daneben als Fertigungsdienstleister für elektronische Komponenten aktiv ist. Seit 2. März 2010 ist IPTE FA ein eigenständiges Unternehmen. Die beiden Manager Huub Baren Senior und Vladimir Dobosch haben diesen Bereich herausgekauft. Der Kauf gilt rückwirkend zum 1. Oktober 2009.
«Dass wir nicht mehr unter dem Dach einer Aktiengesellschaft sind, gibt uns mehr Handlungsmöglichkeiten», sagte Huub Baaren dazu. Hintergrund der Ausgliederung ist die Wirtschafts- und Finanzkrise, die auf den Bereich Fabrikautomatisierung voll durchschlug. Denn außer Prüftechnik stellt das Unternehmen Standard- und Sondermaschinen her. Jedes der drei Bereiche trägt rund ein Drittel zum Umsatz von IPTE FA bei.
Die Kunden der Firma sind vor allem in der Automobilbranche zu finden. Das Unternehmen versucht, dieser global agierenden Klientel nahe zu sein. «Größere Firmen mit verschiedenen Standorten wollen sich nicht überall auf der Welt einen neuen Zulieferer suchen», so die Erfahrung von Verkaufsdirektor Klaus Bonath. Und so ist IPTE vor Ort: in China und Mexiko, in Frankreich, Spanien und Portugal, in Estland und Rumänien, natürlich an den beiden Hauptstandorten im belgischen Genk und in Heroldsberg. Allein in Franken beschäftigt IPTE FA rund 100 Menschen, weltweit sind es 450.
Den Start in die Eigenständigkeit beschreibt Huub Baren Senior - der Zusatz ist wichtig, sein Sohn Hubert Baren ist als Geschäftsführer ebenfalls im Unternehmen als gelungen. Der Umsatz, der unter dem Dach der IPTE-Gruppe in der Krise geschrumpft war, soll am Ende des laufenden Geschäftsjahres bei rund 50 Millionen Euro liegen - fünf weniger als im Jahr zuvor. Lieber weniger, dafür profitable Aufträge, sei das Motto, so Baren Senior. Das Wichtigste sei immerhin das Ergebnis. Nach einem Verlust von sechs Millionen Euro im vergangenen Jahr werden für 2010 wieder schwarze Zahlen angepeilt.
In den kommenden Jahren will IPTE FA weiter zulegen. Doch die Wachstumsmöglichkeiten sind begrenzt. Der Fokus liegt auf dem Bereich Prüfanlagen, der mittelfristig rund 50 Prozent zum Gesamtumsatz beitragen soll. In wachsenden Branchen steigt schließlich auch der Prüfbedarf, etwa bei der Produktion von Solarmodulen. Ein lukratives Geschäft: Rund zehn bis 20 Prozent der Fertigungskosten müssen die Unternehmen mittlerweile für Tests aufwenden.
