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Ist Tinky Winky andersrum?

Kommentar: Polen streitet über Teletubbies? - 30.05.2007

Ein Gremium von Psychologen soll nun auf Anordnung der polnischen Kinderbeauftragten Ewa Sowinska diese Fernsehsendung untersuchen und feststellen, ob dort unterschwellig «homosexuelle Propaganda» betrieben wird. Wohlgemerkt, hier geht es nicht um Babys, die vor der Glotze zwischengeparkt werden oder um gefährdete Sprachfähigkeit im Kleinkindalter, sondern um die sexuelle Polung einer Trickfigur mit Handtäschchen. Bitte, was soll das?

Frau Sowinska ist nicht die Einzige, die den Einfluss Homosexueller auf die junge Generation fürchtet. Polnische Sittenwächter wittern in diesen Tagen allerorten Propaganda von Schwulen und Lesben. Aber nicht nur in Polen, sondern in vielen Ländern, die einst hinter dem Eisernen Vorhang lagen, spürt man eine abgrundtiefe Verachtung für Menschen anderer sexueller Prägung.

In Moskau etwa sah man jetzt Sicherheitskräfte und schwarzgekleidete Schläger auf Demonstranten einprügeln, die sich für Toleranz gegenüber Homosexuellen einsetzten. Nun kann man durchaus fragen, was solche Demonstrationen bewirken sollen. Eines darf jedoch nicht in Zweifel gezogen werden: dass Homosexualität kein Diskriminierungsgrund sein darf.

Staaten, die eine solche Diskriminierung zulassen oder auch nur wegschauen, wenn homophobe Gruppen ihre Ängste ausleben, müssen sich nach ihrer demokratischen Reife fragen lassen - die anscheinend nicht über dem Niveau der Teletubbies liegt. RAIMUND KIRCH 

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