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Jetzt geht es Steuersündern an den Kragen

Zwischen Pegnitz und Piazza vom 4. Februar 2012 - 03.02. 12:06 Uhr

Nürnberg  - Was zwischen Pegnitz und Piazza passiert, erzählt unsere NZ-Kolumnistin Nicoletta De Rossi. Jeden Samstag lädt sie zum Italienischlernen ein. Heute war Nico beim Patronato INAS und ließ sich zur italienische Rentenreform beraten.

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Was zwischen Pegnitz und Piazza passiert, erzählt unsere NZ-Kolumnistin Nicoletta De Rossi. Jeden Samstag lädt sie zum Italienischlernen ein. Heute war Nico beim Patronato INAS und ließ sich zur italienische Rentenreform beraten.

Die Regierung Monti hat das neue Jahr mit einer radikalen Frühjahrsreinigung angefangen. Auf die Welle von Reformen reagieren einige meiner Landsleute mit Resignation, andere mit Ergebenheit: a mali estremi estremi rimedi (auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil). Viele Betroffene aber streiken und protestieren ziemlich heftig – wie beispielsweise Taxifahrer, Lkw-Fahrer, Apotheker oder Fischhändler.

Anno nuovo, vita nuova (Neues Jahr, neuer Anfang)? Tausende von totalen Steuerhinterziehern, die in den letzten Wochen ertappt wurden, werden sicherlich auf ein anderes Sprichwort zurückgreifen: anno bisesto, anno funesto (Schaltjahr ist Horrorjahr). Hat die aktuelle Regierung tatsächlich entschieden, di fare piazza pulita dell’evasione fiscale (reinen Tisch mit der Steuerhinterziehung zu machen)?

Erst mit 66 im Ruhestand



In ihrem Reinigungseifer hat sie aber auch zuviel weggeräumt: zum Beispiel den Inflationsausgleich für die Renten über 1400 Euro – bei der Ankündigung zur Aussetzung der Inflationsanpassung weinten nicht nur molti pensionati italiani (viele italienische Rentner), sondern selbst die Arbeitsministerin Elsa Fornero. Auf der Halbinsel, wo jeder fünfte Bürger über 65 Jahre alt ist, hat sich mit der neuen Regierung im Rentensystem viel geändert. Per poter andare in pensione (um in Rente gehen zu dürfen), müssen Männer jetzt 42 und Frauen 41 Beitragsjahre vorweisen. Darüber hinaus wurde l’eta pensionabile (das Rentenalter) erhöht: In den Ruhestand dürfen Männer ab diesem Jahr erst mit 66 Jahren treten – Frauen erst ab 2018. Abgeschafft wurden die Frührente und la pensione retributiva (die gehaltsbezogene Rente): Künftig werden sich alle Renten nach den gesamten contributi pensionistici (Rentenbeiträgen) im Laufe des Arbeitslebens richten.


Molti nonni d’Italia (viele Großeltern Italiens; nonni steht hier für ältere Leute) müssen auch ihre Gewohnheiten beim Kassieren der Rente ändern: Bis zum vorigen Jahr wurden über 2 Millionen Renten bei der italienischen Post bar ausgezahlt, aber ab jetzt müssen tutte le pensioni (alle Renten) über 980 Euro auf ein Konto ausgezahlt werden – wegen des jüngsten Verbots von Bargeldtransaktionen über 1000 Euro. Die italienischen Rentner werden sich wohl oder übel mit einem Konto vertraut machen müssen: Zeit dafür werden sie genug haben, da sie in ihrem inoffiziellen „Job“ – sich um Enkel und Enkelinnen zu kümmern – immer weniger zu tun haben, denn jede italienische Frau bekommt durchschnittlich nur noch 1,4 Kinder!

Eine Regierung von mutigen Alten

Italiener sind sehr langlebig: Durchschnittlich werden Männer auf der Halbinsel 79 und Frauen 84 Jahre alt, und die Zahl der Hundertjährigen steigt ständig – sie hat inzwischen die Marke von 17000 erreicht. Wird Italien langsam aber sicher zum Land der furchtlosen Alten? Tatsache ist, dass die aktuelle Regierung aus Nicht-Politikern mit ihrem Durchschnittsalter von 64 Jahren die älteste Europas ist. Sie ist allerdings auch die Regierung, die den Mut hatte, solch eine Rosskur durchzuführen. Hat dies nun mit Weisheit und Erfahrung zu tun? Nicht nur, sondern auch mit dem notwendigen Abstand von der Politik, die auf der Halbinsel schon zu lange nur durch eigene Interessen gelenkt wird. 



Nicoletta De Rossi

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Ein italienisch-deutscher Blick auf das, was in Nürnberg so alles vor sich geht:
Unsere NZ-Kolumnistin Nicoletta De Rossi lädt jeden Samstag mit einem neuen Video-Beitrag zum Italienischlernen ein.
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