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Leise klingt es durch den Nebel über der Lagune

Zwischen Pegnitz und Piazza vom 28. Januar 2012 - 27.01. 11:29 Uhr

Nürnberg  - Was zwischen Pegnitz und Piazza passiert, erzählt unsere NZ-Kolumnistin Nicoletta De Rossi. Jeden Samstag lädt sie zum Italienischlernen ein. Diese Woche lies sich Nicoletta in der Hochschule für Musik Nürnberg von italienischem Gesang verzaubern.

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Was zwischen Pegnitz und Piazza passiert, erzählt unsere NZ-Kolumnistin Nicoletta De Rossi. Jeden Samstag lädt sie zum Italienischlernen ein. Diese Woche lies sich Nicoletta in der Hochschule für Musik Nürnberg von italienischem Gesang verzaubern.

Wenn ich an meine Geburtsstadt denke, fallen mir nicht nur die calli (so heißen die Straßen in Venedig), die Lagune und die unzähligen Brücken ein, sondern auch die Musik: An jeder Ecke dieser Stadt ertönt ein Lied oder eine Melodie – e non sono solo i gondolieri a cantare (und es sind nicht nur die Gondolieri, die singen)!

Auch woanders wird selbstverständlich gesungen oder Musik gehört, nur woanders wird sie durch die alltäglichen Geräusche einfach übertönt. Irgendwie finde ich es fast schade, dass Musik heutzutage nur durch iPod & Co alleine gehört werden kann, auch wenn dies manchmal dem Schutz der anderen Ohren dient!

Die Stille verstärkt die Töne



Vor allem im Winter und an nebeligen Tagen, wenn wenige Leute unterwegs sind, kann man durch die gedämpfte Stille inmitten der venezianischen Architektur allen Melodien der Lagunenstadt lauschen – selbstverständlich weit entfernt von den Hauptadern zu San Marco. Das hat auch Elke Heidenreich in ihrem Buch „Die schöne Stille – Venedig, Stadt der Musik“ mehrfach feinfühlig beschrieben: „Wo es still ist, wirkt jedes Geräusch stärker, entfaltet sich auch das leise Anschlagen von Wasser gegen die alten Mauern als Musik...“

In Venedig haben viele wichtige Komponisten der Musikgeschichte – wie Vivaldi, Monteverdi, Wagner, Verdi oder Strawinsky – gelebt und gearbeitet. Einige haben sogar cantate (Kantaten) über traditionell venezianische Themen komponiert, wie Gioacchino Rossini mit „Anzoleta co passa la regata“ (Anzoleta, wenn die Regatta vorbeizieht), welche auch deutsche Studenten der Hochschule für Musik in Nürnberg perfekt im venezianischen Dialekt singen!


Die Liebe und die Leidenschaft zur Musik kann aber auch durch volkstümliche Lieder oder canzonette (Schlager) geweckt werden, denn auf diese Weise lernt man schon als kleines Kind, Musik zu hören und zu lieben – und gewinnt vielleicht auch zukünftige Liebhaber für die Oper. Was die aktuelle Regierung gerade in Gang setzt, è tutta un’altra musica (ist etwas ganz anderes): Hoffentlich wird sich bald auch in Sachen „Musikunterricht in den öffentlichen italienischen Grundschulen“ die Melodie ändern: Mit der Regierung Berlusconi wurden leider die Unterrichtsstunden für Musik gestrichen – kaum verständlich für den ehemaligen Ministerpräsidenten, der angeblich so ein empfindliches orecchio musicale (musikalisches Gehör) hat!

Sono solo canzonette

Doch nicht nur Venedig, sondern auch viele andere kleine und große Städte, wie Parma, Pesaro, Mailand oder Neapel, haben auf der Halbinsel eine jahrhundertealte musikalische Tradition: In etwa 50 von ihnen existiert auch ein Konservatorium. Bologna, wo schon im Jahre 1450 ein Lehrstuhl für Musik „ad lecturam musicae“ zu finden war, ist sogar weltweit als zweite „kreative Stadt für Musik“, nach Sevilla, von der Unesco auserkoren worden! Meine Landsleute sind ein Volk von Sängern und Musikern, und letztendlich poco importa (ist es kaum von Bedeutung), wie sie diese Leidenschaft entwickeln konnten – ob durch anspruchsvollen Musikunterricht oder durch Popmusik. Auch der Sänger Edoardo Bennato sang 1980 „Sono solo canzonette“ (Es sind nur Schlager), und meinte damit, dass man auch durch einfache Lieder etwas bewirken kann. 



Nicoletta De Rossi

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Ein italienisch-deutscher Blick auf das, was in Nürnberg so alles vor sich geht:
Unsere NZ-Kolumnistin Nicoletta De Rossi lädt jeden Samstag mit einem neuen Video-Beitrag zum Italienischlernen ein.
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