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Toilettensanierung: Manche Schulen müssen noch warten

Projekt ist gut angelaufen - 05.03.2013 07:30 Uhr

Türen, die nicht mehr vollständig sind, verstopfte Toilettenschüsseln und zum Teil marode Leitungen: Der Ist-Zustand an der Georg-Holzbauer-Schule.

Türen, die nicht mehr vollständig sind, verstopfte Toilettenschüsseln und zum Teil marode Leitungen: Der Ist-Zustand an der Georg-Holzbauer-Schule. © Michael Matejka


Eigentlich kann Kaiser eine gute Zwischenbilanz ziehen: „Es geht voran mit den Sanierungen.“ Die Projektgruppe hatte zunächst die sanitären Anlagen in allen Schulen begutachten lassen und dann eine Prioritätenliste erstellt. Die Schulen wurden in fünf Stufen eingeteilt – Stufe 1 für aufwändige Sanierung, Stufe 5 für Kleinmaßnahmen.

Kategorie 5 bedeutete in den meisten Fällen die Grundreinigung von Boden und Wandfliesen mit Hochdruckreinigern, außerdem eine Entkalkung und Erneuerung von Kachelfugen. Wände wurden gestrichen oder gesprungene Waschbecken ausgetauscht. Kostenpunkt für dieses Minimalprogramm pro Schule: 2500 Euro.

In Stufe 4 sind Maßnahmen zusammengefasst, die die Hausdienste an den Schulen selber machen konnten: etwa der Austausch von Toilettenschüsseln, Waschbecken, Seifenspendern, Handtuchrollen oder Hygienebehältern. Auch die nach neuen Sicherheitsstandards vorgeschriebenen bruchsicheren Spiegel gehören dazu, ebenso wie die Erneuerung oder das Streichen von Trennwänden. „Um Vandalismus vorzubeugen, wird ein Anstrich verwendet, von dem sich Schmierereien abwaschen lassen“, so Kaiser.

In 80 Schulhäusern waren Sanierungen der Stufen 4 und 5 nötig, bis Ende vergangenen Jahres wurden diese Arbeiten erledigt. Die Projektgruppe hat dafür ein „Sanitärauto“ beschafft und einen Handwerker angestellt, erzählt Kaiser: „Wir haben eine einheitliche Ausstattung für alle Schulen eingeführt. Dadurch konnten wir in größeren Mengen einkaufen und haben Rabatte bekommen.“

In die dritte Kategorie fallen hauptsächlich die großen alten Schulhäuser. Nach einem aktuellen Schlüssel, wie viele Toiletten in Schulen nötig sind, stellte sich heraus: In diesen großen Bauten gibt es meist zu viele Toiletten. Dort wird bei der Sanierung also die Anzahl reduziert, dafür baut man einen Teil zu Putzräumen und Lehrer-WC’s um.

Kommen wir zu den Stufen 1 und 2 der Prioritätenliste, den dicksten Brocken. „Das sind die Fälle, wo man in die Gebäudesubstanz eingreifen muss“, erklärt Michael Kaiser. Wände sind aufzuschlagen, Leitungssysteme zu erneuern. „Manche der Anlagen sind in einem so fürchterlichen Zustand, dass eine Generalsanierung nötig ist.“ Die Bauabwicklung liegt dann in den Händen des Hochbauamts, das die Arbeiten ausschreiben muss. Zu diesen Schulen gehörte etwa die Herschelschule, bei der die Sanierung mittlerweile abgeschlossen ist. Sie schlug allein mit 625000 Euro zu Buche.

Größte Baustelle ist die Amberger Straße

Die "größte Baustelle" ist laut Kaiser aber die Schule Amberger Straße. Dafür seien aufwändige Planungen nötig. Weil das Hochbauamt wegen der vielen anstehenden Projekte auch in anderen Bereichen völlig überlastet ist, muss die Schule Amberger Straße trotzdem bis 2014 auf den Umbau warten. Ebenso wie die Bismarckschule, bei der die zweite Stufe der Sanierung noch ansteht.

Die Sanierung der Toiletten an der Georg-Holzbauer-Schule ist dringend nötig.

Die Sanierung der Toiletten an der Georg-Holzbauer-Schule ist dringend nötig. © Michael Matejka


In diesem Jahr sind das Melanchthon-Gymnasium und die Georg-Holzbauer-Schule an der Reihe. Deren Rektor Joachim Sonnwald sehnt den Beginn der Sanierung seit langem herbei: „Die Geruchsbelästigung ist sehr stark. Außerdem sind manche Türen kaputt, die Fliesen sind zum Teil abgeschlagen, und auch das Leitungssystem ist marode.“ Zwar hat Hausmeister Ralf Krautwald als gelernter Installateur kleinere Reparaturen selbst erledigen können, doch auch er ist inzwischen an seine Grenzen gestoßen.

Um eine Verbesserung der Toilettensituation an den Schulen zu erreichen, sind aber nicht nur bauliche Eingriffe notwendig. „Die Schüler müssen auch lernen, pfleglicher damit umzugehen. Sonst haben wir nach der Sanierung in kürzester Zeit wieder Probleme, zum Beispiel wenn Jugendliche die Abflüsse mit Papier verstopfen“, sagt Kaiser.

An einer Reihe von Schulen werde das Thema in den Unterricht einbezogen, berichtet Heike Hein, die Vorsitzende des Nürnberger Elternverbands: „Die Einstellung in den Schulen muss sich ändern. Wenn die Toiletten sauber sind, werden die Schüler sie auch anders behandeln.“ In den Klassen werden zum Teil Listen geführt, wer wann auf die Toilette geht. Oder die Schüler müssen sich zur Benutzung den Schlüssel aushändigen lassen. Die Elternvertreter sind laut Heike Hein „im Großen und Ganzen zufrieden“ mit dem Fortschritt der Sanierungen: „Wir haben lange darum gekämpft, dass das Problem erkannt wird. Die Stadt macht, was möglich ist.“

Es steht jedoch bereits fest, dass einige Schulen mit größerem Sanierungsbedarf während der Laufzeit des Projekts bis 2014 nicht berücksichtigt werden können. Michael Kaiser zufolge muss bei den Haushaltsberatungen entschieden werden, ob und in welchem Umfang das Ganze in die Verlängerung geht.
  

Ute Wolf

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