Der eher holprige Pokalauftritt bei Eintracht Trier hatte Trainer Dieter Hecking dazu veranlasst, einige personelle Korrekturen vorzunehmen. Wie erwartet durfte Jens Hegeler diesmal als zweiter "Sechser" neben Timmy Simons ran, Ilkay Gündogan rückte dafür ins zentrale Mittelfeld vor. An seiner Seite wirbelte Mehmet Ekici, der den Vorzug vor Routinier Marek Mintal erhalten hatte. Auch Christian Eigler fand sich diesmal zunächst auf der Bank wieder.
Die Borussia begann vor 42 202 Zuschauern schwungvoll und sorgte in den Anfangsminuten gleich zweimal für Gefahr, doch Per Nilsson und Juri Judt verhinderten eine kalte Dusche. Dann aber legte der Club seinen Respekt zusehends ab und setzte selbst offensiv Akzente. Javier Pinola prüfte den unsicher wirkenden Logan Bailly mit einem tückischen Distanzschuss (8.), nur eine Minute später hatte Gladbachs Keeper Glück, dass ein Schlenzer von Mehmet Ekici an den Pfosten klatschte und Julian Schieber den Abpraller nicht verwerten konnte. Nach einer Viertelstunde durften die rund 2000 mitgereisten Nürnberger Fans dann aber schon das erste Saisontor ihrer Mannschaft bejubeln: Eine weite Flanke von Judt fand im Strafraum Hegeler, der den Ball aus fünf Metern völlig unbedrängt ins lange Eck köpfte.
Während diese Führung die phasenweise flott kombinierenden Franken sichtlich beflügelte, wirkte Gladbach erst einmal geschockt. Bald aber schlug die Borussia eiskalt zurück. Hatte Mohamadou Idrissou nach einem weiten Pass allein vor Raphael Schäfer den Ball noch etwas überhastet ins Fangnetz gedroschen (31.), machte es der Neuzugang vom SC Freiburg zwei Minuten später besser: Nach feiner Vorarbeit von Marco Reus düpierte er im Strafraum Simons und überwand Schäfer mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck zum 1:1. Nun dominierte wieder die Elf vom Niederrhein, doch Filip Daems (33.) und Michael Bradley (39.) versäumten es, ihre Farben noch vor der Pause in Front zu bringen.
Auch nach dem Wechsel drückten die Hausherren etwas entschlossener auf den Siegtreffer. Judt rettete in höchster Not gegen Karim Matmour (49.), der agile Idrissou zielte über das Tor (55.). Vor allem aber hatte Nürnberg den Punktgewinn einem gut aufgelegten Schäfer zu verdanken, der Knaller von Bradley (70.) und Patrick Herrmann (87.) glänzend parierte. Die Gäste erspielten sich in der zweiten Hälfte nur eine echte Chance - die aber war durchaus als hochkarätig einzustufen. Der ansonsten zu eigensinnig agierende Albert Bunjaku hatte den Ball am Strafraum schön auf Schieber durchgesteckt, doch scheiterte die weiterhin an Ladehemmung leidende Leihgabe des VfB Stuttgart kläglich an Bailly (72.). So stand am Ende zum Auftakt ein Remis, das man beim1. FCN durchaus als erfreuliches Erfolgserlebnis bewertete. Des Präsidenten Traum von Platz neun dürfte aber wohl dennoch nur eine schöne Utopie bleiben.

Mi. 08.02.12
Mi. 08.02.12
Di. 07.02.12
Di. 07.02.12
Di. 07.02.12