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25. Jubiläum der Feldgeschworenen-Vereinigung Nürnberg

Ehrenamtliche, die Grenzen setzen - 06.02. 07:30 Uhr

Nürnberg  - Seit 25 Jahren sind die Feldgeschworenen aus dem Stadtgebiet nicht mehr wegzudenken – denn sie stecken ehrenamtlich die Grundstücksgrenzen ab, an denen sich Vermessungsbeamte orientieren. Doch gerade in der Anfangszeit gab es einige Schwierigkeiten mit den Ehrenamtlichen, wie Ernst Grünbeck, Leiter vom Vermessungsamt Nürnberg, anlässlich des 25. Jubiläums der Feldgeschworenen-Vereinigung Nürnberg berichtete.

Solche Zeichen wurden verwendet, um Grenzsteine zu markieren.
Solche Zeichen wurden verwendet, um Grenzsteine zu markieren.
Foto: Wiersch
Solche Zeichen wurden verwendet, um Grenzsteine zu markieren.
Solche Zeichen wurden verwendet, um Grenzsteine zu markieren.
Foto: Wiersch

Mit seiner 600-jährigen Geschichte ist es wohl das älteste Ehrenamt in Deutschland – doch in Nürnberg wurde die Arbeit der Feldgeschworenen erst vor 25 Jahren wieder belebt. „Einige der damals 79 neu bestellten Feldgeschworenen dachten, sie müssten nur als Zeugen neben den Vermessern stehen“, sagt Grünbeck. „Wir mussten diese Menschen erst einmal schulen.“ Denn als Siebener, wie die Ehrenamtlichen auch genannt werden, muss man vor allem handwerkliches Geschick mitbringen. Die heute 15 mal 15 Zentimeter großen Grenzsteine müssen exakt verlegt werden, um keinen Millimeter von dem errechneten Punkt abzuweichen. Fällt die Grundstücksgrenze beispielsweise auf einen Bordstein, muss auch schon mal die Flex angelegt werden.



Statt zentnerschwerer Grenzsteine, die heute noch vor allem auf dem Land, beispielsweise an Ackergrenzen, verwendet werden, bedient man sich in der Stadt allerdings leichtgewichtiger Plastikrohre, kleiner Stahlnägel oder den 15 mal 15 Zentimeter großen Grenzsteinen als Abmarkierungen.

Auch die geheimen Siebenerzeichen (siehe Bild), die früher unter den Grenzstein gelegt wurden, um die Echtheit der Grenze beweisen zu können, werden in den 13 Kollegien in Nürnberg nicht genutzt. „Mit den ersten Einsätzen kam auch gleich die Enttäuschung darüber, dass dieses Feldgeschworenen-Ritual gar nicht mehr praktiziert werden konnte, weil es in den völlig neu geschaffenen Gremien niemanden mehr gab, der es uns übergeben konnte“, erinnert sich Franz Walenta, der Vorsitzende der Nürnberger Vereinigung. Doch auch Johann Roth aus Brunn, der bereits seit einem halben Jahrhundert das Ehrenamt ausführt und bei der Feier von Wirtschaftsreferent Michael Fraas eine Ehrenurkunde überreicht bekam, hat nie die Geheimzeichen aus Ton, Glas oder Metall benutzt.

„Nur die reicheren Gemeinden hatten Siebenerzeichen, die sie für die Feldgeschworenen angefertigt haben“, sagt der 76-Jährige, der in Altenfurt, Fischbach und Brunn bis heute Abmarkungen setzt. Die Arbeit habe sich in 50 Jahren nicht wesentlich geändert, sagt Roth. „Bis ich 80 bin, mache ich die Arbeit noch. Aber dann ist Schluss.“

Doch Grünbeck muss nicht fürchten, Roths Nachfolger erneut schulen zu müssen. Denn Sohn Manfred ist seit 25 Jahren ebenfalls Feldgeschworener – mit geschätzten 1000 Abmarkungen bringt er die nötige Erfahrung mit, um als Siebener erfolgreich bestehen zu können.
  



Katrin Wiersch

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