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Viele Besucher füllten einen „Spiele-Steckbrief“ aus, auf dem sie die verschiedenen Facetten ihrer „Spieler-Persönlichkeit“ preisgaben.
Gefragt war etwa danach, wozu ein gutes Spiel in der Lage sein soll. „Es soll Raum und Zeit auflösen“, meint etwa Bernward Thole, der Gründer und langjährige Leiter des Deutschen Spielearchivs in dessen „Marburger Periode“. „Ein Spiel soll mich vollkommen in seinen Bann ziehen“, sagt auch Helmut Schwarz, Leiter des Nürnberger Spielzeugmuseums. „Es soll Menschen auf überraschende Weise unterhalten“, ist die Ansicht von Matthias Henkel, Direktor der städtischen Museen. Schnelligkeit und Spannung sieht Bürgermeister Klemens Gsell als wichtige Eigenschaften an. Gar nichts anfangen kann er dagegen mit „Bumm-Bumm-Spielen am PC“.
Weitere Wünsche an gute Spiele sind nach Meinung der Befragten etwa das Überwinden der Generationengrenze sowie Ablenkung und Entspannung. Sehr originell und prägnant ist die Einschätzung von Ulrich Schädler, Leiter des Schweizer Spielemuseums: „Ein gutes Spiel soll in zwei Minuten erklärt werden können und ein Leben lang Freude und Herausforderung sein.“ Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen, höchstens diese Lobeshymne eines Besuchers: „Ich spiele, weil es fast nichts Besseres gibt, als an einem Tisch mit Freunden einen Abend bei einem spannenden Spiel zu verbringen – Lebensqualität pur!“
Um die Spielekultur auch in Zukunft hochzuhalten, soll das Deutsche Spielearchiv Nürnberg natürlich möglichst schnell aus dem „Dornröschenschlaf“ im Depot erweckt werden. Wie aber stellten sich die Besucher der Ausstellung im Fembohaus die wichtigsten Aufgaben einer solchen Einrichtung vor?
„Impulse für die Zukunft“ erhofft sich Bernward Thole. „Ich wünsche mir, dass wir in fünf Jahren eine blühende Einrichtung geschaffen haben“, hat sich Matthias Henkel als Ziel vorgenommen. „Eine gute und enge Zusammenarbeit mit vielen interessanten Aktionen“ sieht Christian Wallisch, Präsident des Ali-Baba-Spieleclubs, als wünschenswert an.
Auch viele andere Ausstellungsbesucher haben konkrete Vorstellungen: „Eine offene Präsentation seiner Schätze und Lobbyarbeit für das Spielen“, heißt es etwa, oder „die Bewahrung der Spiele-Kultur“. „Kreativität und offener Zugang für alle“, ist eine andere Meinung, und ein Schüler wünscht dem Archiv ganz einfach „100000 Euro“.