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Anlaufstelle für Flüchtlingsfrauen

Das Frauencafé ist wieder geöffnet - 22.02. 19:14 Uhr

Nürnberg  - Seit Mai 2011 ruhte der Betrieb des Internationalen Frauencafés wegen Geldmangels, doch nun ist das preisgekrönte Projekt zurück. Die Eröffnung war im Januar, gestern feierten die Frauen den Neustart der Einrichtung in der Villa Leon mit einem großen Fest.

Die Feier zum Neustart des Projekts begann mit einer äthiopischen Kaffeezeremonie, die Beharnesh Desalgn leitete. Danach gab es Tanzeinlagen und eine Zaubershow.
Die Feier zum Neustart des Projekts begann mit einer äthiopischen Kaffeezeremonie, die Beharnesh Desalgn leitete. Danach gab es Tanzeinlagen und eine Zaubershow.
Foto: Roland Fengler
Die Feier zum Neustart des Projekts begann mit einer äthiopischen Kaffeezeremonie, die Beharnesh Desalgn leitete. Danach gab es Tanzeinlagen und eine Zaubershow.
Die Feier zum Neustart des Projekts begann mit einer äthiopischen Kaffeezeremonie, die Beharnesh Desalgn leitete. Danach gab es Tanzeinlagen und eine Zaubershow.
Foto: Roland Fengler

Immer mittwochs treffen sich dort Flüchtlingsfrauen, deren Asylverfahren in der Regel noch laufen, zum Austausch ihrer Erfahrungen. Ein neuer Schwerpunkt der Einrichtung liegt auf der Beratung schwangerer Frauen. Zudem bietet das Projekt Sprachkurse an, es werden PC-Kenntnisse vermittelt, die Frauen bekommen psychosoziale Beratung und ihnen wird in Asylrechtsfragen geholfen. „Es ist uns auch schon gelungen, Abschiebungen zu verhindern“, sagt Elisabeth Schwemmer, eine der vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Projekts, die sich die gut zwei Stellen teilen.

Die 43-Jährige erläutert, dass sich die Frauen oft erst in den Gesprächen mit den Café-Mitarbeiterinnen richtig öffneten. „Manchmal kristallisieren sich dann zusätzliche Fluchtgründe heraus“; etwa wenn Frauen in den Gefängnissen ihrer Heimat vergewaltigt worden sind.



Rund 30 Frauen kommen laut Schwemmer mittwochs zum offenen Café, die meisten stammen aus Irak, Iran, Aserbaidschan und afrikanischen Ländern. Insgesamt betreut das 2007 gegründete Projekt pro Jahr 50 bis 100 Frauen und 20 bis 40 Kinder. „Es war schwierig, den Frauen zu erklären, dass wir sie mit ihrem Schicksal alleine lassen müssen“, sagt Café-Mitarbeiterin Elif Sahin Kubista im Rückblick auf den Mai 2011.

Aber die Förderung durch den Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF) war ausgelaufen und musste erst neu bewilligt werden. Die Stadt wiederum wollte das Projekt nicht alleine tragen. Nun gab es Grünes Licht vom EFF, die Förderung läuft für drei weitere Jahre bis 2014. Der rege Ansturm am Tag der Wiedereröffnung habe gezeigt, „wie sehr die Frauen unser Angebot vermisst haben“, sagt Kubista.

Elke Leo, Stadträtin der Grünen, findet es gut, dass der Rat bei den Haushaltsverhandlungen eine flexible Entscheidung getroffen und die weitere Förderung für den Fall zugesagt hat, dass wieder Mittel aus dem EFF fließen. Der jährliche Etat beträgt 120000 Euro, 75 Prozent trägt der EFF, 20000 Euro die Stadt. Der Rest wird durch den Bezirk Mittelfranken sowie Spendengelder gestemmt. Wie Leo freut sich auch Eylem Gün (Linke Liste), dass es weitergeht. Die Stadträtin hält vor allem die Sprachkurse für wichtig, da Asylbewerber nicht an den Integrationskursen teilnehmen dürfen.

Die 32-jährige Kubista spricht inzwischen nahezu perfekt Deutsch. 2001, als sie selbst als politisch verfolgte Kurdin aus der Türkei nach Deutschland kam, verstand sie kein Wort. Eine Einrichtung wie das Frauencafé wäre für sie damals wichtig gewesen, sagt Kubista. Sie ärgert sich über den schroffen Umgang der Behörden mit den Frauen.

Eine der Betroffenen ist die 35-jährige Iranerin Manijh Rangin, die seit zweieinhalb Jahren in Deutschland lebt und nun unter beengten Verhältnissen in einer Gemeinschaftsunterkunft in Dietenhofen wohnt. „Im Café habe ich sehr viele Freudinnen kennengelernt“, erzählt sie. Zudem hätten ihr die Mitarbeiterinnen geholfen, mit den Behörden klarzukommen. Ob die 35-Jährige in Deutschland bleiben darf, ist noch unklar. Jedenfalls kann sie sich nun darauf verlassen, dass ihr die Angebote des Frauencafés wieder zur Verfügung stehen.
  



Marco Puschner

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