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Verschiedene Finanzierungsfragen sind noch ungeklärt. Doch nun soll das von der Naturhistorischen Gesellschaft (NHG) geplante Museum im Mai eröffnet werden – zunächst in abgespeckter Form, aber immerhin. Die Altstadtfreunde hatten in die Sanierung der Häuserzeile Kühnertsgasse 18–22 über drei Millionen Euro investiert, wovon etwa eine Million öffentliche Zuschüsse waren. Die NHG hatte sich bereiterklärt, das Handwerkermuseum einzurichten. Dafür stellt sie rund 300000 Euro zur Verfügung, u.a. für Mobiliar, Beleuchtung, Vitrinen, Schrifttafeln und Grafiken. Sie hat auch ein wissenschaftliches Konzept dafür entwickeln lassen und ein weiteres Konzept, wie die Theorie in die Praxis umgesetzt werden soll.
Aber wer ein Museum betreibt, dem entstehen auch laufende Kosten für Strom, Wasser, Abwasser, Versicherungen und Grundsteuer. Für das geplante Museum in der Kühnertsgasse fallen da über 20000 Euro jährlich an. Als die NHG im Jahr 2003 zusagte, das Museum einzurichten, „waren laufende Kosten kein Thema“, sagt die NHG-Vorsitzende Gabriele Prasser. Lediglich vom Bauunterhalt sei die Rede gewesen, etwa von kleineren Reparaturen. Die Altstadtfreunde hätten mit der Übergabe der sanierten Gebäude aus den Jahren 1377 bis 1433 ihren Anteil für das Museum geleistet, stellt deren Vorsitzender Karl-Heinz Enderle fest.
Weil das Handwerkermuseum ursprünglich eine Idee der Stadt war, haben NHG und Altstadtfreunde gemeinsam mit OB Ulrich Maly Gespräche geführt, um eine Lösung für das Problem zu finden. Die N-Ergie und eine Versicherung wurden angefragt, ob sie die laufenden Kosten übernehmen; die Entscheidungen stehen noch aus.
Nach wie vor ungeklärt ist auch die Personalfrage. „Wir hätten zehn Prozent der Personalkosten tragen sollen – das hätten wir gekonnt. Aber jetzt sollen wir das Personal allein stemmen“, so die NHG-Vorsitzende. Eine Lösung scheint in Sicht: Man will mit möglichst wenig festem Personal auskommen und stattdessen viele Ehrenamtliche einsetzen. Auch die Altstadtfreunde wären bereit einzuspringen. „Einige Mitglieder von uns haben ja schon durch die Häuser geführt und sind mit dem Thema vertraut“, meint Karl-Heinz Enderle.
Nun soll der Museumsbetrieb im Mai endlich beginnen: mit einer Sonderausstellung über die Nürnberger Gerber im Mittelalter. Als Eröffnungstermin peilt man den 15. Mai an, den Internationalen Museumstag. Zum Start stehen allerdings nur die Räume im Erdgeschoss zur Verfügung, und das Museum wird zunächst nur an Wochenenden und Feiertagen für die Allgemeinheit öffnen; während der Woche nur für angemeldete Schulklassen.
Die Besucher werden das Museum über die Hausnummer 22 betreten, wo eine Empfangstheke sowie ein kleiner Garderoben- und Bewirtungsbereich eingebaut werden. Schwerpunkt der Gerber-Schau sollen Funde sein, die in den ehemaligen Gerberhäusern Weißgerbergasse 10 und Hintere Ledergasse 43 beim Umbau durch die Altstadtfreunde zutage gefördert wurden: Gefäße, Überreste der Werkstätten, Original-Wasserleitungen usw. Auch ein rekonstruierter Gerber-Bottich wird gezeigt.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird das Wohnen in den Handwerkerhäusern thematisiert: Verschiedene Räume in den oberen Stockwerken sollen dokumentieren, unter welchen Bedingungen Handwerker wie Rot- und Schwarzschmiede, Häfner oder Beutler lebten, wo die Gesellen ihre Unterkunft hatten, wie die Alten und Kinder versorgt wurden. Gabriele Prasser wünscht sich, „dass es ein lebendiges Museum wird“. Die NHG möchte an einzelnen Tagen z.B. zeigen, wie in der Restaurierungswerkstatt archäologische Funde zusammengefügt und ergänzt werden. „Es könnte auch einmal eine Häfnerin vorführen, wie sie Töpferwaren herstellt, und ihre Sachen dann verkaufen“, ergänzt Karl-Heinz Enderle.
An Ideen mangelt es also nicht. Was sich angesichts der geschilderten Finanzprobleme davon umsetzen lassen wird, bleibt abzuwarten.