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Denn die toten Delfinbabys der letzten Jahre waren ein Grund dafür, die Haltungsbedingungen für die Großen Tümmler zu verbessern. Sunny, eines der beiden derzeit am Schmausenbuck lebenden Delfinweibchen, könnte nun für die frohe Botschaft sorgen. Sie wurde von Moby gedeckt.
Ob sie tatsächlich trächtig ist, weiß im Augenblick allerdings noch niemand. Um die Schwangerschaft der Großen Tümmler künftig leichter und früher feststellen zu können, ohne die Tiere einfangen zu müssen, wird im Rundbau des Delfinariums eine Hebebühne eingebaut. Den Auftrag führt eine italienische Spezialfirma aus, die bereits im Delfinarium von Rimini Erfahrungen mit einer solchen Vorrichtung gesammelt hat. „Der Mechanismus muss schließlich salzwasserfest sein“, erläutert der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau.
Das Ganze soll folgendermaßen funktionieren: „Auf den Boden des Beckens kommt ein Gitterrost, den man über Seilzüge, die in den Wänden verankert sind, nach oben holen kann.“ Delfine, die über dem Gitter schwimmen, werden automatisch mit hochgezogen. Im flachen Wasser lassen sich die Großen Tümmler dann gut untersuchen. Dabei geht es nicht nur darum, trächtige Tiere regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen, sondern auch um sonstige Gesundheitschecks, welche die Zootierärzte an den Delfinen vornehmen – beispielsweise Blutabnahme oder Ultraschall.
„Die Trainer gewöhnen die Tiere nach und nach an die Hebebühne“, versichert Mägdefrau. Sobald die Delfine von der Lagune ins Rundbecken schwimmen, werden sie sofort bemerken, dass der Beckenboden sich verändert hat, und der Sache auf den Grund gehen – im wahrsten Sinn des Wortes. Das Hochheben müssen die Pfleger schrittweise mit ihren Schützlingen üben. „Da wird dann abwechselnd hochgehoben und abgesenkt, und dazwischen gibt es den einen oder anderen Belohnungsfisch“, so der Zoo-Vize.
Der Aufzug kostet rund 250.000 Euro. Eine Investition, die sich nach Ansicht der Tiergartenleitung jedoch lohnt. Denn sie erspart nicht nur den Tieren Stress, sondern auch den Trainern, Pflegern und Veterinären. Ob Sunny Mutter wird oder nicht, könnte man damit auch einfacher überprüfen, weil man rasch an sie herankäme. Sunny hat schon 2007 ein Jungtier geboren, das aber nach drei Tagen starb: Zwar säugte es bei der Mutter, nahm aber die Milch nicht in den Körper auf. „Mithilfe der Hebebühne hätte sich das relativ schnell klären lassen“, meint Mägdefrau, „da hätte man den Blutzuckerspiegel leicht bestimmen können.“
Ende November, wenn die Delfine aus der Freianlage in die Innenanlage zurückkehren, soll die Bühne eingebaut sein. Auf die italienische Firma wartet also noch jede Menge Arbeit.
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Fr. 18.05.12