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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bereitet sich mit zusätzlichem Personal auf den wachsenden Zustrom von ausländischen Asylbewerbern in Deutschland vor. So soll in den kommenden Monaten die Zahl der Asyl-Entscheider um 35 auf bundesweit 212 aufgestockt werden, kündigte Präsident Schmidt an.
Die zusätzlichen Mitarbeiter würden „aus dem Bereich der Bundeswehrverwaltung“ rekrutiert. „Wir versuchen zwar im Moment, die Asylverfahren zu optimieren, doch irgendwann sind dem Grenzen gesetzt“, betonte Schmidt.
Dabei verwies er auf die steigenden Asylbewerberzahlen: Noch im Jahr 2007 war mit 19000 Asylbewerbern der historische Tiefstand erreicht worden; im vergangenen Jahr hätten bereits wieder 48000 Menschen in Deutschland um Asyl nachgesucht. „Und man kann schon jetzt davon ausgehen, dass die Zahl der Asylbewerber in den kommenden Jahren zumindest nicht geringer wird“, sagte Schmidt.
„Das stellt für uns genauso eine Herausforderung dar wie für die Bundesländer, die für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig sind“, gab er zu bedenken. Das Problem sei, dass „mit den früher sinkenden Asylbewerberzahlen vielerorts die Kapazitäten zurückgefahren wurden“.
Neben seiner traditionellen Aufgabe als Asylbehörde wolle er das Nürnberger Bundesamt künftig noch stärker zu einer Integrationsbehörde machen. „Wir haben uns seit 2005 mit unseren Integrationskursen auf die Neuzuwanderer und jene Zuwanderer konzentriert, die schon mehrere Jahre in Deutschland leben. Im zweiten Schritt wollen wir uns etwas stärker um die Gesellschaft als solches kümmern“, sagte der Behördenchef.
Integration sei keine Einbahnstraße. Das Bundesamt wolle mit seinen Erfahrungen und seinem Know-how dazu beitragen, in Deutschland eine Anerkennungs- und Willkommenskultur zu schaffen, sagte Schmidt. Das Bundesamt habe dazu hochkarätig besetzte Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die in der nächsten Woche erstmals zusammenträten.
Dabei solle im Rahmen eines „Runden Tischs“ geklärt werden, welchen Beitrag etwa politische Bildung für eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz leisten könne. Das Bundesamt sehe sich hier in einer Moderatorenrolle, die beim Austausch von Erfahrungen helfen wolle. Es gebe bereits viele positive Beispiel, wie eine Willkommenskultur gefördert werden könne.
Nach Schmidts Angaben leben inzwischen in Deutschland 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Eine neue Kultur im Umgang mit Migranten sei schon mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel nötig. „Ausländische Fachleute und ihre Familien werden nur dann nach Deutschland kommen, wenn man ihnen hier ein Willkommen entgegenbringt.
„Da bedarf es noch an der einen oder anderen Stelle Veränderungen.“ Zu denken gebe ihm beispielsweise, wie wenige ausländische Studenten nach ihrem Abschluss an einer deutschen Hochschule in Deutschland blieben.
Von 27000, die 2009 ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben, seien es gerade mal 4000 gewesen. „Da muss man fragen: Ist das nicht ein Potenzial das man stärker ausnutzen sollte?“