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Bunker unter dem DB Museum zu besichtigten

"Ein Monument der Absurdität" - 04.11. 07:54 Uhr

Nürnberg  - Bis vor wenigen Jahren unterlag die Bunkeranlage unter dem Innenhof des DB Museums noch strengster Geheimhaltung. Seit 2006 gehört sie zum Museum. Das ermöglicht an diesem Wochenende in Kooperation mit dem Förderverein Nürnberger Felsengänge Einblicke in die ehemalige Befehlsstelle von Reichs- und Bundesbahn – eine einmalige Gelegenheit, denn normalerweise ist die Anlage nicht allgemein zugänglich.

Karge, verborgene Welt: Der Bunker unter dem DB Museum ist glücklicherweise ein Relikt der Vergangenheit. Wer möchte, kann die Anlage am Wochenende besichtigen. Normalerweise ist sie nicht zugänglich.
Karge, verborgene Welt: Der Bunker unter dem DB Museum ist glücklicherweise ein Relikt der Vergangenheit. Wer möchte, kann die Anlage am Wochenende besichtigen. Normalerweise ist sie nicht zugänglich.
Foto: Günter Distler
Karge, verborgene Welt: Der Bunker unter dem DB Museum ist glücklicherweise ein Relikt der Vergangenheit. Wer möchte, kann die Anlage am Wochenende besichtigen. Normalerweise ist sie nicht zugänglich.
Karge, verborgene Welt: Der Bunker unter dem DB Museum ist glücklicherweise ein Relikt der Vergangenheit. Wer möchte, kann die Anlage am Wochenende besichtigen. Normalerweise ist sie nicht zugänglich.
Foto: Günter Distler

Der Weg dorthin führt quer durch die Werkstatt des Museums. Erbaut wurde die rund 1000 Quadratmeter große Anlage mit ihren drei Meter dicken Betondecken 1937 als Befehlsstelle zur Sicherstellung des Eisenbahnverkehrs und der Transporte während des Zweiten Weltkrieges. „Aus diese Zeit ist rein gar nichts überliefert“, sagt Oliver Schmidtgen vom Förderverein.

In den 1970er Jahren, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen dem Ostblock und dem Westen, wurde die atombombensichere Anlage für den Zivilschutz im Rahmen der Notstandsgesetze ausgebaut. Bei einem militärischen Schlag – auch mit Atomwaffen — sollte die unterirdische Befehlsstelle Infrastruktur und Transportwesen in Nordbayern sicherstellen.



Die Ausstattung der Anlage war für 99 Beschäftigte gedacht, vom Direktionspräsidenten bis zum Boten. Zu besichtigen sind neben diverser, zum Teil noch funktionierender Technik, unter anderem Büros, Schlafräume und eine einfache Krankenstation. In der „Warnzentrale“ wären im Ernstfall die Entscheidungsträger gesessen. An den Wänden kam man noch heute die militärischen Karten sehen, die die Truppeneinteilungen und Truppeneinsatzgebiete zeigen. Das Inventar des Büros stammt aus dem Jahr 1975. Da gab es noch Fernsprecher im Riesenformat und mit Wählscheibe.

Leuchtstreifen entlang der Wände

Die Befehlszentrale war aus damaliger Sicht für die Erfüllung ihrer Aufgabe bestens präpariert. Bei Stromausfall hätten Leuchtstreifen an den Wänden den Weg markiert. Damit sich das Personal, falls es verschüttet werden sollte, hätte freischaufeln können, befestigte man Werkzeuge an den Wänden. Heute kann man davon nur mehr die gezeichneten Umrisse sehen. Die technische Ausstattung mutet wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen an. Nahezu alles sieht aus, als sei die Zeit stehengeblieben.

„Ein Monument der Absurdität des Kalten Krieges von 1950 bis 1989“, sagt der stellvertretende Museumsleiter Rainer Mertens. Hier könne man sehen, welche Blüten die Furcht vor einem weiteren Krieg und einer atomaren Bedrohung hervorgebracht habe.

Führungen durch den Bunker am kommenden Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr im Halbstundenrhythmus. Treffpunkt für den etwa 45-minütigen Rundgang ist das Foyer des DB Museums.  



Uschi Assfalg

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