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Freuen kann sich die Museums-Chefin über die Entwicklung der Besucherzahlen. 147 000 Gäste wurden im vergangenen Jahr gezählt, das sind zwar weniger als im großen Bahn-Jubiläumsjahr 2010 mit dem Rekord von 191000 Besuchern, aber deutlich mehr als die 126000 im Jahr 2009. Diesen Aufwärtstrend will Nikolov fortsetzen – mit attraktiven Angeboten, darunter einigen interaktiven.
Zum Beispiel im umgestalteten Freigelände, das im September eröffnet werden und vor allem junge Leute anlocken soll. „Das Stellwerk 7 bekommt ein richtiges mechanisches Stellwerk, und die Besucher können dann selbst historische Signale stellen“, verspricht Wolfgang Ihrlich, Teamleiter Standort und Fahrzeuge im DB-Museum. Außerdem entsteht ein „Zeitgleis“ mit 175 Jahren Signalgeschichte entlang der Strecke, auf dem auch Fahrten mit einer Draisine möglich sind.
Für das neue Schaudepot, das in der renovierten Halle im Freigelände eingerichtet wird. will das Museum seine Magazine öffnen und Exponate der Eisenbahngeschichte zeigen. Glanzstück der Ausstellung unter dem Motto „Wie funktioniert Bahn?“ ist ein Nachbau des Dampfwagens von Cugnot aus dem Jahr 1769, das erste Fahrzeug, das durch Dampf angetrieben wurde und laut Ihrlich als „Revolution in der Entwicklung der Mobilität“ gilt.
Es stand schon einmal im DB-Museum und ist jetzt aus einem Museum in Florida nach Nürnberg zurückgekehrt. In der Halle werden außerdem Beispiele historischer Stellwerkstechnik zu sehen sein, eine „Bahnfeuerwehr“ aus der Zeit zwischen 1860–80 oder die „Feuerbüchse“ des „Adler“-Nachbaus von 1935.
Ein weiteres großes, 400000 Euro schweres Projekt in diesem Jahr ist die Neukonzeption des Kinderbereichs, der künftig im zweiten Obergeschoss untergebracht ist, dort, wo im Jubiläumsjahr die Schau „Planet Eisenbahn“ stattfand. In der fast 1000 Quadratmeter großen Halle sollen die kleinen Besucher komplett in die Welt der Eisenbahn eintauchen: vom Kauf der Fahrkarte über das Lesen von Fahrplänen und einer Zugfahrt durch die Halle, bei der sie den Fahrtwind durchs offene Fenster spüren.
Dazu erfahren sie viel Wissenswertes aus der Eisenbahngeschichte und -technik, verschiedene Spielbereiche laden zu einem Museumsbesuch mit viel Abwechslung ein. Damit wirklich Stationen entstehen, die Kindern Spaß machen, durften elf Mädchen und Buben aus dem neu gegründeten „Kinderbeirat“ ihre Meinung in die Planungen einbringen.
Die bisherige Dauerausstellung des DB-Museum endet beim Jahr 1989. Es wird Zeit, sie endlich weiterzuführen. Genau das hat Russalka Nikolov nun vor. Die Präsentation soll die Verbindung der beiden Bahnen in West- und Ostdeutschland nach der Vereinigung thematisieren und die neue Bahngeschichte bis in die Gegenwart weiterführen.
Dazu gehören für die Herrin des Hauses auch „Fragen der Mobilität früher und heute, die Geschwindigkeits-Diskussion, die Entschleunigung sowie Umweltfragen“. Wie das alles verpackt werden soll, steht noch nicht fest. Das Museum hat diese Aufgabe für internationale Ausstellungsmacher ausgeschrieben. Was der Spaß kosten wird, lasse sich derzeit noch nicht absehen, so Nikolov. Auf jeden Fall wünscht sie sich „eine lebendige Ausstellung“ und „Visionen für die Zukunft“.