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Vieles hat sich seit jener Zeit, als Kunze seinen ersten von bislang vier Auftritten beim Bardentreffen absolvierte, geändert – zum Beispiel haben sich inzwischen längst länder- oder themenspezifische Schwerpunkte eingebürgert. Nach der Schweiz (2009) und der Eisenbahn (2010) steht diesmal das Land des Fußball-Weltmeisters im Fokus: Zehn von 66 Gruppen bzw. Künstlern kommen aus Spanien. „Spanische Musik ist mehr als Flamenco“, begründete Kulturreferentin Julia Lehner bei der Programmvorstellung die Themenwahl; zudem habe sich Barcelona zu einem Knotenpunkt für musikalische Trends entwickelt, und der spanische Kulturverein Centro Español feiert heuer auch noch sein 50. Jubiläum – Motive genug für Lehner und Festival-Leiter Charly Fischer, auf galizische Folklore und andalusische Klänge zu setzen.
Für einen der Höhepunkte des diesjährigen Festivals sollen dabei die Seven Kings sorgen, die am 30. Juli (21.30 Uhr) auf dem Hauptmarkt auftreten. Kopf der Band ist Pablo Reyes, der einst mit den Gipsy Kings große Hits landete – nun spielt Reyes gemeinsam mit seinen Söhnen und Neffen in der Nachfolgeformation. Am 29. Juli wird zum Festival-Auftakt eine weitere spanische Formation, La Banda del Surdo, in der Karolinenstraße (17.45 Uhr) trommelnd für Aufsehen sorgen – und damit vielleicht auch manchen einkaufenden Passanten auf das Bardenfest aufmerksam machen, wie Stefan Schindler von der Sparda-Bank hofft. Das Geldinstitut unterstützt die Stadt dabei, das Bardentreffen zu stemmen, der Eintritt ist wie gewohnt frei.
Allerdings kommen die internationalen Gäste nicht nur aus Spanien – vielmehr stammen die 350 Musiker aus 27 Ländern, darunter auch Budam von den Faröer-Inseln (31.Juli, Katharinenruine, 18.30 Uhr). Doch neben der multikulturellen Mischung kommt auch die deutschsprachige Traditionslinie des Festivals nicht zu kurz: Fischer freut sich, dass es gelungen ist, gleich mehrere „Leitfiguren des Deutsch-Rock“ nach Nürnberg zu holen.
Auf Kunze (29.Juli, 21 Uhr, Hauptmarkt) folgen Purple Schulz (18.45 Uhr) und der frühere BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser (21 Uhr, beide 30. Juli, Sebalder Platz). Außer diesen bekannten Haudegen gibt es auch Nachwuchs bei den Deutsch-Rockern: Die Gruppe Wegweiser aus Dinkelsbühl hat eine von der Sparda-Bank veranstaltete bayernweite Internet-Abstimmung gewonnen. Wegweiser ist am 30. Juli (18.45 Uhr) im Rahmen der von der Musikzentrale (Muz) organisierten Reihe zu hören. Die Muz wird an allen drei – statt bislang nur zwei – Tagen die regionale und lokale Musikszene präsentieren. 17 Bands treten auf dem Lorenzer Platz auf.
Auf der Insel Schütt wiederum sollen die Kinder ihren Spaß haben – dort sind Maxim Wartenberg und sein Trommelfloh (30. Juli, 14.30 Uhr) und Geraldino (31. Juli, 14.30 Uhr) zu Gast. Wer möchte, kann sich im seit rund zehn Jahren leerstehenden Lokal „Herrnbräu“ die Fotoaustellung von Günter Derleth anschauen und zugleich von dort aus den Blick auf den Hauptmarkt genießen.
Das Programmheft ist für 3,50 Euro u.a. in der Kultur-Info (Königstraße 93) oder in großen Buchhandlungen erhältlich. Darin finden sich auch Luftbilder von Hajo Dietz, die beim Bardentreffen 2010 entstanden sind. Außerdem enthält das Heft ein Interview, das Andreas Radlmaier, Projektbüroleiter im Kulturreferat, mit Heinz Rudolf Kunze geführt hat. Dort gibt Kunze seiner Hoffnung Ausdruck, „dass man bei so einem Festival ein Zeichen setzt, dass sich unsere musikalische Gegenwart nicht in dem Casting-Wahnsinn erschöpft“.
Weitere Infos unter www.nz.de
Mo. 09.04.12
Sa. 03.12.11
Di. 02.08.11
Mo. 01.08.11
Mo. 01.08.11