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Alle drei Finalistinnen waren höchst beeindruckend, „letztlich hätten alle den Sieg mehr als verdient gehabt“, so Reiner Rück, Projektleiter „Star 2010“. „Aber bei einem Wettbewerb kann eben nur einer oder eine gewinnen.“
Rund 150 Gäste waren am Dienstagabend zum Finale in die Luise gekommen, Castingteilnehmer, Freunde, Eltern und Verwandte. Mit selbstgemachten Plakaten und Jubel unterstützten sie ihre Favoriten.
Das Besondere an diesem Casting – die Entscheidungsfindung. Zu 40 Prozent bestehend aus der Bewertung der Jury, jeweils zu 30 Prozent aus dem bis zum 14. November laufenden Internetvoting und der Publikumswertung am eigentlichen Finalabend. Mit dem wirklich schüler- und familientauglichen Eintritt von zwei Euro bekam jeder Gast Stimmzettel und Stift, war aufgefordert, nach dem Auftritt der drei Finalistinnen ein letztes Mal seine Stimme abzugeben. Diese wurden im Anschluss sofort ausgezählt, es folgte die letzte Juryentscheidung. Und die Jury, bestehend aus Jutta Leidel, pädagogische Mitarbeiterin der Luise, Elnaz Amiraslani von der Agentur Parvenue, Reiner Rück, Projektleiter des „Zukunftskompass“ sowie Leiter der Zukunftsagentur für Schulen, Claudia Standare, ebenfalls vom „Zukunftskompass“, und Robert Böbel, der den Wettbewerbssong und die zukünftige Hymne des „Zukunftskompass“ „Ein Leben lang“ komponiert hat, hatte es wirklich nicht leicht.
Rebecca, Silvia und Lisa bestachen durch ihre wirklich sehr individuellen Interpretationen von „Ein Leben lang“ und jeweils einem zweiten, selbst gewählten Stück. Rebecca sang „Angel“ von Sarah McLachlan – ähnlich getragen und doch leicht, wunderbar präzise. Silvia hatte sich „Can You Feel the Love Tonight“ aus dem „König der Löwen“ ausgesucht; mit ihrer Leistung am Dienstagabend hätte sie das Lied auch ohne weiteres für den Film einsingen können. Lisa schließlich trug „Solange Bill mich will“ aus „Oliver“ vor, einem Musical nach Charles Dickens’ berühmter Geschichte des Waisenjungen „Oliver Twist“, und brachte so für wenige Minuten dieses große Musical auf die doch verhältnismäßig kleine Bühne der Luise. Der Kommentar „Gänsehaut“ des Mitarbeiters am Mischpult sagte darüber eigentlich alles.
Alle drei ernteten fast schon frenetischen Applaus – aus den Reaktionen des Publikums war die Siegerin im Vorfeld kaum auszumachen.
Doch auch abseits der eigentlichen „Stars“ des Abends hatte die Veranstaltung einige Überraschungen parat: ein durchaus anspruchsvolles Rahmenprogramm um die Auftritte der drei Finalistinnen.
Den Anfang machten die HipHop-Tanzgruppen „Crazy Socks“ und „Mit Schirm, Charme und Melone“, nach Rebecca trat der vor nur fünf Wochen gebildete Chor der Luise mit „Billy Jean“ des „King of Pop“ auf. Die Zeit zwischen den Auftritten von Silvia und Lisa überbrückte Dominik Wolf zusammen mit Julia Kalaß und einigen sehr „loungigen“ Stücken zwischen Akustik und Independent. „Me and Reas“ – Andreas Jäger, ein junger Songwriter aus Fürth begeisterte, während die Jury ihrer schwierigen Arbeit nachging. Und durch den Abend führte Nic, Moderatorin von Radio NRJ.
Alles in allem war es ein wunderbarer Abend, der einmal mehr zeigte, dass im Kleinen oft die größten Überraschungen versteckt liegen. Und was Jugendprojekte, städtische Förderprogramme hervorbringen können. Wirkliche Stars. Und von jedem Einzelnen, von jeder Einzelnen werden wir in Zukunft hoffentlich noch mehr sehen – besser hören.