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Ein Mahnmal für die Bücherverbrennung?

NZ-Leserfrage - 22.01. 18:29 Uhr

Nürnberg  - Am 10. Mai 2013 wird es 80 Jahre her sein, dass die Anhänger des nationalsozialistischen Gedankenguts in ganz Deutschland Bücher von Autoren, die nicht in das NSDAP-Weltbild passten, verbrannten. Das war ein barbarisches Zeichen für die Kulturlosigkeit und Intoleranz der braunen Bewegung. Auch in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, wurden Bücherberge aufgeschichtet und angezündet.

Hauptmarkt in Nürnberg
Hauptmarkt in Nürnberg
Foto: Roland Fengler
Hauptmarkt in Nürnberg
Hauptmarkt in Nürnberg
Foto: Roland Fengler

Ein Lesekreis von Bücherfreunden, zu dem auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Frieser gehört, hat jetzt angeregt, dass eine Gedenktafel in der Nähe des Schönen Brunnens angebracht wird, um an die Bücherverbrennung zu erinnern. Ins Gespräch wurde auch ein richtiges Mahnmal auf dem Hauptmarkt, der schon einmal Adolf-Hitler-Platz hieß, gebracht. Dieses Mahnmal könnte bei der anstehenden Umgestaltung des Hauptmarkts berücksichtigt werden. Die Grünen haben jedenfalls schon einmal einen Wettbewerb für die angemessene Form des Erinnerns und Gedenkens an die Bücherverbrennung gefordert.

OB Ulrich Maly und Kulturreferentin Julia Lehner setzen dagegen auf eine ausführliche Information über das Ereignis im Internet. Der Hauptmarkt, so ihre Befürchtung, könnte mit Plaketten und Mahnmalen sonst überfrachtet werden.



Man wird dann sicherlich fragen müssen, mit welchen weiteren Mahnmalen an die Schandtaten der Nationalsozialisten erinnert werden soll. Verbrechen gegen Menschen hat es zwischen 1933 und 1945 genug gegeben. Der bisherige Weg Nürnbergs, über die Vergangenheit mit Informationstafeln und Ausstellungen aufzuklären und Wissen zu vermitteln, würde durch ein Mahnmal in seiner Stringenz unterlaufen.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Ein Mahnmal für die Bücherverbrennung?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf der rechten Seite ab. Über die Leserfrage diskutieren können Sie im Internet auf unserer Debattenseite „Senf dazu“.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht die Stadt einen Baureferenten?“ Mit Ja antworteten 52 Prozent, mit Nein 48 Prozent. Die Mikrowelle hat Anke Ackermann aus Nürnberg gewonnen. In dieser Woche verlosen wir unter den Teilnehmern an der Leserfrage einen Camcorder „Action HD“.

In der Regel kommentiert die NZ die Umfrageergebnisse nicht. Der Lokalredaktion wurde aber berichtet, dass Mitarbeiter in der Bauverwaltung angehalten waren, für einen eigenständigen Baureferenten zu klicken. Wenn das tatsächlich der Fall war, dann ist das Ergebnis für die Anhänger eines unabhängigen Baureferenten noch niederschmetternder als es eh schon ist. 



fis

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