|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Selma Ikinger ist Imageberaterin und nimmt sich heute im Rahmen des Ethikunterrichts zweier achter Klassen an der Peter-Vischer-Schule an. Die Realschüler müssen sich demnächst bewerben. Damit sie wissen, wie sie einen möglichst guten ersten Eindruck machen, zeigt Ikinger ihnen, welche Farben sie besonders gut tragen können – und welche sie besser meiden sollten.
Wie wichtig der erste Eindruck beim Bewerbungsgespräch ist, weiß die Imageberaterin aus eigener Erfahrung: Sie war jahrelang bei renommierten Firmen wie Mannesmann und Datev im Personalwesen tätig. „Man achtet nun mal zuerst aufs Äußere: Gesicht, Haare, Figur, Kleidung – das ist das erste, was der Personalchef sieht.“
Aber auch später im Arbeitsalltag spielt das Aussehen eine große Rolle: „Ich musste immer wieder mit Mitarbeitern Gespräche führen, in denen ich Männer darauf hinwies, dass, wenn sie einen Bart tragen, dieser gepflegt sein muss. Manchen war offenbar auch nicht klar, dass man sich jeden Tag duschen sollte“, berichtet Ikinger.
Einmal sei ein Kollege zu ihr gekommen und habe sich darüber beschwert, dass die ihm gegenüber sitzende Kollegin ein durchsichtiges Kleid trage. „Erst habe ich gedacht, der spinnt. Aber es war tatsächlich so transparent, dass der Arme sich nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren konnte. Wir haben die Kollegin dann zum Umziehen nach Hause geschickt“, erzählt die Imageberaterin.
Probleme mit unangemessener Kleidung gibt es bei den Klassen 8n und 8k nicht: Alle sind gepflegt, die Jungs tragen schicke Gelfrisuren, die Mädchen modische Kleidung. Und doch gibt es auch bei den Realschülern noch Optimierungsbedarf: Sein braunes T-Shirt etwa steht Direncan nicht wirklich, ein dunkles Grün schon eher. Nach der Beratung weiß der 15-Jährige: Er ist ein Herbsttyp.
Was den passenden Kleidungsstil im neuen Job angeht, solle man sich einfach an die bestehende Kultur des Unternehmens anpassen. „Man merkt ja sehr schnell, was dort angebracht ist und was nicht.“ Und wer dann noch seinen Typ mit den richtigen Farben und Schnitten unterstreicht, kommt umso besser an. Direncan etwa hat ein eher rundes Gesicht – und bekommt deshalb den Tipp, am besten einen V-Ausschnitt zu tragen. „Das streckt das Gesicht optisch“, erklärt die Imageberaterin. Instinktiv hat Direncan mit seinen Haaren alles richtig gemacht: Sie sind nach oben frisiert, was das Gesicht ebenfalls schmaler erscheinen lässt.
Lehrerin Cosima Schlichte hat sich die Aktion ausgedacht. Sie möchte ihre Schüler besser auf den Bewerbungsmarathon vorbereiten, der in den kommenden Monaten auf sie zukommt. Marlene Molitor von Vischers Kulturladen stellte den Kontakt zur Imageberaterin Ikinger her. Cosima Schlichte möchte die Zusammenarbeit gern noch weiter ausbauen: Ein drei- bis viertägiger Kurs soll für die Achtklässler der Peter-Vischer-Schule installiert werden. Dabei sollen allgemeine Benimmregeln, Tischmanieren und wichtige Fertigkeiten wie etwa das Telefonieren mit Fremden trainiert werden.
Nach der Farbberatung geht es weiter mit dem Bestimmen des Figurtyps. „Es kommt nicht auf die Kleidergröße an, sondern allein auf die Proportionen. Wenn man sich dementsprechend kleidet, sieht man immer gut aus“, sagt Selma Ikinger. Die 16-jährige Gözde wird vermessen. Ideal sei es, wenn der Oberkörper – gemessen vom Hüftknochen aus – genauso lang sei wie die Beine. Bei Gözde ist das der Fall. „Da muss nichts kaschiert werden“, befindet die Imageberaterin.
Anders ist es bei Vasilios. Der 15-Jährige hat einen relativ langen Oberkörper. Ikinger rät ihm zu hochsitzenden Hosen, die die Beine optisch länger wirken lassen. „Ich weiß, das ist gerade nicht modern. Aber ihr müsst euch überlegen: Wollt ihr euch modern oder eurem Typ entsprechend kleiden?“ Zudem solle Vasilios die Schuhe in der gleichen Farbe wählen wie die Hose. Auch das streckt die Beine.
Selma Ikinger ist es wichtig zu betonen, dass man keinem Schönheitsideal hinterherhecheln sollte. „Die Jungs und Mädchen, die ihr auf Plakaten seht, sind alle retuschiert. Die sehen in Wirklichkeit aus wie ihr alle hier. Es geht nur darum, den eigenen Typ zu unterstreichen und das beste aus seinem Aussehen zu machen.“ Dann klappt es auch mit dem Bewerbungsgespräch.