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Flughafen bekommt ein Entwicklungskonzept

"Das Wachstumspotenzial ist da" - 04.02. 10:27 Uhr

Nürnberg  - Der Nürnberger Flughafen soll ein neues Entwicklungskonzept bekommen. "Wir wollen die Potenziale des Flughafens ausloten. Das ist kein Sanierungskonzept, sondern ein Entwicklungskonzept", sagte Finanzminister Markus Söder am Freitag nach seiner Flughafenkonferenz.

Vor allem in Osteuropa sollen die neuen Ziele für den Flughafen liegen, wenn die Fluglinien mitmachen. Mit Barcelona wird im Sommer ein attraktives Ziel in Südwesteuropa neu ins Programm aufgenommen: Die Flughafengeschäftsführung hofft, dass es auch angenommen wird.
Vor allem in Osteuropa sollen die neuen Ziele für den Flughafen liegen, wenn die Fluglinien mitmachen. Mit Barcelona wird im Sommer ein attraktives Ziel in Südwesteuropa neu ins Programm aufgenommen: Die Flughafengeschäftsführung hofft, dass es auch angenommen wird.
Foto: Roland Fengler
Vor allem in Osteuropa sollen die neuen Ziele für den Flughafen liegen, wenn die Fluglinien mitmachen. Mit Barcelona wird im Sommer ein attraktives Ziel in Südwesteuropa neu ins Programm aufgenommen: Die Flughafengeschäftsführung hofft, dass es auch angenommen wird.
Vor allem in Osteuropa sollen die neuen Ziele für den Flughafen liegen, wenn die Fluglinien mitmachen. Mit Barcelona wird im Sommer ein attraktives Ziel in Südwesteuropa neu ins Programm aufgenommen: Die Flughafengeschäftsführung hofft, dass es auch angenommen wird.
Foto: Roland Fengler

Ziel sei, die Infrastruktur des Flughafens etwa durch weitere Geschäfte und ein Kongresszentrum auszubauen. Auch die Steigerung des Frachtverkehrs und eine verbesserte Verkehrsanbindung in die Region würden überlegt. Über Einsparungen und Mehreinnahmen hofft Söder, dass die Gebühren für die Fluggesellschaften gesenkt werden können. Niedrigere Kosten würden mehr Direktanbindungen – vor allem Richtung Osteuropa – möglich machen, so die Rechnung. Der Finanzminister schlägt auch eine bessere Verbindung zwischen Hafen und Flughafen vor. Das geplante Kongresszentrum am Flughafen (Airport Business Center) soll mit Hilfe der Messe vorangebracht werden. Auch Image und Marketing sollen verbessert werden.



Nachdem die Flughafen GmbH im vergangenen Sommer von Stadt Nürnberg und Freistaat eine Finanzspritze von je 20 Millionen Euro benötigt hatte, sollten auf der Flughafenkonferenz Ideen gesammelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Beteiligt waren Fluglinien, Kammern und Touristikfachleute. „Gesundschrumpfen ist jedenfalls die falsche Strategie“, sagte Söder.

Bei einer Exportquote in der Metropolregion von über 50 Prozent müsse der Flughafen als wichtige, überregionale Infrastruktureinrichtung positioniert werden, fordert Markus Lötzsch, Hauptgeschäftsführer der IHK: „Das Wachstumspotenzial ist da.“ Einen Zeitrahmen für die einzelnen Maßnahmen blieb Söder aber schuldig. Ungeklärt ist auch, wer denn die Umsetzung der Vorschläge im Einzelnen vorantreiben wird.

Von der Flughafengeschäftsführung saß jedenfalls bei der Verkündung der Tagungsergebnisse niemand am Tisch. Wie die behaupteten Wachstumspotenziale des Flughafens mit der Einschätzung von Flughafengeschäftsführer Karl-Heinz Krüger in Einklang zu bringen sind, wurde auf der Tagung ebenfalls nicht geklärt. Krüger hatte in einem Interview ein Passagieraufkommen von 4,1 Millionen für 2021 als realistisch bezeichnet.


Freistaat, Stadt und IHK lassen das Flughafenkonzept gemeinsam erarbeiten und übernehmen auch die Kosten in Höhe von 200000 Euro zusammen. Geplant ist, dass das Entwicklungskonzept, das auch die Bedürfnisse der Wirtschaft berücksichtigt, noch 2012 abgeschlossen wird. Oberbürgermeister Ulrich Maly, der zu dieser Tagung nicht eingeladen war, wollte die Ergebnisse nicht kommentieren: „Ich werde sie mir in Ruhe anschauen. Jeder gute Vorschlag ist willkommen.“ Man hätte die Vorschläge aber auch in einem geordneten Verfahren gemeinsam entwickeln können.

Laut Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel müssten die Kosten am Flughafen gesenkt werden, um ihn für die Airlines konkurrenzfähig zu machen. „20 Prozent der Touristen kommen mit dem Flugzeug“, sagte Hessel. Das zeige, wie wichtig der Flughafen für die Stadt sei. Als „Vision“ schwebt der Staatssekretärin vor, das trimodale Güterverkehrszentrum Hafen zusammen mit dem Flughafen zu einem „quatromodalen Güterverkehrszentrum“ zu entwickeln. Wirtschaftsreferent Michael Fraas forderte eine allgemeine Verbesserung der Rahmenbedingungen des Flughafens.

„Nordanbindung ist nicht mehr nötig“

Parallel zur Flughafenkonferenz des Finanzministers stellte das Bündnis „Nein zur Flughafen-Nordanbindung“ detailliert seine Argumente vor, warum diese nicht mehr nötig sei. „Aufgrund der guten U-Bahn-Anbindung des Flughafens ging der Verkehr auf der Flughafenstraße zwischen 2000 und 2010 um 18,5 Prozent zurück“, sagte Rainer Volck.

Weder werde durch die Direktanbindung des Flughafens an die Autobahn die Verkehrsbelastung am Bierweg halbiert, noch seien die Folgen des Tunnelbaus für das Grundwasser beherrschbar. Auch gebe es keinen plausiblen Zusammenhang zwischen steigenden Passagierzahlen und Verkehrsanbindung. Volck befürchtet, dass bei der Nordanbindung nicht der Flughafen im Vordergrund stehe, sondern das geplante Gewerbegebiet im Umfeld des Flughafens: „Ohne Verbesserung der Verkehrssituation kann das Gewerbegebiet nicht entstehen.“ 



André Fischer

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Zum Thema
Wir_brauchen_pfiffige_Ideen_soeder.jpg
Geburtsdatum:
5.1.1967
Beruf, Funktion:
Politiker


Kurzbeschreibung:
Der gebürtige Nürnberger ist Mitglied der CSU und für den Stimmkreis Nürnberg-West im bayerischen Landtag vertreten.
Markus Söder ist seit Ende 2011 bayerischer Finanzminister; zuvor hatte er das Amt des Umwelt- und Gesundheitsministers inne.
Zum Thema
Flughafen
Branche:
Flughafen
Sitz, Standort:
Nürnberg


Kurzbeschreibung:
Der 1955 im Nürnberger Norden eröffnete Airport ist der zweitgrößte Flughafen in Bayern und befördert jährlich rund vier Millionen Fluggäste. Über die Hälfte der Passagiere geht hierbei auf das Konto der Fluggesellschaft Air Berlin, die den Airport seit Ende 1997 als Drehkreuz für Urlaubsflüge nutzt.


Themenarchiv "Nordanbindung an den Nürnberger Flughafen"