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Fördererfest im Germanischen

Ein Stier als Dank für Zehetmairs Mut - 10.07.09

Nürnberg  - Was wäre die Kunst ohne Förderer? Einmal im Jahr steht im Germanischen Nationalmuseum (GNM) ein Abend im Zeichen des Dankes an die Kunstfreunde – gestern war es soweit: Das Fördererfest im GNM vereinte Kunst und kulinarische Genüsse in schönster Form.


Stimmungsvoller geht es nicht: Im Kreuzgang des GNM genossen die Förderer – darunter Renate Blank (MdB), Kulturreferentin Julia Lehner, Klaus Wübbenhorst (GfK), Matthias Everding (Sparkasse), Frank Inzko (BMW), Wolf-Rüdiger Knocke (Nürnberger Versicherung), Gunther Oschmann (Telefonbuchverlag Müller) – bei Kerzenschein u. a. Lammbraten mit Rosmarin, Rinderfilet in Dijon-Senf-Kruste oder Roulade von Lachs und Seezunge. Nach Besichtigung des Galeriebaus kredenzte Lehrieder marinierte Erdbeeren, Mousse-Variationen und fränkisches Kirschenmännle.
Stimmungsvoller geht es nicht: Im Kreuzgang des GNM genossen die Förderer – darunter Renate Blank (MdB), Kulturreferentin Julia Lehner, Klaus Wübbenhorst (GfK), Matthias Everding (Sparkasse), Frank Inzko (BMW), Wolf-Rüdiger Knocke (Nürnberger Versicherung), Gunther Oschmann (Telefonbuchverlag Müller) – bei Kerzenschein u. a. Lammbraten mit Rosmarin, Rinderfilet in Dijon-Senf-Kruste oder Roulade von Lachs und Seezunge. Nach Besichtigung des Galeriebaus kredenzte Lehrieder marinierte Erdbeeren, Mousse-Variationen und fränkisches Kirschenmännle.
Foto: Aslanidis

Wer hat schon Gelegenheit, feierlich im Kreuzgang zu dinieren und in die künstlerisch-planerische Zukunft des Museums Einblick zu erhalten? So deutete auch das Motto «Vom Zauber leerer, farbiger Räume» eindeutig auf Künftiges: Exklusiv wurden den Förderern die noch weitgehend leeren, aber bereits farbig gestalteten und auf den neuesten Stand der Technik gebrachten Ausstellungssäle im Galeriebau vorgestellt. Wolfgang Graf zu Castell-Castell, Vorstandsvorsitzender des Fördererkreises, zeigte sich zuvor bei seiner Rede im Aufseß-Saal jedoch glücklich, dass die ca. 350 Gäste dem Motto «nur teilweise gefolgt» waren: «Der Saal ist bunt, aber bei weitem nicht leer, sondern gut gefüllt!»

Zudem konnte er den vom GNM-Verwaltungsrat in vorhergehender Sitzung frischgewählten neuen Vorsitzenden Klaus-Dieter Lehmann begrüßen. Lehmann folgt Hans Zehetmair nach, der seit 1993 das oberste Führungsgremium des Museums «mit viel Engagement, organisatorischem Geschick und Weitblick geleitet hat», so Graf Castell, der Zehetmair zum Dank einen Abguss des Hallstätter Stieres (Original steht im GNM) als Sinnbild für eingesetzte Kraft, Mut und Durchhaltevermögen überreichte.

Generaldirektor Ulrich Großmann erinnerte in diesem Zusammenhang an den Beginn der 90er Jahre: «Es gab eine durchaus ernst zu nehmende Diskussion um eine Zusammenlegung des GNM mit dem Deutschen Historischen Museum in Berlin. Die Wahl Hans Zehetmairs zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats hat damals diese gefährliche Diskussion beendet. Das GNM», so Großmann, «wurde als wissenschaftliche Einrichtung sogar gestärkt.» Und nicht nur das: Der Ruf des GNM weit über die Grenzen Bayerns hinaus sei durch seine wissenschaftliche Kompetenz, seine Ausstellungen und die kontinuierliche Arbeit mit den Sammlungsobjekten beständig gewachsen. «Ich möchte Hans Zehetmair aus ganzem Herzen meinen tiefen Dank für seinen Einsatz und die gemeinsamen Anstrengungen der letzten Jahre aussprechen!» Zehetmair dankte seinen Mitstreitern aus dem politischen wie aus dem künstlerischen Bereich. «Ich gehe mit Dankbarkeit aus diesem verantwortungsvollem Amt. Ich war stolz, bei einem Museum von internationalem

Rang mitwirken zu dürfen. Ich gehe mit Anerkennung an das Haus, das alle Chancen hat, in vorderster Reihe der Museen stehen zu dürfen. Alles Gute!»

Wolfgang Graf zu Castell-Castell ließ auf eine kurze Rückschau finanzielle, personelle und künstlerische Aus- und Einblicke folgen: «Wir gehen mit einem ordentlichen Finanzpolster von gut 250 000 Euro, Stand zur Jahresmitte, in die Zukunft», erfreute er das Auditorium, zudem sei der Fördererkreis in den vergangenen zwölf Monaten um 14 Personen gewachsen. Appetit machte er den Kunstbegeisterten bereits auf die Ausstellung «Plakativ. Produktwerbung im Plakat» Ende November: Die «Nürnberger Plakatsammlung» zähle zu den großen Sammlungen ihrer Art in Deutschland – «in einer repräsentativen Auswahl wird sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt». Was aber würde für die Förderer das Projekt 2009/2010 werden?

«Am 17. März 2010 wird die neue Schausammlung ,Frühe Neuzeit, Kunst und Kultur von der Renaissance bis zur Aufklärung‘ eröffnet und damit ein Kernbestand des Museums der Öffentlichkeit im neuen Glanz übergeben», blickte der Vorstandsvorsitzende voraus (siehe «Stichwort»). 2004 musste der ursprüngliche Platz dieser Sammlung im Obergeschoss des sogenannten Galeriebaus aufgrund baulicher Mängel geschlossen werden – für 5,5 Millionen Euro wurde die Fläche von 1800 Quadratmetern nun renoviert.

«Es ist ein zentrales Anliegen, eine ästhetisch wie inhaltlich attraktive Präsentation mit möglichst optimalen konservatorischen Bedingungen zu verbinden», erläuterte Graf Castell – und ließ die Katze aus dem Sack: «Wir prüfen derzeit mit dem Direktorium des Museums, in welcher Form der Fördererkreis diesen wichtigen Abschnitt finanziell begleiten und unterstützen kann.» Was bislang davon zu sehen ist? Eben leere, farbige Räume, die «auf den Einzug einer einzigartigen Sammlung warten», wie es Großmann formulierte.

Verbal und bildlich schürte Daniel Hess, stellvertretender Generaldirektor und Leiter der Abteilung Gemälde bis 1800, schon mal die Neugier der Förderer. Anhand historischer Aufnahmen gab Hess einen interessanten geschichtlichen Überblick zur Entwicklung der Räume bis 2004.

Bevor der bauliche Rahmen eingehender beäugt wurde, galt es, sich von Kunst umrahmt zu stärken. Im Kreuzgang. So ist es seit Jahren Usus. 



Anabel Schaffer

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