|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
»Ein Discount-Tarif für Abseiler, Arbeitsscheue und Trinker? Das ist Hohn für alle, die arbeiten und was leisten«, empört sich der Nutzer »Cosimo«. Oder »Grosser«: »Die Forderung ist unverschämt. Nein, nein und nochmal nein!« Sie sind nicht allein: Die meisten User lehnen ein Sozialticket als zu kostspieligen politischen Schachzug vehement ab. Mit diesem bekämen Sozialleistungsempfänger stark vergünstigte Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel. Die Stadt Nürnberg lässt im Moment die Wirtschaftlichkeit berechnen, um dann 2011 die Idee umzusetzen oder eben zu beerdigen.
Bei der NZ-Leserfrage hingegen stimmte eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Einführung des Sozialtickets. Dazu zählte sicher Bianka Straubel, die im Blog als Hartz-IV-Empfängerin begründet, warum das Ticket als Zeugnis der Demokratie die gesellschaftliche Teilhabe für Ärmere verbessern würde und wie sehr sie sich ärgert, als »Wohlstandsmade« verunglimpft zu werden. Auch Christian Hartmann argumentiert dafür, »soziale Mindeststandards durchzusetzen, die jedem Menschen zustehen. Dazu gehört auch die Mobilität, die wie Gesundheit, Bildung etc. nicht vom Geldbeutel abhängig sein sollte«.
Mittelstand beschwert sich
Doch: »Wieso gehen wir noch arbeiten?«, schimpft Sabine Awerkow. »Wer denkt denn an den kleinen Mittelstand?«, fragt Martina Gillitzer. Auch Normalverdiener müssten heute streng rechnen, um ihren Alltag zu finanzieren. Und die, die man zur Kasse bitten könnte, säßen ohnehin nur bequem im Auto. »Red.File« wünscht sich statt eines Sozialtickets den Ausbau des Nahverkehrs in strukturschwachen Gegenden. »Steuerzahler« schlägt vor, nur den unverschuldet Verarmten wie etwa manchen Rentnern Vergünstigungen zu geben, aber nicht den »arbeitsunwilligen Sozialschmarotzern«.
Erstaunlich häufig bemühen die Gegner eines Sozialtickets übrigens das Klischee vom arbeitslosen »Hartzer« (auch: »Hartzi«), der, anscheinend zum Schwimmen geboren, kostenlos ins Freibad fahren möchte. Als ob in Deutschland so häufig Freibadwetter wäre . . . Nutzer »Sozialticket jetzt« lässt sich sogar darauf ein. »Darf nicht auch ein Mensch ohne Job die Sonne im Freibad genießen oder den Weg zum Facharzt oder Bewerbungsgespräch bezahlt bekommen, ohne dass eine Ungerechtigkeit angeprangert wird? Nicht immer gegen die Schwächeren hetzen, sondern was tun gegen die eigene Unzufriedenheit.« isa
Diskutieren Sie weiter zum Thema unter
http://blog.nz-online.de/senf