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Im Oldtimer nach St. Johannis

Themenfahrt zu Handwerkergräbern - 01.09. 08:00 Uhr

Nürnberg  - Am kommenden Sonntag, 5.September, können geschichtsinteressierte Bürger gleich auf doppelte Weise in Nürnbergs Vergangenheit eintauchen: Die Straßenbahnfreunde veranstalten eine Führung über den Johannisfriedhof – und chauffieren ihre Gäste in einem historischen Omnibus dorthin. Treffpunkt ist das alte Straßenbahndepot in St. Peter.


Straßenbahnfreund Walter Goosmann in der historischen Uniform eines Schaffners vor dem Oldtimer.
Straßenbahnfreund Walter Goosmann in der historischen Uniform eines Schaffners vor dem Oldtimer.
Foto: Roland Fengler

Die Themenfahrten, die der Verein „Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn“ in Kooperation mit der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) anbietet, sind schon seit 2001 eine feste Tradition. Jeweils am ersten Sonntag des Monats zwischen März und November fährt der Verein mit seinen Gästen in ausgesuchte Winkel der Stadt.

Diesmal werden die Kunden in einem 1969 gebauten Omnibus, der bis zum Jahr 1980 Fahrgäste durch Nürnberg kutschierte, nach St. Johannis zum dortigen Friedhof befördert. Im Mittelpunkt der Führung, die Walter Goosmann von den Straßenbahnfreunden konzipiert hat, stehen jedoch nicht die prominenten Toten, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, wie der Maler Albrecht Dürer oder der Philosoph Ludwig Feuerbach. Goosmann wird anhand der Epitaphe auf den Gräbern den Besuchern vielmehr einiges erzählen über heute in Vergessenheit geratene Berufe wie den Panzermacher oder den Schellenmacher.

Die Epitaphe zeigen die Handwerker bei ihrer Arbeit. Etwa den Goldschlager, wie er auf seinem Hocker mit Kissen sitzt und mehrere Lagen Gold mit einem schweren Hammer bearbeitet, um daraus feine Goldplättchen herzustellen. Die 1623 entstandene Grabstätte des Goldschlagers Wolfgang Orttlauff ziert obendrein ein Engel, der auf einem Totenkopf ruht. Eine Sanduhr symbolisiert die Vergänglichkeit des Lebens. „Und die Waage deutet darauf hin, dass er ein ausgewogenes Leben geführt hat“, erläutert Goosmann.

Der 67-Jährige, der schon seit 1976 den Straßenbahnfreunden angehört, wird jedoch nicht nur anhand von neun bis zehn Gräbern über verschiedene Berufe referieren, sondern auch über die soziale Situation der Handwerker in der Zeit um 1550 berichten. Seinerzeit gehörte Nürnberg zu den führenden Handelsstädten des damaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Handwerker waren jedoch von der politischen Mitwirkung ausgeschlossen. Immerhin gab es ein Fürsorgesystem und Stiftungen von Patriziern, damit in Not geratene Handwerksleute aufgefangen werden konnten.

Die Themenfahrt beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr im Historischen Straßenbahndepot St. Peter (Schloßstraße 1). Ist der Andrang zu groß, wird um 15.30 Uhr eine zweite Führung angeboten. Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro. Anmeldung unter 283-4646 oder im Internet unter www.vag/veranstaltung



  





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