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Die Frage, welches das beste Gesellschaftsspiel sei, wird Jürgen Zeh häufig gestellt. Der 56-Jährige muss es doch wissen, schließlich ist er Spielpädagoge und hat selbst 1000 Spiele zu Hause. „Es lässt sich nicht beantworten, was ein gutes Spiel ist“, sagt Zeh. Denn jeder hat andere Vorlieben, Stärken und Schwächen. Wer zum Beispiel schlecht verlieren kann, sollte Teamspiele wie „Tabu“ spielen. „Es mindert die Schmach des Verlierens, wenn das einer ganzen Gruppe passiert“, so Zeh.
Vor allem Eltern glauben, Kinder sollten Spiele bekommen, bei denen sie lernen, Defizite auszugleichen. Kann ein Kind schlecht rechnen, bekommt es ein Zahlenspiel, hat es ein schlechtes Gedächtnis, schenkt man ihm ein Memory. Sicher, sagt Zeh, können Spiele Schwächen mildern, dennoch sollte man zum Einstieg nicht gleich mit so einem Spiel beginnen, besser sei beispielsweise eines der lustigen Spiele, die bei den Deutschen am besten ankommen.
Der Spielpädagoge weiß natürlich, dass nicht jede Familie hunderte Spiele ausprobieren kann. „Aber es gibt in Nürnberg zum Beispiel den Spieleclub Ali Baba, dort kann man Spiele testen.“ Eine andere Möglichkeit ist, die Ausstellung „Mitspieler gesucht!“, die noch bis zum 21. November im Fembohaus läuft, zu besuchen. Auch dort warten viele Gesellschaftsspiele, darunter auch Neuheiten.
Kinder, die nicht verlieren können, säßen in Deutschland an vielen Spieltischen. Ein Rezept gegen den Frust beim Spiel hat Zeh auch: „Das beste Trainingsgerät ist ein Glücksspiel, zum Beispiel ein Würfelspiel, da gewinnt mal der eine, mal der andere.“ Ein Kind müsse lernen zu verlieren, das sei eine gute Schule fürs Leben.
Der Spielpädagoge wird fuchsteufelswild, wenn er Eltern sagen hört: „Dann lasse ich das Kind eben gewinnen, natürlich so, dass es das nicht merkt.“ „So etwas ist unmoralisch und eine Form von Betrug.“ Verlieren kann man auch trainieren. Und wenn die Stimmung am Spieletisch doch mal wieder kippt? „Dann sollte man das Kind ablenken, es macht auch nichts, wenn es mal kurz den Tisch verlässt und erst zurückkommt, wenn es sich beruhigt hat. Auf keinen Fall sollte man den Verlierer beschimpfen oder auslachen.“
Wer selbst schlecht verlieren kann, kann schon während des Spieles gegensteuern: „Wenn ich merke, ich kann nicht mehr gewinnen, kann es helfen, ein neues Spielziel festzulegen, zum Beispiel, zweiter Sieger werden zu wollen.“ Und wenn gar nichts mehr geht, sollte man auch einen Spielabbruch dulden.
Zeh hatte viele gute Tipps für Spieler, er beantwortete auch, warum die Verpackungen der Spiele immer größer werden. Es sei erwiesen, dass Kinder im Geschäft immer nach den größten Kisten greifen – das wissen auch die Hersteller.
Ausstellung "Mitspieler gesucht" im Fembohaus, Burgstraße 15: Di.-Fr.: 10-17 Uhr, Sa., So.: 10 bis 18 Uhr. Infos zum Spiele-Club unter www.ali-baba-spieleclub.de.