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Jubelnde Reiter und neugierige Nachbarn

Bürgerversammlung im Nürnberger Norden - 06.10. 07:40 Uhr

Nürnberg  - Die Reitclubs im Nürnberger Norden können aufatmen: Der Loeschweg darf ab sofort in beide Richtungen von Reitern benutzt werden, das sicherte ihnen Bürgermeister Horst Förther auf der Bürgerversammlung für Ziegelstein und Buchenbühl zu. Heftig kritisiert wurde das Vorgehen von Gesundheitsminister Markus Söder bei der Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn.

Reiter vom Reitclub, Fahrrad und Hund begegnen sich im Wald und konkurrieren auf dem schmalen Weg. Deshalb wollen die Reiter einen eigenen Weg.
Reiter vom Reitclub, Fahrrad und Hund begegnen sich im Wald und konkurrieren auf dem schmalen Weg. Deshalb wollen die Reiter einen eigenen Weg.
Foto: Karlheinz Daut
Reiter vom Reitclub, Fahrrad und Hund begegnen sich im Wald und konkurrieren auf dem schmalen Weg. Deshalb wollen die Reiter einen eigenen Weg.
Reiter vom Reitclub, Fahrrad und Hund begegnen sich im Wald und konkurrieren auf dem schmalen Weg. Deshalb wollen die Reiter einen eigenen Weg.
Foto: Karlheinz Daut

Mit der Freigabe des Loeschwegs geht eine seit drei Jahren andauernde Auseinandersetzung zu Ende. Wenn die Reiter im Nürnberger Norden ihre Hauptgebiete erreichen wollen, dann müssen sie Wege benutzen, für die ein Reitverbot besteht, die NZ berichtete. Dabei gibt es immer wieder Auseinandersetzungen mit Fußgängern und Radfahrern. Betroffen ist vor allem der Loeschweg. Für dieses Nadelöhr besteht Reitverbot in einer Richtung. Vor zwei Jahren versprach Förther, das Problem mit dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) zu lösen. Nach einer eineinhalbjährigen Planungszeit für den neuen Weg waren die Angebote der Firmen so teuer, dass das ganze Verfahren noch einmal aufgerollt wird, so der Bürgermeister. Bis eine endgültige Lösung gefunden wird, dürfen die Reiter den Loeschweg in beide Richtungen benutzen, sicherte Förther zu. Diese Entscheidung versetzte rund 40 anwesende Reiter, die eigens zwei Pferde mitgebracht hatten, in Jubellaune.



Die Probleme im Nürnberger Norden sind seit Jahren Dauerprobleme: Ärger mit den Diskothekenbesuchern in Klingenhof, zugeparkte Straßen in Ziegelstein und Kritik an der geplanten Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn. Tobias Schmidt, Vorsitzender des Bürgervereins Nürnberg–Nord, erhielt von Baureferent Wolfgang Baumann keine Antwort, wie das Lärmproblem durch starken Autoverkehr am Bierweg gelöst werden kann. Eine verkehrliche Alternative der Stadt zur Nordanbindung des Flughafens gibt es aber offenbar nicht. Schmidts Vorschlag, eine Anwohnerparkregelung einzuführen, lehnte Baumann aufgrund der rechtlichen Bestimmungen ab.

Günther Benkert, wichtigster Akteur im Bündnis „Nein“ zur Flughafen-Nordanbindung, kritisierte heftig die in der vergangenen Woche von Umweltminister Markus Söder vorgestellte „regionale Ökobilanz“ der Nordanbindung: Er bezweifelte die Daten im Detail, lehnte Söders Schlussfolgerungen und Prognosen für die Entwicklung des Flughafens als überzogen ab. Benkert bemängelte auch die fehlende Überprüfbarkeit der Studie, weil sie weder im Internet noch gedruckt vorliege. Söder hatte mit dieser Ökobilanz die Vorteile der Nordanbindung für die Bewohner Ziegelsteins sowie die Ausgleichsmaßnahmen für den Reichswald herausgestellt, die NZ berichtete.

Ab heute mobile Luftmessungen in Ziegelstein

Söders Ministerium reagierte schnell: Ministeriumssprecherin Ulrike Strauß sicherte gestern zu, dass die Ökobilanz in der kommenden Woche im Internet stehen werde und OB Ulrich Maly sie schriftlich erhalte. Auch werde ab heute mit mobilen Messstationen die Luftqualität in Ziegelstein überprüft, um genaue Aussagen über die Belastungen der Bevölkerung an den Brennpunkten treffen zu können. Parallel dazu wird die fest installierte Luftmessstation des Bayerischen Umweltamts in der Ziegelsteinstraße abgebaut, weil es keine Überschreitungen von Grenzwerten in diesem Jahr gab, so Umweltreferent Peter Pluschke.

Benkert mahnte an, dass die Bevölkerung insgesamt ihr Verhalten überprüfen und sich fragen müsse, ob wirklich jede Fahrt mit dem Auto nötig sei. Als Beleg führt er seine Nachbarn an, die mehrfach am Tag, wahrscheinlich unnötigerweise, mit dem Auto zum Einkaufen ausrücken würden: Es geht doch nichts über soziale Kontrolle. Diesen Ansatz für die Lösung von Verkehrsproblemen mag man gar nicht weiterdenken.

  



André Fischer

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