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Das fränkische Faschingsmuffel-Gen scheint sich erst in späteren Jahren durchzusetzen – solange die Nürnberger klein sind, macht das Verkleiden einfach Spaß. Und da ist es ganz egal, wo man herkommt. Nun ja, für eine echte Faschingshochburg reicht es vielleicht trotzdem nicht; da hätten sich auch die Eltern etwas mehr anstrengen müssen. Aber immerhin: Einige wenige haben nicht nur ihre Kinder, sondern auch sich selbst verkleidet. Die Erzieherinnen und Erzieher sind da schon vorbildlicher: Fast alle sind verkleidet. Und es sind ja sowieso die Kleinen, die an diesem Tag die Hauptrolle spielen sollen.
„Wie die Zeit vergeht“ ist das Motto des Evangelischen Kindergartens Christuskirche in Steinbühl. Die Kinder haben in den vergangenen zwei Monaten alle ihre Kostüme zum Thema Jahreszeiten selbst gebastelt. „Sie haben genäht und geklebt, was das Zeug hält“, erzählt Erzieherin Nicole Ostermayr. Da gibt es Schneemänner, Blumen und Käfer. Nach der langen Vorbereitungszeit sind die Kinder aufgeregt und wollen ihre Werke unbedingt vorführen. Und ganz nebenbei haben sie etwas über den alljährlichen Wandel der Natur gelernt.
Das Kinderhaus Kiste im Kirchenweg zeigt, wie viele Gesichter die Stadt hat: Polizisten leben hier, orientalische Schönheiten, ein Häschen, aber (jedenfalls in der Fantasie der Kinder) auch Piraten und Hexen.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen unter anderem das Chaos-Orchester des Bauspielplatzes, die Sambagruppe von „SambaJu-Co“, die Trommelkids des Aktivspielplatzes – und nicht zu vergessen Geraldino. Bei so viel feurigen Rhythmen hat die Kälte keine Chance. Auch die Kinder, die nur zum Zuschauen gekommen sind, bringt der Faschingszug ins Schwitzen: Wer Bonbons ergattern will, muss schnell sein.
Die Kinder vom Aktivspielplatz Grünewald haben über ihre Verkleidung abgestimmt, sie sind als Schlümpfe verkleidet. Dass das wohl auch etwas mit dem aktuellen Kinofilm zu tun hat, vermutet Pädagoge Marc und kratzt sich die blaue Nase.
Dann ist es endlich so weit: Der Zug setzt sich in Bewegung. Und die kindliche Begeisterung zaubert sogar ein paar Passanten ein Lächeln aufs Gesicht – trotz Faschingsmuffel-Gen.