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Kleine Wunder mit Stickstoff

Gaumengenüsse bei Lehrieders «Trend-Event»: - 25.10.07

«Ah» und «Oh» waren an diesem Abend die wohl meistgehörten Laute: Familie Lehrieder hatte am Dienstag zum ersten «Trend-Event», einer räumlich wie kulinarisch aufwändig in Szene gesetzten Veranstaltung, in den Hauptbetrieb nach Fürth geladen. Doch mit exotischen Gaumengenüssen allein gaben sich die Kreateure hier nicht zufrieden: In einem 500 Quadratmeter großen, zum Teil im asiatischen Stil dekorierten Zelt präsentierte Nordbayerns größter Premiumanbieter im Event- und Cateringbereich 250 geladenen Gästen, dass es heute nicht mehr mit exzellenten Speisen getan ist . . .


Kochen in flüssigem Stickstoff? Molekulare Küche macht’s möglich: Starkoch Heiko Antoniewicz (rechts) schätzt die Arbeit im Frontbereich: «Die Reaktionen kommen ganz direkt!»
Kochen in flüssigem Stickstoff? Molekulare Küche macht’s möglich: Starkoch Heiko Antoniewicz (rechts) schätzt die Arbeit im Frontbereich: «Die Reaktionen kommen ganz direkt!»
Foto: Gerullis

Unterhaltung, Tischdekoration, wie die thematische Ausrichtung einer Veranstaltung gehören zur aktiven Gestaltung eines echten «Events». Fingerfood, Ayurveda-, Kräuter- und Blütenmenü wie auch neueste Trends aus der Molekularen Küche wurden demnach nicht einfach serviert: Models, ob kurz geschürzt, sportlich, im Tigerhemdchen, Business-, Marine- oder Body-Painting-Look präsentierten die Teller mit anregenden Gaumenerlebnissen auf dem roten Teppich. Da reckten sich die Hälse, besonders, wenn es dampfte .

Und es dampfte noch oft und geheimnisvoll in den kommenden Stunden! René Lehrieder und Nadine Lehrieder-Teufel hatten bei ihrer Begrüßung per Live-Schaltung in der Küche Starkoch Heiko Antoniewicz über die Schulter gesehen: Er präsentierte später live die angekündigten «Wunder der Molekularen Küche». Nun wurde probiert, goutiert, nachgeholt und genossen, quer durch die verschiedenartigen Kompositionen kulinarischer Raffinesse. «Das ist ein schönes Signal an Lehrieders Kunden, da gehören wir als Stadt ja auch dazu», sagte Wirtschaftsreferent Roland Fleck und blickte bewundernd auf Springbocklende mit Waldmeisterkrusteln, Babykürbis und Pastinakengratin.

«Ich habe mit Jürgen Lehrieder vor neun Jahren heftig geschimpft, als er sich hier in Fürth niederließ, und gesagt: ,Du musst aber weiter in Nürnberg tätig bleiben!‘. Auf der Messe haben wir ihn als zweiten Caterer eingesetzt - ein echter Glücksgriff. Heute macht er sich alle Ehre und uns noch neugieriger!» Angetan zeigte sich auch IHK-Präsident und GfK-Vorstandsvorsitzender Klaus L. Wübbenhorst: «Meine Frau und ich haben mit Lehrieder 2006 ,aus den 50ern in die 50er‘ gefeiert und wussten insofern, dass es heute ein gelungener Abend werden würde. Ich genieße mit Neugier, aber selber kochen würde ich nicht», gibt er zu, während er Heiko Antoniewicz beim «Kältekochen» beobachtet. In flüssigen Stickstoff bei minus 196 Grad versenkte er Löffelchen mit «Nitros», pastenartigen Kreationen u. a. aus Nougat mit Fleur de Sel oder grünem Tee mit Ingwer.

«Ich will auch, ich will auch!» - zwei Damen erkämpften sich die Plätze ganz vorne. «Die Aktion wie Rauch oder Knalleffekte haben bei der Molekularen Küche viele im Kopf. Aber es geht ja vor allem um neue Kombinationen und die Präsentation neuer Texturen und Techniken», erklärte Antoniewicz. «Heute ist es ein Trend, in wenigen Jahren spricht keiner mehr darüber, wie bei der Nouvelle-Cuisine oder der euro-asiatischen Küche. Da sind dann die besten Eigenschaften integriert.»

Senior-Chef Jürgen Lehrieder sprach entspannt aus, was sich wohl mancher dachte. «Die Molekulare Küche ist eine Modeerscheinung und nicht jedermanns Sache. Ich sehe hier jeden Tag die tollsten Dinge. Doch womit mich meine Frau immer fängt, ist eine ,Stadtwurst mit Musik‘!» 



Anabel Schaffer

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