Mit dem Zug reist man bis Bayreuth und dann mit dem Bus Nummer 329 nach Bischofsgrün am Fuße des Ochsenkopfes. Vom einzigen heilklimatischen Kurort in Nordbayern aus gibt es unzählige Wander- und Radtourenmöglichkeiten. Eine Tafel und ein Infopavillon in der Nähe des Rathauses informieren über Strecken und Markierungen. Da die großen Ferien vor der Tür stehen, hat die NZ diesmal einen familienfreundlichen Ausflug zusammengestellt.
Neben einem etwa dreistündigen Spaziergang zur Egerquelle erwartet Groß und Klein auch noch Spaß und Abenteuer. Früh am Morgen ist die Sommerhitze noch erträglich und alle frisch und ausgeruht. Deshalb beginnen wir mit dem "anstrengenden" Teil des Ausflugs, der etwa zehn Kilometer langen Wanderung.
Mit der Markierung "Blauer Kreis" steigen wir den Hang am Kurgarten hinab und auf der anderen Talseite steil zum Ortsteil Birn-stengel wieder auf. Nun wird der Weg schmaler und schmaler. Durch hohes Gras geht es über Felder und durch lichten Wald relativ eben weiter. Auch wenn der Pfad nicht überlaufen ist, ist er doch gut mit hölzernen Wegweisern ausgeschildert. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir die Egerquelle. Wem schon die Socken qualmen, auf den wartet nun ein erfrischendes Fußbad in der mit zwölf Granitsteinen umrandeten Quelle. Die heutige Quellfassung wurde 1923/1924 von der Stadt Eger errichtet. Den Bau unterstützten aber auch die Orte Weißenstadt, Marktleuthen, Königsberg, Falkenau, Elbogen, Karlsbad, Fischern, Klösterle, Kaaden, Saaz und Postelberg, die ebenfalls in den Quadern der Quellfassung verewigt sind. Einige Schritte entfernt haben die sudetendeutschen Heimatvertriebenen einen Gedenkstein aufgestellt.
Erdkundebegeisterte Kinder lesen aufmerksam die Infotafeln, die über die Waldquellen informieren. Das Fichtelgbirge ist Geburtsort zahlreicher Flüsse: Neben der Eger entspringen hier unter anderem Saale, Weißer Main, Fichtelnaab und Warme Steinach. Über einen fast 50 Kilometer langen Wanderweg sind zahlreiche dieser Quellen miteinander verbunden. Auch wir setzen unseren Weg nach einer Rast mit der Markierung schwarzes "Q" auf gelbem Grund fort. Schon vom Rastplatz aus entdecken wir die Straße, die überquert wird. Sofort tauchen wir wieder in den kühlen Wald ab. Nach wenigen Minuten erreichen wir einen Wegweiser. Mit der Markierung "Blau-Weiß-Blau" geht es zurück nach Bischofsgrün. Nach einer guten halben Stunde treten wir aus dem Wald und haben den 1024 Meter hohen Ochsenkopf direkt vor uns. Nur ein etwas in die Jahre gekommener Hotelkomplex stört das ansonsten harmonische Bild der Fichtelgebirgslandschaft. "Was machen wir heute Nachmittag?", fragt unser Wanderführer.
Kinder mit scharfen Augen sehen sofort den Sessellift und die Sommerrodelbahn und sind nicht mehr zu halten. Im Rekordtempo wandern wir zum gegenüberliegenden Nordhang des Ochsenkopfes und nehmen hier die Seilschwebebahn. Vier Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder kostet die Fahrt inklusive Rodelvergnügen. Gemütlich tuckern die Doppelsitzer am Hochseilklettergarten und der Skisprunganlage zur Mittelstation. Von hier aus geht es rasant wieder ins Tal: Die Sommerrodelbahn wartet immerhin mit zehn Steilkurven auf. Klar, dass es unten heißt: "Noch mal, noch mal!"
Wer es noch abenteuerlicher möchte, der kann rechts der Talstation zum "Oxenkopf Outdoorparc" aufsteigen. Im Kletterwald können Kinder und Erwachsene Höhenluft schnuppern. Ausrüstung und eine Einweisung gibt es vor Ort. Je nach Altersklasse, Mut und Können kann man verschiedene Parcours wählen. Das außergewöhnliche Abenteuer hat aber auch seinen Preis: Erwachsene zahlen 19 Euro Kinder und Jugendliche elf und 15 Euro. Kostenlos, aber deswegen nicht weniger spannend, ist der etwa eineinhalb Kilometer lange Walderlebnispfad am Ochsenkopf: Hier können Mädchen und Jungen den Wald mit allen Sinnen erleben: Da kann man sich beim Weitsprung mit Wildtieren messen, das Waldtelefon ausprobieren oder barfuß über den Tastpfad laufen. Für Familien mit kleineren Kindern, die vielleicht sogar einen Kinderwagen dabeihaben, ist der Bischofsgrüner Märchenwanderweg zu empfehlen. Er ist ab dem Rathaus ausgeschildert und bietet auf etwa zwei Kilometern Länge 14 Tafeln mit Märchenfiguren - nur die Geschichten von Dornröschen und dem gestiefelten Kater muss man noch selber erzählen.
Mehr im Internet unter: www.bischofsgruen.de
Mi. 01.02.12
Mi. 19.10.11
Fr. 19.08.11
Di. 31.05.11
Di. 24.05.11