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Nur das Nilpferdhaus verschandelt das Jubiläum

Tiergarten blickt auf 2011 zurück und kündigt Programm zum 100-jährigen Bestehen an - 20.01. 07:17 Uhr

Nürnberg  - "Es war eines der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des Tiergartens", sagt der stellvertretende Zoodirektor Helmut Mägdefrau im Rückblick auf 2011. 1,223 Millionen Besucher zählte man am Schmausenbuck, und heuer könnten es noch mehr werden. Denn zum 100-jährigen Bestehen des Tiergartens sind viele Jubiläumsveranstaltungen geplant.

Dort, wo einst die Kaimane ihr Bad nahmen, erläutert Tiergartendirektor Dag Encke die Schäden, die das alte Nilpferdhaus aus dem Jahr 1939 durch das feucht-warme Klima genommen hat.
Dort, wo einst die Kaimane ihr Bad nahmen, erläutert Tiergartendirektor Dag Encke die Schäden, die das alte Nilpferdhaus aus dem Jahr 1939 durch das feucht-warme Klima genommen hat.
Foto: Günter Distler
Dort, wo einst die Kaimane ihr Bad nahmen, erläutert Tiergartendirektor Dag Encke die Schäden, die das alte Nilpferdhaus aus dem Jahr 1939 durch das feucht-warme Klima genommen hat.
Dort, wo einst die Kaimane ihr Bad nahmen, erläutert Tiergartendirektor Dag Encke die Schäden, die das alte Nilpferdhaus aus dem Jahr 1939 durch das feucht-warme Klima genommen hat.
Foto: Günter Distler

Zwar kam man nicht an das Flocke-Rekordjahr 2008 heran, als es noch einmal 4,5 Prozent mehr Besucher waren, aber mit 12,9 Prozent über dem Fünf-Jahres-Schnitt ist die Tiergartenleitung sehr zufrieden. Das deutliche Plus von 31,1 Prozent im Vergleich zu 2010 will sie nicht überbewerten, weil dieser Wert den „Tiefpunkt“ in den vergangenen zwölf Jahren bildete. Seit der Eröffnung von Delfinlagune und Manatihaus Ende Juli 2011 hat man außerdem einen besonders hohen Anteil von Besuchern aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland verzeichnet. Bei den Besuchern aus dem Großraum Nürnberg sei die Zahl der Dauerkarten-Käufer enorm gestiegen, so Mägdefrau, „auch weil sie sich jetzt besser rentiert“.



Die Besucher müssen im Jubiläumsjahr allerdings einen „Schandfleck“ hinnehmen: Das alte Nilpferdhaus, das 1939 erbaut wurde, bleibt für längere Zeit eine Baustelle und muss trockengelegt werden. Dem Sandstein ist das feucht-warme Klima im Inneren nicht bekommen, Derzeit wird das Haus entkernt. Äste und abgestorbene Pflanzenteile türmen sich auf, aus dem Becken, in dem die Kaimane ihr Bad genommen haben, wurde das Wasser abgelassen. Nun tummeln sich nur noch Schaben in dem Bau – der Schädlingsbekämpfer dürfte jede Menge Arbeit haben. Er rückt dem Ungeziefer aber nicht mit der chemischen Keule zuleibe, weil die nur die erwachsenen Tiere töten würde, jedoch nicht die Eier. „Heute gibt es schonendere und effektivere Methoden“, meint Mägdefrau: Das Haus wird auf 60 Grad Celsius erhitzt, um der Plage Herr zu werden.


Bis zu ihrem Umzug vom Flusspferd- ins Manatihaus sind die Blütenfledermäuse noch in einem Käfig untergebracht. Bald dürfen sie wieder frei fliegen.
Bis zu ihrem Umzug vom Flusspferd- ins Manatihaus sind die Blütenfledermäuse noch in einem Käfig untergebracht. Bald dürfen sie wieder frei fliegen.
Bis zu ihrem Umzug vom Flusspferd- ins Manatihaus sind die Blütenfledermäuse noch in einem Käfig untergebracht. Bald dürfen sie wieder frei fliegen.
Bis zu ihrem Umzug vom Flusspferd- ins Manatihaus sind die Blütenfledermäuse noch in einem Käfig untergebracht. Bald dürfen sie wieder frei fliegen.

Wie lange die Sanierung dauern wird, steht noch in den Sternen. Das hängt auch von den finanziellen Mitteln ab, die dem Tiergarten dafür übrig bleiben. Geplant ist jedenfalls, ein „Ur-Amazonas-Haus“ aus dem Flusspferdhaus zu machen, eine Trockenhalle, die thematisch eine Brücke schlägt zum Manatihaus, das die Welt des Amazonas beherbergt. Die allerletzten Bewohner des alten Gebäudes ziehen in diesen Tagen ins Manatihaus um: Blütenfledermäuse, die sich vom Nektar verschiedener Pflanzen wie zum Beispiel des Kalebassenbaumes ernähren. Noch hängen die Tiere kopfüber in einem Käfig, doch wenn die Untersuchung ihrer Kotproben nichts ergibt, steht dem Umsiedlung nichts mehr im Weg.

Vielseitige Festveranstaltungen


Aus Anlass der Eröffnung des Alten Tiergartens im Luitpoldhain vor 100 Jahren gibt es in den nächsten Monaten ein abwechslungsreiches Programm. So steht der Thementag am 25. März unter dem Motto „Tiergarten Nürnberg im Wandel der Zeit“ mit Infoständen über die Geschichte des Zoos. Am 12. Mai steigt das große Jubiläumsfest, und in der „Blauen Nacht“ am 19. Mai sind im Schmuckhof Werke des Fotokünstlers Sven Hoffmann zu sehen. Eine Ausstellung im Naturkundehaus von April bis Mai mit historischen Aufnahmen beleuchtet die Themenvielfalt des Tiergartens seit 1912; sie wandert im Juni in die Ehrenhalle des Rathauses. 




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Zum Thema
Tiergarten



Kurzbeschreibung:
In einem weitläufigen Gelände mit Wald, Wiesen, Weihern und Sandsteinfelsen liegt der Nürnberger Tiergarten. Er gilt als einer der schönsten deutschen Landschaftszoos.
Die 2011 fertiggestellte Delfinlagune sorgt für höhere Besucherzahlen aber auch für Kritik.