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NZ-Leser Barry D. ist verwundert. 70 Cent hat er für das Parkticket am Willy-Brandt-Platz eingeworfen. Bei einem Stundensatz von einem Euro ergäben sich das 42 Minuten Parkzeit. Doch das Thermodrucker-Papier, das der Automat Nummer 205 am Mittwochnachmittag ausgespuckt hat, erlaubt ihm lediglich 31 Minuten.
Ähnliche Probleme gibt es am Frauentorgraben. Schon im Dezember monierten dort verärgerte Autofahrer per Notizzettel offenkundig falsche Ticketpreise. 1,50 Euro verlangte dieses Gerät für eine Stunde, zwei Euro für 90 Minuten. „Das stimmt nicht – oder ist es eine Erhöhung“, lautete der mit Tesafilm-Streifen aufgeklebte Kommentar.
Nein, die Stadt habe keine heimlichen Gebührenerhöhungen durchgeführt, sagt Ulrike Goeken-Haidl, die Sprecherin des kommunalen Servicebetriebs Öffentlicher Raum (SÖR). Die Probleme rühren von den Automaten her, die das Unternehmen ATB vor rund zwei Jahren im Auftrag der Stadt installiert hat. Wobei bislang offen bleibt, ob es sich um Ausnahmen handelt oder um systematische Technikprobleme der insgesamt 159 hoch modernen – und dadurch offenbar anfälligen – Edelstahlgeräte.
Die ATB-Servicetechniker, die nach der Anfrage der Lokalredaktion bei Sör gestern Mittag den Automaten am Willy-Brandt-Platz inspizierten, sprechen von Einzelfällen. Am Frauentorgraben hätten Kabelprobleme zu wiederholten Ausfällen geführt. Zudem habe Baumharz das Solarpanel verschmutzt und dessen Stromproduktion so eingeschränkt. Nachdem die Kabel Stück für Stück ausgetauscht wurden, sei das Problem dort behoben.
Am Willy-Brandt-Platz wiederum sollen Softwareprobleme die unverhoffte Preiserhöhung ausgelöst haben. Software-Aktualisierungen, regelmäßige Umschalt-Befehle zwischen Tag (kostenpflichtig) Nacht (kostenlos) sowie andere Daten empfangen die 159 Parkscheinautomaten nämlich per Funkmodem. Wenn nun das Modem (etwa wegen Stromproblemen) den Dienst quittiert, fällt die Fernsteuerung flach.
Die Folge: Die Autofahrer bekommen nicht das, was sie bezahlt haben. Was besonders ärgerlich ist, wenn ein Automat das Geld kassiert, aber gar kein Parkticket herausrückt, sagt Peter Gieshold-Bergmann, der bei Sör für die Parkautomaten zuständig ist. Gerade in letzter Zeit sei das häufiger passiert – weil die eisige Kälte das Stromreservoir der Pufferbatterien habe zusammenfallen lassen.
Was tun in so einer Situation? Am Besten, man legt die (korrekt eingestellte) Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe sowie einen Hinweiszettel, der die Politessen auf den Defekt hinweist. Das erlaubt die Straßenverkehrsordnung, sagt Gieshold-Bergmann. Zudem sollten betroffene Autofahrer Sör ( 231-7637) benachrichtigen, damit das Problem schnell behoben wird. Von einem zweiten Versuch am Nachbar-Automaten rät Gieshold-Bergmann ab. Diese Doppelzahlung könnte Sör nicht erstatten. Sonst wäre dem Betrug Tür und Tor geöffnet.