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Während der Blauen Nacht hatte die 1982 in Potsdam geborene Künstlerin Katharina Berndt die Katharinenruine mit ihrer Lichtbildprojektion in ein Märchenschloss verwandelt. „An der Grenze zwischen Poesie und Wissenschaft“, so beschreibt sie selbst ihre Arbeit, interpretierte sie das Märchen über die Königstochter neu.
Ihre Herkunft aus einem Haushalt von Naturwissenschaftlern kann die Künstlerin nicht verleugnen. Die zart gezeichneten Animationen wecken Erinnerungen ans Tierreich. Das Königspaar hat die Flügel von Monarchfalter und Kaisermantel. Das dürften jedoch nur wenige, biologisch versierte Zuschauer erkannt haben. Manch andere meinten in den Gesichtern die Züge von Prominenten zu entdecken, was die Künstlerin allerdings nicht beabsichtigt hatte.
Schon während der Blauen Nacht fand „Dornröschen“ großen Anklang. Während der zwölf Minuten dauernden Projektion herrschte andächtige Stille in der Katharinenruine. „Berührend“ fand Katharina Berndt die Reaktion der Zuschauer. „Da weiß man, wofür man nächtelang gearbeitet hat.“
Grund zur Freude hatten auch die Organisatoren der Blauen Nacht um Kulturreferentin Julia Lehner. „Dass das Publikum über die Jahre hinweg immer konzentrierter und aufmerksamer geworden ist, hat uns sehr gefreut“, zog Christel Passmann Bilanz. Lehner zeigte sich positiv überrascht von der Tatsache, „dass nicht nur das ganz schnell Zugängliche beim Publikum ankommt, sondern auch Kunstwerke, vor denen man etwas verweilen muss.“
„Dornröschen“ war eines der 15 Projekte aus dem „Blaue Nacht“-Kunstwettbewerb. Bereits im Vorfeld hatte eine Jury aus 180 Bewerbungen diese Kunstaktionen und -projekte ausgewählt. Alle Besucher, die eine Eintrittskarte erworben hatten, durften per Postkarte ihren Favoriten wählen. 3000 Stimmzettel wurden abgegeben. Die Arbeit von Katharina Berndt wurde mit großem Abstand zum Sieger gekürt. Die in Bremen lebende Künstlerin darf sich nun über das von der N-Ergie gestiftete Preisgeld in Höhe von 5000 Euro freuen.
Gewinnen konnten auch die Besucher der Blauen Nacht, die sich an der Abstimmung beteiligt hatten. Der Hauptpreis – ein Balance-Board – ging an Florentina Niebelschütz, die zum ersten Mal die Blaue Nacht besucht hatte. „Eine entspannende Abwechslung“, fand die Wirtschaftsingenieurin, die sich an der Uni Erlangen mit Nanotechnologie beschäftigt, und erst seit eineinhalb Jahren in Nürnberg wohnt. Im nächsten Jahr will sie auf jeden Fall wieder bei der Blauen Nacht dabei sein. Vielleicht ist dann auch das nächste Projekt von Katharina Berndt zu sehen: „Des Rumpels Stilzchen“.
Mo. 21.05.12
So. 20.05.12
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