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Wie man als Redner überzeugt, erklärte sie bei der Vorstellung ihres Hörbuches „Ich rede. Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht!“ im Thalia-Buchhaus Campe.
Isabel García ist die Tochter eines Spaniers und einer Hamburgerin. Die 41-jährige hat zunächst Gesang studiert und war als Gesangslehrerin und Chorleiterin tätig. Dann wurde sie Radiomoderatorin und ließ sich als Diplomsprecherin ausbilden. Heute gibt sie ihr Wissen an andere weiter und hält Rhetorik-Seminare. Auffällig bei García ist, dass es bei ihrem Unterricht kein „Schema F“ gibt.
Bei ihr dürfen die Arme verschränkt werden und die Hände auch mal in den Hosentaschen verschwinden. Das Wichtigste für Isabel García ist Abwechslung. Denn nichts ist langweiliger als ein Redner, der seine Hände steif umklammert. Unangenehm aufgefallen ist García die sogenannte „Merkel-Raute“. Oft gesehen bei der Bundeskanzlerin, die ihre Fingerspitzen aneinander drückt, wobei der Daumen nach oben zeigt und so das leere Feld zwischen den Fingern eine Raute bildet.
Für García wird zu viel in Körpersprache hineininterpretiert. So ist es oft verpönt, seine Finger ineinander zu verkeilen. Dies soll abwehrend auf den Zuhörer wirken. Bei Isabel García aber ist erlaubt, womit sich der Redner wohlfühlt. „Wie verhalte ich mich im alltäglichen Dialog mit Freunden?“ ist dabei die entscheidende Frage, die sich der Redner stellen sollte.
Eine tiefe Stimme wirkt entspannt und überzeugend. Wer nicht von Natur aus mit einem Bassbariton ausgestattet ist, kann auf einige Tipps Garcías zurück greifen. Denn die Stimme spiegelt die Körpersprache wider.
Hebt man seine Arme, so hebt sich automatisch die Stimme. Ist der Körper aber entspannt, so ist auch die Stimme entspannt. Für unangenehme Telefonate empfiehlt García eine liegende Acht mit den Armen nachzumalen. Bei weichen Bewegungen wird auch die Stimme weich.
Um sein Gegenüber zu überzeugen, ist es außerdem wichtig „auf Punkt zu sprechen“. Das bedeutet, der Redner geht am Ende eines Satzes mit seiner Stimme runter. Wichtig ist dabei, bei der letzten Silbe mit der Stimme runterzugehen und nicht am Wortanfang.
Das Gesprochene klingt somit wie eine Aussage und nicht wie eine Frage. Auch gehören damit Bandwurmsätze der Vergangenheit an und Gespräche sind schneller beendet. Wer nicht „auf Punkt spricht“, läuft außerdem häufig Gefahr, ein unsicheres „ja“ ans Ende des Satzes zu hängen. Vor allem wenn man Kritik äußern möchte, bleibt bei einem nicht abgeschlossenem Satz zu viel Spielraum für Interpretation.
Bei Lampenfieber rät García auszuatmen. Atmet der Redner entspannt, so ist auch das Publikum entspannt. Denn wenn die Zuhörer den Vortrag interessiert verfolgen, setzt der Carpenter-Effekt ein.
Hierbei übernimmt der Zuhörer unbewusst die Atmung des Redners. Diesen kann man sich aber auch bei aufgebrachten Menschen zunutze machen. Ist jemand sehr aufgeregt, atmet man etwas langsamer als dieser. Der Carpenter-Effekt setzt ein und die Atmung des Gegenüber wird entspannter. Isabel García empfiehlt bei Vorträgen bewusst auf die eigene Atmung zu achten. Einatmen kann beispielsweise Emotionen übertragen. Sie rät deshalb, während des Vortrages den Mund leicht geöffnet zu lassen. Ein lautes Einsaugen der Luft wird damit vermieden. Ein Seufzen kann andererseits kann als einmaliger Effekt genutzt werden.
Am höchsten ist die Aufmerksamkeit der Zuhörer am Anfang und am Ende eines Vortrages. Deshalb sollte man sich genau überlegen, wie man beim Publikum in Erinnerung bleiben möchte. Präsentationen mit gängigen Sätzen wie „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ wecken dabei kein großes Interesse bei den Zuhörern. Isabel García rät zu einem Fazit oder einer Anekdote. Auf alle Fälle sollte man sich überlegen, wie man seinen Vortrag einzigartig gestalten kann.
Das Hörbuch „Ich rede. Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht!“ von Isabel García ist im Buchverlag Sessel Books erschienen und kostet 12,80 Euro.