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Raffinierte Spießchen überzeugen auch Fleischesser

Vegetarier am Grill - 16.07.10

Nürnberg  - Die Grillsaison ist in vollem Gang. Das heißt meistens: Bratwürste, Steak und Schweinebauch. Doch es geht auch anders: Vegetarisches Grillgut kann sehr lecker sein - wenn man weiß, was zu tun ist.


Es muss nicht immer Tofu-Wurst sein: Aus frischen Gemüsen entstehen bunte und schmackhafte Grillspieße.
Es muss nicht immer Tofu-Wurst sein: Aus frischen Gemüsen entstehen bunte und schmackhafte Grillspieße.
Foto: dpa

Vegetarier haben es ohnehin nicht leicht: Selbst wenn sie keine permanenten Missionierungsversuche bei Fleischessern starten, müssen sie sich allerhand anhören. „Warum isst du denn kein Fleisch? Das kann doch nicht gesund sein dieses ganze Gemüse.“ Und so weiter. Bricht die Grillsaison an, verschärft sich das Problem: Da Vegetarier sich ein bisschen intensiver auf einen Grillabend vorbereiten müssen, stehen sie meist mit einem Aluschälchen, einer Grillkartoffel und verschiedenen Grillkäsen vor dem archaischen Feuer – aber niemand lässt sie hin.

Dort werden die dicken Fleischbatzen gegrillt, gerne in zweifelhafter Billigqualität, und es fallen durchaus Sätze wie: „Das Karnickelfutter kommt mir nicht auf den Grill.“ Hat sich der Vegetarier nach zwei Stunden durchgesetzt, wollen die anderen oft probieren von den „ganzen leckeren Sachen“, wie es auf einmal heißt. Schließlich bieten vegetarische Grillgerichte auch für Fleischgenießer sehr feine Beilagen abseits von Kartoffelsalat und Ketchup.

Es gibt mehr als nur Tofuwürstchen

Wer Vegetarisches grillen will, muss sich aber vorher ein paar Gedanken machen. So schnell und einfach wie Fleischgerichte geht das nicht, denn die vegetarischen Varianten von Bratwurst & Co. aus Tofu oder Weizeneiweiß schmecken einfach nicht. Sie gehen zudem beim Grillen vom lauwarmen Zustand direkt in den verbrannten über. Auch die allseits beliebte Folienkartoffel sollte vorgegart werden, sonst liegt sie gute eineinhalb Stunden auf dem Feuer oder in den glühenden Kohlen. Außerdem mag sie frische Dips, um ihren Esser zu beglücken.

Gemüse ist ansonsten sehr gut zu grillen: Auberginen, Riesenchampignons, Zucchini gehen am einfachsten. Wer sie in Öl mit Gewürzen und Kräutern einlegt und sie in einer Aluschale grillt, hat schon mal italienische Antipasti. Allerdings können sie auch auf Spieße gesteckt werden, Zucchini beheimatet auch gerne Schafskäse und Oliven. Gerollt, mit einem Holzsstecken fixiert, mit Öl eingestrichen und gut gewürzt wirklich eine feine Sache. Grüner Spargel, mit Olivenöl bestrichen, lässt sich auch blank auf den Grill legen (aber nur sehr kurz!), ein Hauch Zitrone darüberträufeln, dazu ein Dip, der beispielsweise aus Ziegenkäsecreme mit Kresse oder Schnittlauch schnell gerührt ist. Paprika mögen auch das offene Feuer, sie können auch gerne mit exotischen Chutneys indischer Art kombiniert werden (gibt es auch in guter Qualität fertig im Supermarkt).

Hervorragend zu grillen sind verschiedene Käse: Allen voran der Halloumi aus Zypern, der in Scheiben geschnitten in der Aluschale gegrillt werden sollte – trotzdem kann er schnell verbrennen, braucht also permanente Aufmerksamkeit. Er ist würzig, hat einen guten Biss und wird gerne auch mal mit Hähnchenfleisch verwechselt. Wer keine Zeit für längere Grillvorbereitungen hat, greift zum Halloumi und macht einen Salat dazu. Wenn noch schnell ein paar Gemüsesticks gegrillt werden, ist das ein perfektes vegetarisches Grillmahl. Wer es exotisch mag, würfelt den Halloumi grob und steckt ihn mit Mangostückchen auf Spieße.

Auch Schafskäse eignet sich sehr gut zum Grillen. Lauch, Tomaten, Knoblauch, viele Kräuter und Olivenöl samt dem Käsestück in Alufolie einschlagen und grillen. Das schmeckt sehr intensiv und wird am besten mit Brot genossen.

Sogar der Nachtisch kann auf dem Grill zubereitet werden: Gegrillte Bananen mit Honig und Nüssen gehen schnell und einfach. Die Banane ist fertig, wenn die Schale schwarz ist. Ein Früchtepäckchen aus Alufolie, gefüllt mit Erdbeeren, Melonenstücken, kernlosen Weintrauben und Aprikosen kann man am Rand des Grills vorsichtig zubereiten. Dazu schmeckt eine Kokos-Mascarponecreme, gut gekühlt.

Am besten ist es, von allem ein bisschen mehr zuzubereiten als man selber essen will – denn die anderen Gäste, die eben noch gespottet haben, wollen davon ganz sicher mal probieren.

Rezept für Gemüse-Spieße

mit pikanter Soße:

Zutaten (für vier Personen):

18 braune Champignons, halbiert

1 kleine Aubergine, in Würfeln

3El Olivenöl

2El Balsamico Essig

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

1Tl Zucker

für die Tomatensauce:

5 Tomaten (oder Tomaten aus der Dose)

1El Olivenöl

1kleine Zwiebel, gehackt

1Knoblauchzehe, gehackt

1El Tomatenmark

2Tl Zucker

2TL Balsamico-Essig

1El frisch gehackte Petersilie

Die unteren Nadeln der Rosmarinzweige entfernen und aufheben. Die Champignonhälften und Auberginewürfel auf die Zweige spießen. In eine Glasschale legen. In einer kleinen Schüssel Öl, Essig Knoblauch und Zucker gut verrühren und über die Spieße geben, zugedeckt ziehen lassen.

Die Tomatenhaut über Kreuz einschneiden und für 30 Sekunden in kochendes Wasser legen. Abschrecken und pellen. Die Tomaten halbieren und mit einem Teelöffel die Kerne entfernen. Die Tomaten klein schneiden und den Saft auffangen. Wenn es schnell gehen soll, nehmen Sie geschälte Tomaten aus der Dose. In einem Topf das Öl erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch andünsten bis sie weich sind. Die Hitze reduzieren und Tomaten mit Saft, Tomatenmark, Zucker, Essig sowie die Petersilie hinzufügen. Mit offenem Deckel 10 Minuten köcheln, damit die Soße eindickt. Die Spieße auf einen leicht eingeölten Grillrost legen. Von allen Seiten grillen, bis die Auberginen weich sind.
  





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