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Rauscher wehrt sich: Lauf durch Afrika findet statt

Vorwürfe der Spendenveruntreuung - 09.02. 08:00 Uhr

Nürnberg  - Keine Spendengelder veruntreut - das ist die Botschaft, auf die es Sascha Rauscher momentan am meisten ankommt. Anfang März wollte der 23-jährige Nürnberger eigentlich die Reise seines Lebens antreten – wollte dafür hundertmal die Strecke von Nürnberg nach Würzburg bewältigen: 11500 Kilometer durch den schwarzen Kontinent – zu Fuß, ein "Walk for Africa".

Acht Monate Vorbereitung liegen hinter ihm: Sascha Rauscher verspricht, trotz Knieverletzung an seinem Lauf durch Afrika festzuhalten.
Acht Monate Vorbereitung liegen hinter ihm: Sascha Rauscher verspricht, trotz Knieverletzung an seinem Lauf durch Afrika festzuhalten.
Foto: Harald Sippel
Acht Monate Vorbereitung liegen hinter ihm: Sascha Rauscher verspricht, trotz Knieverletzung an seinem Lauf durch Afrika festzuhalten.
Acht Monate Vorbereitung liegen hinter ihm: Sascha Rauscher verspricht, trotz Knieverletzung an seinem Lauf durch Afrika festzuhalten.
Foto: Harald Sippel

Eine alte Trainingsverletzung allerdings mache ihm zurzeit zu schaffen, sagt das ehemalige Model. „Ich habe Knorpelschäden. In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob ich operiert werden muss“, berichtet Rauscher im Gespräch mit der NZ. Momentan könne er das geschädigte Gelenk nur sporadisch belasten, für einen Gang durch Afrika reiche das keineswegs, berichtet Rauscher.

Genau dieses Knie geistert momentan durch Nürnbergs Nachtleben, in dem Sascha Rauscher viele Partys zur Ankurbelung der hiesigen Spendenbereitschaft veranstaltet hat. Denn nicht nur das Knie soll eigentlich intakt sein. Sascha Rauscher soll indes versuchen, durch die Startverschiebung Spendengelder in die eigene Tasche zu stecken, Sponsoren zu prellen, so die Gerüchte. „Die Spendengelder werden definitiv nicht angerührt“, sagt Rauscher kategorisch. Zwar wisse er noch nicht, wann er seinen Marsch letztlich starten könne – dennoch sei die Terminverschiebung auf erstmal unbestimmte Zeit „in keinster Form eine Absage“.

Sascha Rauscher hat schon mit Beginn seines Projekts die Netz-Gemeinde in sein Boot geholt, über Facebook konnten sich Willige anschließen und an die SOS Kinderdörfer spenden. Er könne es sich aufgrund seiner Medienarbeit und seiner Position gar nicht leisten, die Spenden- und Sponsorengelder zu veruntreuen. Während seiner Abwesenheit lebe er von den Einkünften seiner Event-Agentur „nium events“, sein Geschäftspartner und Freund Aleksander Zdjelar übernehme die Veranstaltungen in Diskotheken und Clubs.


Die Betriebsfeiern von großen Firmen allerdings blieben „in Familienhand“. „Ich muss ja auch von irgendetwas leben.“ Den „Walk for Africa“, betont Rauscher, mache er „für sich als Privatperson“.

Auch die Institution SOS Kinderdörfer kann – zumindest den Kleinspendern aus der Netzgemeinde gegenüber – Entwarnung geben: „Alle Spenden, die über die SOS-Internetseite von Sascha abgegeben worden sind, sind zu 100 Prozent an uns gegangen und werden auch von uns verwahrt“, sagt Katja Saller, die bei der Hilfsorganisation zuständig ist für Online-Kooperationen. Sollte Rauscher nicht loslaufen, könne sie für SOS garantieren, „dass alle Spenden auch zu 100 Prozent zurückgefordert werden können“. Rauscher sei nur Werbender, alle Geldgeber spenden aber direkt an SOS.



Vier Wochen lang hat sich Rauscher eine Auszeit genommen, um sein Knie zu kurieren. Auch mit den jüngsten Verschleppungen von Touristen in Äthiopien und Somalia musste er zurechtzukommen. „Ich werde laufen, möchte aber trotzdem auch irgendwie wieder nach Hause kommen.“ Deswegen müsste noch die ein oder andere Stellschraube fester in Richtung Sicherheit gezurrt werden. In den nächsten vierzehn Tagen wird er sich Lauftests unterziehen, die feststellen sollen, welche Therapie seinen Knorpelschaden am linken Knie am besten zugute kommt. Am liebsten wäre ihm, er könnte noch 2012 zu seinem 11500-Kilometer-Lauf aufbrechen. 



Andrea Munkert

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