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Der langgestreckte, eingeschossige Baukörper erscheint einfach, „hat es aber statisch in sich“, betont Baudirektor Karl-Heiz Sirtl vom Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg. 15 Architektur- und Ingenieurbüros sind beteiligt, allen voran das verantwortliche Büro Hascher Jehle Architektur aus Berlin.
Obwohl die Architekten aus der Hauptstadt anderes vermuten lassen, wurde ein Großteil der Aufträge an nordbayerische Unternehmen vergeben. Von den 9,25 Millionen Euro Gesamtkosten wurden 6,3 Millionen für Aufträge ausgegeben – von dieser Summe blieben 70 Prozent in Nordbayern. „Das zeigt, dass die Region wettbewerbsfähig ist – sogar bei EU-weiten Ausschreibungen“, sagte Joachim Herrmann.
Dass die Akademie der Bildenden Künste gerade jetzt, im Jahr ihres 350. Jubiläums, mehr ins Bewusstsein der Nürnberger rückt, wünscht sich Bayerns Finanzminister Markus Söder: „Die Akademie ist ein echter Glanzpunkt. Nürnberg ist eine Stadt der Kreativen.“ Wenn in München hochtrabende Pläne geschmiedet würden, werde das groß gefeiert. „Aber wenn wir hier in Franken wirklich etwas geschafft haben, heißt es ,Bassd scho‘“, sagte Söder und rief zu mehr Selbstbewusstsein auf: „Der Kulturstandort Nürnberg hat Zukunft!“
Der Erweiterungsbau besteht aus drei getrennten Pavillons, in denen ein großer Malsaal, Ateliers und Seminarräume Platz finden, und die unter einer zusammenhängenden Dachlandschaft gestaltet sind. Als neuer Eingangsbereich für den Campus ist dem Café im mittleren Pavillon ein offener Hof vorgelagert. Die Fassade soll den Werkstattcharakter des Neubaus unterstreichen: Sichtbetonflächen wechseln sich mit Glasflächen und geschlossenen Stahl-Blech-Elementen ab und sollen einen robusten Eindruck vermitteln.
Auch die Energiebilanz des Neubaus ist erfreulich: Wegen der guten Wärmedämmung ist der Heizbedarf des Gebäudes gering. Die Räume werden CO2-neutral mit Biomasse in einem Holzpelletkessel beheizt. Ganz anders sieht es bei den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden von Sep Ruf aus: „Das sind Energieschleudern“, stellte Akademie-Präsident Ottmar Hörl in seinem Grußwort fest. Nach und nach müsse man die Fenster erneuern und die Heizung überprüfen. Eine energetische Sanierung sei aber sehr teuer. „Dafür könnten wir zwei bis drei Neubauten hinstellen. Da muss man sich etwas einfallen lassen“, so Hörl weiter, und schaute dabei Markus Söder an.
Dieser zeigte sich zuversichtlich, dass eine energetische Sanierung vom Freistaat finanziert wird. „Für solche Maßnahmen existieren große Töpfe, und die Anteile werden immer weiter erhöht.“ Die endgültige Entscheidung müssten aber der Wissenschafts- und der Innenminister treffen. Zudem starte ja gerade erst der zweite Bauabschnitt des Neubaus. „Eins nach dem anderen“, so Söder.
Mit dem Erweiterungsbau wächst die älteste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum wieder zusammen: Bislang müssen angehende Kunstpädagogen nach Lauf pendeln – sie sind dort in der Kaiserburg untergebracht.