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Schulleiter setzen sich für Skilager ein

Zu teuer oder wichtig für die Kinder? - 21.11. 07:20 Uhr

Nürnberg  - Wenn sich das Heimweh erst einmal gelegt hat, beginnt der Spaß: Klassenfahrten sind für Kinder ein Erlebnis – für die Eltern allerdings oft ein teurer Spaß. Die Stadtratsfraktion der SPD will deshalb die jährlichen Fahrten ins Skilager auf den Prüfstand stellen und im nächsten Schulausschuss über Alternativen sprechen.

Skifahren macht Spaß, aber nicht jede Familie hat Geld für einen Winterurlaub. Immerhin haben viele Kinder die Chance, mit ihren Klassenkameraden in den Schnee zu fahren. Das soll auch so bleiben, finden Nürnberger Schulleiter.
Skifahren macht Spaß, aber nicht jede Familie hat Geld für einen Winterurlaub. Immerhin haben viele Kinder die Chance, mit ihren Klassenkameraden in den Schnee zu fahren. Das soll auch so bleiben, finden Nürnberger Schulleiter.
Foto: dpa

Claudia Arabackyj will den Kindern das Reisen nicht madig machen. Sie denkt nur an das Budget der Eltern. Und das ist nicht immer üppig. Die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion möchte deshalb eine Diskussion darüber in Gang bringen, ob Skilager wirklich sein müssen. Denn es ist ja nicht nur die Reise, die Geld kostet. Skihose, Anorak, Mütze, warme Socken braucht auch noch, wer sich auf die Fahrt in den Schnee macht. Da kommt ein schönes Sümmchen zusammen.

330 Euro kostet eine Ski-Woche in Österreich für die Schüler des Dürer-Gymnasiums. Sie fahren zweimal – einmal in der siebten und einmal in der achten Klasse. „Das ist sinnvoll“, sagt Direktor Walter Hauenstein. „Dann können die Kinder das, was sie gelernt haben, vertiefen.“ Der Schulleiter ist ein Befürworter von Klassenfahrten ins Skilager. „Sie sind etwas Besonderes. Die Naturerfahrung ist eine ganz andere als im Alltag. Es herrscht eine ganz eigene Stimmung. Dazu kommt der sportliche Aspekt: Das Bewegungsgefühl beim Skifahren ist ein ganz anderes als sonst im Sport.“ Und wer so gar kein Faible dafür habe, der könne Wandern, Rodeln oder Eislaufen gehen. „Auch diese Alternativgruppe wird auch sehr gut angenommen.“



Freilich ist auch am Dürer-Gymnasium Geld ein Thema. Um die Kosten für die Skireisen zu senken, wird nicht mehr wie früher nach Südtirol, sondern ins Salzburger Land gefahren. Damit ist auch die Anreise schon günstiger. Familien, die von Hartz IV leben müssen, können das Geld für die Reise ihrer Kinder über das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung bekommen. Wer nicht viel Geld in Skikleidung investieren kann, der hat die Möglichkeit, sich beim Winterbasar der Schule einzudecken.

Und weil auch berufstätige Eltern oft scharf rechnen müssen, hätten sie die Möglichkeit, aus dem Sozialfonds der Schule Geld zu beantragen, sagt Walter Hauenstein. „Sie bekommen einen Zuschuss und bezahlen dann nur noch die Hälfte.“ Allerdings müssen sie dafür auch ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen. Das fällt nicht jedem leicht. Aber immerhin, das Konzept, sagt Hauenstein, gehe auf. Mehr als 90 Prozent der Schüler seien bei den Reisen dabei. Wer nicht mitfährt, tue das meist aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen. Billiger, fügt Hauenstein hinzu, wären Reisen in Abenteuercamps oder ähnliche Unternehmungen übrigens auch nicht.

Außergewöhnliche Erlebnisse für die Kinder

Auch die Schüler der Sperberschule haben im Winter die Möglichkeit, ins Skilager nach Österreich zu fahren und Thomas Reichert, dem Rektor der Mittelschule, ist das auch sehr wichtig. „Ich betrachte diese Skireisen als außergewöhnliche pädagogische Erlebnisse für die Kinder“, sagt er. „Es ist etwas Besonderes, beim Skifahren in der Gruppe zusammen zu sein. Es geht darum, etwas Neues zu lernen, auszuhalten und durchzuhalten.“ Aber auch Rodeln und Wandern komme bei den Kindern gut an.

An der Sperberschule wird jahrgangsübergreifend in den Schnee gereist. Wer mag, darf mitfahren. Wer nicht zahlen kann, und das sind an der Südstadtschule viele Familien, bekommt entweder das Geld aus dem Teilhabepaket oder wird auf andere Art und Weise unterstützt. „Es ist noch kein Kind daheimgeblieben“, sagt Reichert. „Aber wie ich das mache, verrate ich nicht.“

  



Gabi Eisenack

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