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Stadtstrand: Kaum Chancen für eine Verlängerung

Auch Dagmar Wöhrls Einsatz für das die Nürnberger Gastro-Oase hilft nichts - 19.07. 07:06 Uhr

Nürnberg  - Zum zweiten Mal, seit 1. Juni, ist in diesem Jahr der Stadtstrand auf der Insel Schütt zu finden. Inzwischen hat die Oase aus Sand, Liegestühlen, Palmen, Beachvolleyballplätzen und Pools viele Fans – sogar die CSU- Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl hat ihr Herz an den Strand verloren und plädiert dafür, dass selbiger im nächsten Jahr länger geöffnet bleiben solle. Die Stadt ist von dem Wunsch wenig begeistert.


Der Strand von oben: Der Ruf nach einer längeren Verweildauer wird auch 2011 wieder laut.
Der Strand von oben: Der Ruf nach einer längeren Verweildauer wird auch 2011 wieder laut.
Foto: Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz
Der Strand von oben: Der Ruf nach einer längeren Verweildauer wird auch 2011 wieder laut.
Der Strand von oben: Der Ruf nach einer längeren Verweildauer wird auch 2011 wieder laut.
Foto: Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz

Es ist ein Déjà-vu: Auch in diesem Jahr muss der Stadtstrand dem Bardentreffen weichen, denn die Insel Schütt wird als Spielort gebraucht. Im Jahr 2010 hatte die Betreiberfirma Incendo große Mühen auf sich genommen, den Strand vor dem Bardentreffen ab- und danach wieder aufzubauen. Ein logistischer und finanzieller Kraftakt, der zur Entscheidung führte, dass Liegestühle und Co. in diesem Jahr schon am 24. Juli eingemottet werden. Doch schon jetzt sehen die ersten – darunter Dagmar Wöhrl – mit Wehmut diesem Tag entgegen. Von vielen Seiten sei der Wunsch geäußert worden, dass der Strand länger bleiben soll, schreibt sie in einer Erklärung. „Ich finde auch, dass dadurch der Freizeitwert unserer Stadt gesteigert wird, und der Erfolg gibt dem Konzept recht.“ Vor diesem Hintergrund sei es schade, dass der Strand nun weichen müsse. Sie wolle die Stadt bitten, zu analysieren, ob es 2012 möglich sei, den Strand bis in die Ferien hinein zu verlängern.

Beim Kulturreferat, zuständig für das Bardentreffen, ist man alles andere als begeistert über die erneut aufkommende Diskussion. „An der Sachlage hat sich nichts geändert“, sagt Andreas Radlmaier vom Kulturreferat. Man brauche für das Bardentreffen die Insel Schütt. Es gebe keine Ausweichspielstätte, auf der man so gut 8000 bis 10000 Menschen unterbringen kann. Es sei keineswegs so, dass man nicht schon Alternativorte für die Barden gedanklich durchgespielt habe. Der Jakobsplatz beispielsweise sei ungeeignet, „weil die Kirchen nicht begeistert sind, wenn drei Tage Remmidemmi vor ihrer Tür ist“. Außerdem werde der Platz von einer Straße gekreuzt. Zudem refinanziere sich das Bardentreffen zu großen Teilen durch die Gastronomie, die auf der Insel Schütt während des Festes angesiedelt ist. Sie ließe sich nicht einfach transferieren.

Dass ein Strand doch gut zum diesjährigen Thema Spanien passe, sei zwar gut und schön, aber: „Da kommen ja nicht nur ein paar Liedermacher mit Gitarre, sondern eine ganze Band mit fünf, sechs Leuten und Ausrüstung.“ Dazu Tausende Besucher.


Bilderstrecke zum Thema
Im Juni 2011 war auf der Insel Schütt ist bei brütender Hitze Chillen angesagt. Mit coolen Drinks und möglichst wenig schweißtreibender Betätigung trotzen die Franken den Temperaturen um die 30-Grad-Marke. Fotos: Karlheinz Daut / Michael Matejka

Lorenz Kalb von der Strand-Betreibergesellschaft hält sich derzeit lieber zurück: Wenn Frau Wöhrl der Strand so gefalle, könne sie das durchaus sagen. Und ja, auch er wünsche sich für 2012 eine Verlängerung bis in die zweite Ferienwoche hinein – auch, um Verluste aus Regentagen auszugleichen. Ein Alternativstandort sei schwer zu finden: Der Burggraben sei mit dem Bierfest belegt, den Kornmarkt habe er schon für 2010 vergeblich angefragt. „Es gibt einfach zu wenig große Plätze in der Innenstadt.“


Er habe bei der Stadt aber schon einen Alternativvorschlag angebracht und hofft auf weitere Gespräche. Um diese nicht zu gefährden, möchte er keine Details nennen. Offenbar muss Kalb aber zumindest im Kulturreferat noch deutlicher werden, denn dort sagt Andreas Radlmaier: „Es gibt derzeit keine Anfrage an uns.“ 



Claudia Urbasek

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