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Richterin Claudia Degenhard entschied daraufhin, dass die Millionärswitwe des Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell († 2003) am 3. März polizeilich vorgeführt werden wird. Zudem muss sie wegen ihres Fehlens ein Ordnungsgeld von 300 Euro zahlen oder ersatzweise drei Tage Ordnungshaft absitzen.
Auch der Angeklagte und ehemaliger Verlobter von „Tatti“, Ferfried Prinz von Hohenzollern, der eigens mit dem Zug aus seinem neuen Domizil in Österreich angereist war, zeigte sich verärgert über das Ausbleiben seiner „Ex“. Die Ladung des Gerichts sei sicher an die Adresse ihrer Tante gegangen, mutmaßte der Prinz. Verteidiger Tom Heindl erklärte, dass sein Mandant nur noch sporadisch Kontakt zu Frau Gsell habe. Ohne ihre Aussage könne der Prozess aber nicht geführt werden. In der Strafsache geht es, wie mehrfach berichtet, um die mutmaßlich von „Foffi“ und „Tatti“ in den Sand gesetzte „Tatjana Gsell Holding GmbH“. Seit 2009 läuft ein Insolvenzverfahren. Der 67-jährige Prinz ist wegen des Verdachts des vorsätzlichen Bankrotts, der vorsätzlichen Buchführungspflicht-Verletzung und der Insolvenzverschleppung angeklagt. Einen Strafbefehl über 8400 Euro hatte er nicht akzeptiert. Nach mehreren krankheitsbedingten Terminverschiebungen konnte jetzt gestern erstmals gegen den schillernden Privatier verhandelt werden. Tatjana Gsell hatte hingegen Ende 2010 ein gleichlautendes schriftliches Urteil akzeptiert. Daher muss sie nun als Zeugin Rechenschaft über ihr Geschäftsgebaren ablegen.
Vor Gericht machte „Foffi“ geltend, dass er schon im März 2006, kurz nach seiner Trennung von Gsell, seinen Geschäftsführerposten in der Holding quittiert habe — wenn auch nur mündlich. „Wenn ich mich von einer Frau trenne, wozu soll ich dann noch Geschäftsführer in der Firma sein?“, fragte der Prinz schulterzuckend und fügte hinzu, dass er nach dem Ende der Beziehung „drei Kreuze geschlagen“ habe.
Der Geschäftszweck der im Nürnberger Handelsregister eingetragenen Holding war übrigens laut Strafbefehl „der Erwerb und die Verwaltung von Unternehmensbeteiligungen, die Geschäftsführung und Vertretung von Unternehmen und Sondervermögen, insbesondere Stiftungen“.
Nichts Genaues weiß man nicht — so lautete auch die Einschätzung von Insolvenzverwalter und -gutachter Siegfried Beck. Im Zeugenstand konnte er nur so viel sagen: Er habe sich auf Grund der „rudimentären Buchhaltungsunterlagen“ kein Bild von der Vermögenssituation verschaffen können. Faktisch existiere die Holding schon lange nicht mehr. Nie habe er zu Gsell oder von Hohenzollern Kontakt gehabt, weil er sie schier nicht ausfindig machen konnte, so Beck. Laut Finanzamt hätten beide keine Bilanzen geführt. Schließlich habe er die Gsell-Villa aufgesucht, hier aber nur erfahren, dass Tatjana Gsell schon seit Jahren nicht mehr dort gewesen sei. Auch gebe es keine Vermögenswerte mehr in der Villa.
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12