Eine Route, auf der sich ein Schleichverkehr entwickelt hat, der Anwohner wie Touristen belästigt und gefährdet: Rund 4.500 FußgängerInnen sind hier pro Tag unterwegs, zudem 2.000 Kfz (nach Zählungen von 2003/2004). Heute reicht Christine Seer den Antrag ihrer Partei zur Verbesserung der Situation im Burgviertel ein – inklusive der neu gesammelten Anregungen. „Wir schlagen eine gerechtere Aufteilung des Verkehrsraums zwischen FußgängerInnen, RadfahrerInnen und dem Autoverkehr für mehr Sicherheit vor; außerdem Tempo 10 im gesamten Burgviertel wie auch Spielstraßen (verkehrsberuhigte Bereiche) und ,Shared Space‘ – eine Verkehrsfläche für alle mit der Notwendigkeit gegenseitiger Rücksichtnahme.“ Pflanztröge und Sitzmöglichkeiten sollen am Albrecht-Dürer-Platz für mehr Attraktivität sorgen, Fahrradständer installiert und der marode Pflasterbelag saniert werden.
„Die Gehsteige sind zu schmal und an der Spitzkehre am Tiergärtnertor gibt es gar keinen“, ergänzt Wolfgang Klemm, Sprecher der Projektgruppe Verkehr. „Insgesamt besteht dringender Handlungsbedarf.“ Auch Vorab-Untersuchungen im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms Nördliche Altstadt zeigten städtbauliche Defizite dieser wichtigen Fußgängerroute, die zudem als Verbindung von St. Johannis in die Innenstadt genutzt werde, erläutert der Kreisvorsitzende Ralph Hoffmann. „Es verliert keiner etwas – wir nehmen nur Geschwindigkeit raus“, beruhigt er.
„Wie ich das all die Jahre ausgehalten habe, weiß ich nicht“, sagt Gerti Kress. Ihre Boutique liegt direkt an der Bergstraße. „Meist schließe ich wegen des Lärmpegels die Tür: Das dröhnt hier bei Tempo 30! Es ist schon schmerzlich, wie sehr das Burgviertel vernachlässigt wurde – die Situation ist nicht mehr zeitgemäß.“ Auch Werner Kokott, Vorstand der Interessengemeinschaft Burgviertel, plädiert „für Tempo 10 mit einer Verkehrsüberwachung! Zudem erwarten wir täglich, dass ein Radfahrer wie eine Mücke an der Windschutzscheibe klebt: Die nehmen über den abschüssigen Platz Anlauf und dürfen, entgegen der Einbahnstraße, die Bergstraße hinunterfahren...“