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Anfangs agiert sie dabei noch in einer Doppelspitze mit Denny Baruch, der sich dann am 30. Juni nach insgesamt 25 Jahren als Tierheim-Leiter von dieser Position zurückzieht.
Ursprünglich wollte Marcus König, geschäftsführender Vorsitzender des Tierschutzvereins, der das Tierheim trägt, den neuen Leiter schon früher vorstellen. Aber die Suche war nicht leicht: „Es gibt ja kein Berufsbild ,Tierheim-Leiter‘“, sagt König.
„Der Chef muss kaufmännisches Wissen haben, sich in Personalführung und Öffentlichkeitsarbeit auskennen, er muss flexibel sein und eine große Liebe für Menschen und Tiere haben“, sagt Dagmar Wöhrl, Präsidentin des Tierschutzvereins. Heike We-ber verkörpere diese Eigenschaften und Kompetenzen, glauben Wöhrl und König.
Die in Saarbrücken geborene Weber kam 2003 aus beruflichen Gründen nach Nürnberg; sie arbeitete zunächst in einer Werbeagentur. Vor fünf Jahren machte sie sich in dieser Branche selbstständig. Das eigene kleine Unternehmen wird sie nun aber zugunsten der neuen Herausforderung aufgeben. Beruflich hatte Weber noch nicht mit Tieren zu tun, privat aber schon reichlich: „Ich bin seit 20 Jahren im Tierschutz tätig.“ Angeregt durch einen Auslandsaufenthalt in Irland, wo sie das Leid der Straßenhunde sah, wollte sie sich engagieren und half ehrenamtlich im Saarbrückener Tierheim mit. Nach dem Umzug ins Fränkische verlief das Engagement eher auf privater Ebene, aber war dennoch intensiv: „Man hat mir auch schon Katzenbabys vor die Tür gelegt, weil man wusste: ,Die kümmert sich drum.‘“
Im Tierheim hat sie sich immer mal umgeschaut, war aber der Führungsspitze nicht bekannt – bis zum Bewerbungsverfahren, in dem sie sich gegen 66 Konkurrenten durchsetzte. König und Wöhrl berichten, dass sich Menschen aus unterschiedlichsten Branchen bewarben. Architekten und Rechtsanwälte, Tierärzte, sogar ein Feldjäger von der Bundeswehr wollte Chef an der Stadenstraße werden. 17 der 67 lud der Vorstand des Tierschutzvereins zu Vorstellungsrunden ein, danach reduzierten Wöhrl und Co. kontinuierlich das Bewerberfeld – bis Heike Weber übrig blieb.
Sie wird nun ab 15. April zwei Wochen lang alle Stationen im Tierheim kennenlernen und überall intensiv mitarbeiten, bevor sie die Leitung übernimmt. Für die Zukunft schwebt ihr vor, dass vom Tierheim noch mehr Aufklärungsarbeit ausgeht: „Es ist wichtig, dass die Kinder lernen, wie man mit Tieren umgeht.“ Das Tierheim solle sich noch mehr für Besuchergruppen öffnen – hierfür sei das Welpenhaus mit dem Saal im ersten Stock glänzend geeignet.
Um die optimale Vermarktung dieses neuen, im Oktober 2010 eröffneten Gebäudes kümmert sich Baruch als Geschäftsführer; in dieser Funktion bleibt der 69-Jährige der Einrichtung auch nach seinem Rückzug als Tierheim-Leiter weiter treu. Wöhrl und König kündigten an, dass es für Baruch eine große Abschiedsfeier geben wird; und sie erinnerten daran, dass auch der früher bei der Firma Grundig tätige Baruch aus einer ganz anderen Branche kam, bevor er seine Tierliebe auch beruflich nutzen konnte.