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Unendliche Geschichte um einen Reitweg

Kopfschütteln im Stadtnorden - 03.10. 11:38 Uhr

Nürnberg  - Es ist einer der langwierigsten Schildbürgerstreiche der Stadt: Entgegen anderen Versprechungen hat sich beim überfälligen Bau eines Reitwegs bei Ziegelstein auch nach drei Jahren nichts getan. Vertreter dreier Reitclubs wollen am Dienstag erneut bei einer Bürgerversammlung vorsprechen – und -reiten.

Hartnäckiges Verbotsschild!
Hartnäckiges Verbotsschild!
Foto: Archiv
Hartnäckiges Verbotsschild!
Hartnäckiges Verbotsschild!
Foto: Archiv

Seit Jahren fühlen sich die Mitglieder der Reitvereine im Knoblauchsland unwohl: Wenn sie ihre Haupt-Reitgebiete im Reichswald erreichen wollen, müssen sie zwangsläufig Wegstücke mit Reitverboten benutzen und so das Verkehrsrecht brechen. Straffrei zwar, aber verbale Kollisionen mit Fußgängern und Radfahrern sind immer wieder die Folge.



Nach diffizilen Verhandlungen mit Stadträten, dem Bürgerverein Nürnberg-Nord, mit Anliegern, Naturschützern, mit dem Flughafen und der Stadtverwaltung hat sich die Flut von Reitverbotsschildern nun reduziert – bis auf einen hartnäckigen Fall. Der Loeschweg im Norden Ziegelsteins bleibt das Nadelöhr schlechthin. Der etwa einen Kilometer lange Forstweg ist seit 1999 in einer Richtung für Pferde gesperrt, um Wegschäden zu verhindern. Umgehen ließe er sich nur per Pferdetransport über die Marienbergstraße.

Nach einer Protest-Demo zu Pferde im vergangenen Winter schien die Lösung für die Reitclubs Marienberg, Cavallo und Avalon zum Greifen nah. Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) versprach ihnen den Bau einer Paralleltrasse. Die Vereine hätten sogar die Wartung übernommen. Doch vorige Woche dann der Stopp: Sör verschiebt die Baumaßnahme auf Frühjahr 2012, da die Angebote der Firmen zu teuer gewesen seien. Jetzt wird eine abgespeckte Variante geplant.

Stefan Poscher, Sprecher des Reitclubs Marienberg, schüttelt den Kopf über solches Schneckentempo. Er hält den Loeschweg einfach für einen bedauerlichen Präzedenzfall. „Wir haben für jeden der Verzögerungsgründe Verständnis“, sagt Poscher halb erheitert, halb duldsam. Doch übergangsweise müsse es doch möglich sein, das Reitverbot auszusetzen.

Nachdem seit der ersten Beschwerde vor drei Jahren „jegliche Zeitvorhersage nie eingehalten wurde“, wollen Poscher und seine Mitstreiter nun am Dienstag bei der Bürgerversammlung der nördlichen Stadtteile vorsprechen. Das taten sie schon vor zwei Jahren. Natürlich zu Pferd.

  



Isabel Lauer

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