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Neun Jahre ist es her, dass die Gebühren für Schwarzfahrer zum letzten Mal erhöht wurden – und dann moderat von 30 auf 40 Euro. „Dieses geringe Entgelt schreckt heute kaum mehr ab“, sagt der Pressesprecher des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Lars Wagner. Doch die Politiker denken nicht daran, an dieser Gebühr zu rütteln. „Die Bereitschaft zu einer Verordnungsänderung ist bislang eher gering“, bedauert Wagner.
Nach Angaben des Verbandes fahren bundesweit rund 3,5 Prozent der Passagiere schwarz. In Nürnberg lag die Quote mit 0,92 Prozent im Jahr 2010 weit unter dem Durchschnitt. Das entspricht rund 15800 Schwarzfahrern bei 1,7 Millionen kontrollierten Personen. 2200 Personen wurden 2010 sowie 2011 laut VAG-Pressesprecherin Stefanie Dürrbeck angezeigt, sind also innerhalb kurzer Zeit mindestens dreimal ohne Fahrschein erwischt worden.
Der Verband hat die Initiative laut Wagner auch angestoßen, weil sich im sozialen Netzwerk Facebook immer mehr Gruppen bilden, die sich gegenseitig vor Fahrscheinkontrollen warnen. Beinahe 5500 Nutzer hat die Nürnberger Gruppe „Schwarzfahren Nürnberg“, 14600 Mitglieder sind es in Hamburg. „Die Leute scheuen sich nicht mehr, unter ihrem Namen andere zu warnen. Das ist schon eine neue Dimension.“ Wagner ärgert vor allem die Mentalität dieser Gruppenmitglieder: „Wer sich einen Handytarif leisten kann, um die Leute auf Facebook zu warnen, der kann sich auch eine Fahrkarte kaufen.“
Die VAG bleibt angesichts der großen Facebook-Gruppe in Nürnberg jedoch gelassen. „Die Existenz dieser Seite ändert nichts an unserer Kontrollstrategie“, sagt Dürrbeck. „Es wird sicherlich nicht mehr schwarzgefahren, weil es diese Gruppe gibt.“ Eher vermutet Dürrbeck das Gegenteil: So mancher kaufe sich aufgrund der Warnung doch lieber noch eine Fahrkarte, statt 40 Euro Bußgeld zu kassieren.