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Von Köchen und Regenmachern

Kindertheater stellen neue Programme vor - 20.09. 19:25 Uhr

Nürnberg  - Die Nürnberger Kindertheater stellten gemeinsam das Programm für die neue Spielzeit vor. Die Vertreter kündigten viele frische Ideen und spannende Premieren an, formulierten aber auch deutliche Kritik: Wenn das Kulturreferat nicht bald ein deutliches Zeichen setze, sehe es für die Kindertheaterszene in Nürnberg düster aus.

„Der beste Koch der Welt“ will eine Königin von sich überzeugen. Doch sie hat alles schon einmal gegessen. Kann er sie doch noch beeindrucken?
„Der beste Koch der Welt“ will eine Königin von sich überzeugen. Doch sie hat alles schon einmal gegessen. Kann er sie doch noch beeindrucken?
Foto: Wolfgang Keller
„Der beste Koch der Welt“ will eine Königin von sich überzeugen. Doch sie hat alles schon einmal gegessen. Kann er sie doch noch beeindrucken?
„Der beste Koch der Welt“ will eine Königin von sich überzeugen. Doch sie hat alles schon einmal gegessen. Kann er sie doch noch beeindrucken?
Foto: Wolfgang Keller

An die Selbstausbeutung habe man sich gewöhnt, sagte Andrea Erl vom Theater Mummpitz. „Aber es geht inzwischen um den Erhalt der Kindertheater.“ Die Fördermittel der Stadt stagnierten seit zehn Jahren: „Nicht einmal die Inflationsrate wird ausgeglichen.“ Deutliche Worte fand auch Jürgen Decke vom Theater Pfütze: „Wenn nicht bald etwas passiert, wird es bitter.“ Die Kindertheater seien von Sponsoren abhängig – bricht einer weg, stehe man am Abgrund. „Es kann nicht sein, dass das Sponsoring eine tragende Säule der Finanzierung ist“, so Decke.



Trotz aller Existenznöte haben sich die Nürnberger Kindertheater erneut ein attraktives Programm einfallen lassen. Die NZ stellt einige Neuheiten vor:

Beim Theater Salz + Pfeffer (Frauentorgraben 73) dreht sich alles um Individualität, Persönlichkeit und Sehnsucht. Das Puppenmusical „Benjamin und die Wunderkissen“, das am Samstag Uraufführung feierte, erzählt die Geschichte von Lise, ein aufmüpfiges Mädchen, das nicht einschlafen kann. Der Sandmann erzählt ihr die Geschichte von Benjamin, dem Kissenmacher, der von allen nur „der Stille“ genannt wird. Beide lernen, mit ihren Schwächen umzugehen – und Lise kann am Ende beruhigt einschlafen. Zielgruppe: 7–11 Jahre. Termine: 2./9.10., 16./27.11, 4.12., jeweils 15 Uhr.

Mit „Ente, Tod und Tulpe“, „Der beste Koch der Welt“ und „Der starke Wanja“ geht das Theater Pfütze (Äußerer Laufer Platz 22) zum 25. Jubiläum gleich mit drei Premieren an den Start.

In dem Musiktheaterstück „Ente, Tod und Tulpe“ entdeckt eine Ente, dass der Tod das Leben bereichern kann, wenn man ihn als Begleiter akzeptiert. Das Stück basiert auf einem Bilderbuch von Wolf Erlbruch und wird musikalisch vom Ensemble Kontraste begleitet. Zielgruppe: ab 6 Jahre, aber auch Erwachsene. Premiere am 24.9. um 20 Uhr, am 25.9. um 15 Uhr mit anschließendem Jubiläumsfest.

In „Der beste Koch der Welt“ von Paul Maar versucht ein Koch, einer Königin sein Können zu beweisen. Doch was er ihr auch serviert, sie hat alles schon einmal gegessen. Die Nürnberger Symphoniker stellen den Kochvorgang musikalisch dar: Bei der Zubereitung sind die Stücke in ihre Einzelteile zerlegt. Erst wenn das Mahl fertig ist und alle Instrumente zusammenspielen, erkennt man die Kompositionen. Mit der Sopranistin Anne Lünenbürger. Zielgruppe: ab 6 Jahre, aber auch Erwachsene. Premiere am 3.12. um 20 Uhr.

Das Theater Rootslöffel (Troststraße 6) zeigt mit „Im Land der gelben Berge“ ein Stück, das es bereits vor 20 Jahren präsentierte. Damals war der Anlass die eskalierende Gewalt gegen Asylbewerber, heute ist es die Sarrazin-Debatte. Der Mondaufhänger Sanyam und die Regenmacherin Flirabelle haben einen gegensätzlichen Lebensrhythmus und können sich nicht leiden. Doch in der Dämmerung kommen sie sich näher. Eine wunderbare Freundschaft beginnt. Zielgruppe: ab 4 Jahre. Premiere am 8. Oktober um 15 Uhr.

Das Papiertheater Nürnberg (ohne festen Spielort) zeigt erneut „Verflixt und zugenäht“ sowie „Ich sehe was“. Außerdem sucht Johannes Volkmann vom Papiertheater Kooperationspartner für eine Neuauflage der Papieroper, die er im Juli mit Schülern realisierte (die NZ berichtete).

„Zanki Fransenohr“ und „Daniel“ spielen die Hauptrollen beim Theater Mummpitz (Michael-Ende-Straße 17). „Zanki Fransenohr“ ist ein Straßenkater auf Kreta, der dem verwöhnten Fredo, den sein Frauchen mit auf Reisen genommen hat, das Leben schwermacht. Als Katzendame Turi in Gefahr gerät, wachsen beide über sich hinaus. Zielgruppe: ab 6 Jahre. Premiere am 29.10. um 16 Uhr.

„Daniel“ ist noch ein Arbeitstitel, die Geschichte hat es aber in sich: Geheimnisse und Lügen, Verrat und der Versuch eines 13-Jährigen, einen Krieg zu beenden. Zielgruppe: ab 10 Jahre. Premiere am 4. Mai 2012.

www.theater-mummpitz.de

www.theater-salz-und-pfeffer.de

www.theater-pfuetze.de

www.daspapiertheater.de

www.rootsloeffel.de


 



Stephanie Siebert

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