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Warum befindet sich der westliche U-Bahnhofausgang so nah an dem historischen Bankgebäude und warum hat er so ein großes Dach?
Das U-Bahnbauamt bestimmt die Streckenführung, die Bahnhöfe und die Ausgänge. Diese Festlegung ist dann die Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, das wiederum das Baurecht schafft. Architekt Michael Stößlein, dessen Büro den U-Bahnhof Friedrich Ebert-Platz geplant hat, konnte den Ausgang im Westen, Ecke Kirchenweg/Rückertstraße, von dem historischen Bankgebäude nicht einmal fünf Meter wegrücken und ihn parallel zur Straße bauen.
Der Aufgang steht deshalb leicht verdreht. Auch die anderen Auf- und Abgänge stehen in keiner Flucht, was ordnend wirken würde. „Änderungen hätten zu einem neuen Planfeststellungsverfahren geführt“, sagt Stößlein. Der Architekt wollte dann den Aufgang ohne Dach bauen, um das Bankgebäude nicht so zu bedrängen. „Das ging nicht, weil es in Nürnberg die Regel gibt: Aufgänge mit Rolltreppen bekommen ein Dach“, so Stößlein. In Fürth sei das anders. Man habe immer nur auf enge Vorgaben reagieren können, meint Architekt Claus Mertenbacher vom Büro Stößlein und Mertenbacher. Der Aufgang bekam ein Glasdach, damit die Situation vor Ort etwas luftiger wirkt. Wer die Rolltreppe hochfährt, hat zumindest einen schönen Blick durch das Dach auf eine attraktive historische Fassade.
Warum stehen Aufzüge mitten auf dem Friedrich-Ebert–Platz?
Das U-Bahnbauamt hat bei seinen Festlegungen einen alten Stadtratsbeschluss berücksichtigt, der eine Unterpflasterbahn zum Flughafen vorsieht. Der Straßenbahnbahnhof müsste dann unterhalb des U-Bahnhofs gebaut werden. Die Platzierung der Aufzüge wurde deshalb so gewählt, damit sie sowohl den Straßenbahn-Bahnhof als auch den U-Bahnhof bedienen könnten. „An dieser strategischen Position gab es nichts zu rütteln“, sagt Stößlein. Es wurden bei dem U-Bahnhof auch schon bauliche Vorbereitungen getroffen, um diesen Straßenbahnbahnhof zu errichten.
Nur, von dieser Unterpflasterbahn ist in dem neuen Nahverkehrsentwicklungsplan, der derzeit aufgestellt wird, überhaupt nicht mehr die Rede, weil eine Unterpflasterbahn viel zu teuer ist. Die VAG müsste auch völlig neue Straßenbahnen anschaffen. Neue Platzierungen der Aufzüge und Zugänge hätten zu einem neuen Planfeststellungsverfahren und damit zu Mehrkosten und Verzögerungen geführt. Die Vorbereitungen für eine Unterpflasterbahn, die nicht kommt, könnte noch ein Fall für den Bayerischen Rechnungshof werden.
Warum zerfällt der Platz in Einzelteile und bietet ein diffuses Bild?
Mit Adler und Olesch wurden renommierte Landschaftsarchitekten beauftragt, die auch eine solide Planung gemacht haben. Doch der Platz ist unter ästhetischen Gesichtspunkten inzwischen völlig desolat, weil ohne Gesamtabstimmung Dinge platziert wurden. Es entstand ein visuelles Tohuwabohu: Flaschencontainer, Straßenbeleuchtung, Müllbehälter (Sör), Elektrokästen (N-Ergie), Wartehäuschen, Litfaßsäulen (Stadtreklame) und Verkehrszeichen (Verkehrsplanungsamt).
Ein Geheimnis ist die Uhr des Müller-Verlags, die überhaupt nicht mehr in den Plänen enthalten war und doch plötzlich wieder an ihrem alten Platz bei der Straßenbahnhaltestelle steht. Die Straßenlampen wirken altbacken und die Wartehäuschen sind unsensibel platziert. Es ist unverständlich, warum nicht das Wartehäuschen-Modell, das vor der Nürnberger Versicherung steht, auf so einem zentral gelegenen Platz aufgestellt wurde. Viele der Beteiligten haben gute Gründe für ihr Handeln und jeder hat gemacht, was er wollte.
Was ist gelungen an der Haltestelle Friedrich-Ebert-Platz?
Der U-Bahnhof unter der Erde verfügt über eine hervorragende Raumqualität, die sich auf Fotos kaum erschließt. Die Betonlamellen an der Seite des U-Bahnhofs schaffen einen luftigen Raum in der Mitte, wo Menschen auf die U-Bahn warten. Sie sorgen darüber hinaus für Schallschutz. Als Wand- und Deckenfarbe wurde warmes Orange gewählt, das gut mit dem dunklen Fußboden und dem Granulatgitter von Peter Kampehl an den Seitenwänden harmoniert. Julia Haider und Frank Schade haben jüngst die Firma „Raumagenten“ gegründet, um Architekten im Umgang mit der Öffentlichkeit zu beraten. Beratungsbedarf besteht aber ganz offenbar auch auf Verwaltungsseite und in der Politik, denn bei den zahlreichen Informationsveranstaltungen über den Platz ging es vor allem um die Anzahl der Bäume und Parkplätze.