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Die Qualität der Luft wird nach einem komplexen Katalog geprüft – eines der Kriterien ist der Feinstaub. Er entsteht durch eine Vielzahl von Faktoren – Abgase, vor allem aus Diesel-Fahrzeugen, Emissionen aus Heizanlagen, Pollen und durch aufgewirbeltes Material vom Boden. In den Wintermonaten ist der Feinstaubwert oft am höchsten, denn dann wird er ungünstig beeinflusst durch Inversionswetterlagen, in denen der Luftaustausch eingeschränkt ist.
Feinstaub wird in Nürnberg derzeit an drei von fünf Luft-Messstationen erfasst: In der Von-der-Tann-Straße, am Jakobsplatz in der Innenstadt und am Flughafen. Für die Messung der Feinstaubbelastung sind zwei Werte ausschlaggebend: der Jahresmittelwert und der Tagesmittelwert.
Die gesetzlichen Vorgaben besagen, dass der Feinstaubwert die Grenze von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nur an maximal 35 Tagen im Jahr überschreiten darf. Hinsichtlich des Feinstaubes sei diese Richtlinie in Nürnberg eingehalten worden, sagt Umweltreferent Peter Pluschke.
Im Jahr 2011 sei der Tagesmittelwert an 32 Tagen überschritten worden, unter anderem an der Messstation in der Von-der-Tann-Straße. Nürnberg habe in den vergangenen Jahren noch nie die 35-Tage-Grenze erreicht. Der Jahresmittelwert von
40 Mikrogramm pro Kubikmeter sei ebenfalls nicht getoppt worden. Demnach ist es Pluschkes Einschätzung nach nicht notwendig, in Nürnberg eine Umweltzone einzurichten.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings, denn in der Luft wird nicht nur der Feinstaub gemessen. „Laut der Europäischen Luftgüterichtlinie müssen wir 25 Grenzwerte einhalten“, so Pluschke. Von diesen Werten sei nur einer im Jahr 2011 überschritten worden: der des Stickstoffdioxids.
Mit einem Jahresmittelwert von 49 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde für den Parameter Stickstoffdioxid der Grenzwert von 40 Mikrogramm des 39. Bundes-Immissionsschutzgesetzes wieder überschritten, heißt es im aktuellen Umweltbericht der Stadt.
Stickstoffdioxid kann vor allem Schleimhäute reizen, Mediziner stellten auch einen Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen her, so Pluschke. „Beim Stickstoffdioxid spielt vor allem der Verkehr eine große Rolle.“ Die Konzentration dieses Stoffes in der Luft werde bestimmt aus Fahrzeugabgasen (zu etwa 50 Prozent) sowie Heizungs- und Kraftwerksemissionen.
Kritisch erscheinen auch 2011 wieder die Ozonwerte. An 18 Tagen lagen die Werte des Reizstoffs über dem zulässigen Acht-Stunden-Mittelwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Allerdings wurde auch beim Ozon die Toleranzgrenze von 25 Tagen pro Jahr nicht ausgereizt. Die erste Ozonwarnung musste am 19. April 2011 ausgegeben werden. Die letzte – beeinflusst durch das ungewöhnlich milde Herbstwetter – im Oktober.
Die detaillierten Messwerte unter www.umweltdaten.nuernberg.de