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Zum Beispiel am Stand von Playmobil. „Sie könnten doch angeben wie Bolle“, sagt Claudia Roth. Hans-Carl Rathjen, der für die Qualitätssicherung des Unternehmens zuständig ist, lächelt und sagt erst einmal nichts. Die Grünen-Chefin findet, dass das Unternehmen viel mehr mit seinen Pfunden wuchern sollte. 95 Prozent der Kultfiguren samt Zubehör werden innerhalb der Europäischen Union in eigenen Werken hergestellt, hat sie eben gelernt. Und dass nur fünf Prozent der Teile aus Asien kommen, elektrische Komponenten wie das Blaulicht für die Mini-Polizeiautos.
Hans-Carl Rathjen sieht die Politik gefordert – und nutzt die Gelegenheit zu sagen, warum. Er wünscht sich kein Siegel, aber einen Herstellungsnachweis auf den Spielsachen: „Made in Europe“ oder „Made in EU“. Das sei für den internationalen Wettbewerb sehr wichtig, sagt er. „Aber die USA erkennen das nicht an. Weil die EU kein Staat ist.“ Die Bundesregierung solle sich für die Einführung des Herkunftsnachweises EU einsetzen, zum Beispiel bei der WTO, der Welthandelsorganisation. „Da würde sich etwas machen lassen.“
Aber Claudia Roth bleibt hartnäckig und will trotzdem nicht ganz einsehen, warum nicht mehr Werbung mit den fairen Arbeitsbedingungen gemacht wird. Damit, dass in allen EU-Ländern, in denen Playmobilfiguren produziert werden, die gleichen sozialen Standards gelten. „Das ist für uns auch ein bisschen Selbstverständlichkeit“, sagt Rathjen.
Uwe Kekeritz, der ebenfalls für die Grünen im Bundestag sitzt, hat die Messetour mit Claudia Roth organisiert. Er ist Vorsitzender des Unterausschusses „Gesundheit in Entwicklungsländern“ und Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Politik, sagt Kekeritz – nicht mit Blick auf Playmobil – tue schon mehr als manchen Firmen recht sei. „Es muss sich noch sehr viel ändern in der Dritten Welt.“ Und er verweist auf die Macht der Verbraucher, die doch gar nicht so klein ist: „Die Internetkampagne gegen die Produktionsbedingungen eines US-Sportartikelherstellers hat dem Unternehmen sehr geschadet.“
Es sind viele, die helfen können, die Welt ein bisschen besser zu machen. Dazu gehören auch die Nürnberger Realschüler, die in eisiger Kälte frühmorgens vor der Messe einen 15-Meter-Drachen auflaufen lassen. Aus Protest gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in China.
Di. 07.02.12
Mo. 06.02.12
Mo. 06.02.12
Mo. 06.02.12
So. 05.02.12