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Mit den Nürnberger Bundestagsabgeordneten der CSU, Dagmar Wöhrl und Michael Frieser, besuchte Söder am Samstag den gemeinsamen Infostand der CSU-Lichtenhof und der Interessengemeinschaft "Südstadt aktiv", um mit Passanten über Ideen für die künftige Nutzung der Immobilie am Aufseßplatz zu diskutieren.
Die CSU-Lichtenhof hatte Wochen, bevor das Aus für den Kaufhof bekannt wurde, einen Fragebogen zur Bürgerzufriedenheit in der Südstadt erstellt. Damals war die Frage, ob die Bewohner der Südstadt mit dem Angebot an Geschäften zufrieden sind, nur eine von mehreren zu anderen Themen. Mittlerweile hat der Fragebogen an Brisanz gewonnen. Zusammen mit „Südstadt aktiv“ wurde ein aktualisierter Fragenkatalog erarbeitet: Die Bürger sollen Vorschläge machen, wie man das Kaufhaus-Gebäude in Zukunft nutzen könnte.
Nach Sichtung der ersten rund 200 Fragebögen ist laut Fritz Endreß von „Südstadt aktiv“ den Menschen in der Südstadt vor allem eines wichtig: Am Aufseßplatz soll es „weiterhin einen zentralen Lebensmittel-Vollsortimenter geben“. Der Edeka-Lebensmittelmarkt im Kaufhof-Gebäude und der Blumenladen am Kaufhof-Eingang zur Aufseßplatz-Seite hin wollen Endreß zufolge am liebsten im Haus bleiben. Endreß geht – wie alle anderen, die sich derzeit mit dem Thema beschäftigen – davon aus, dass es künftig nicht wie bisher ein dominierendes Geschäft in dem Gebäude geben wird, sondern „einen Nutzungsmix“.
Nach Meinung von Dagmar Wöhrl, die „die Einzelhandelsstruktur in der Südstadt an sich für gut“ hält, müssen nun „die Gespräche mit dem Eigentümer intensiviert werden“: Ist er bereit, die Immobilie zu verkaufen oder nicht? (Gebäude, Grundstück und Parkhaus sind in Besitz der Metro-Gruppe, zu der auch Kaufhof gehört, Anm. d. Red.)
Offenbar soll im September ein Gespräch zwischen Stadtspitze und der Metro-Gruppe stattfinden. „Südstadt aktiv“ wäre es am liebsten, wenn sich der Eigentümer zum Verkauf bereiterklären würde. Als nächstes müsste geklärt werden, ob das Kaufhof-Gebäude erhalten bleibt oder nicht. „Über Abriss spricht zum Glück noch keiner“, sagt Endreß. Wie die meisten Südstädter fände er es schade, wenn der Bau mit der charakteristischen „Merkur“-Fassade – in diese einheitliche Hülle steckte die Kaufhaus-Kette dieses Namens während der 1960er Jahre ihre Häuser – aus dem Stadtbild verschwinden würde.
Ein ausgesprochener Fan des Gebäudes ist Mehmet Maraj. Der aus dem Kosovo stammende frühere Offizier in Ex-Jugoslawien zog vor acht Jahren von Ludwigshafen an den Harsdörfferplatz. „Das ist das schönste Haus am Aufseßplatz“, findet er. Manchmal kommt er nur her, „um außen herum zu spazieren“. Seine Frau Mirvet und er erledigen im Kaufhof aber auch regelmäßig die Einkäufe für die Familie, zu der sieben Kinder gehören. „Wo sollen wir in Zukunft die Sachen für uns alle einkaufen?“, fragt sich Mehmet Maraj. Das fragen sich viele andere Südstädter auch.