15°C
Donnerstag, 24.05. - 08:45 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Zeckenbiss kann drastische Folgen haben

Bayern ist FSME-Hochrisikogebiet - 12.05. 07:10 Uhr

Nürnberg  - Die Patientenvereinigung FSME-Netzwerk rät eindringlich zur Zeckenschutzimpfung. Dass der Biss des winzigen Tiers drastische Folgen wie Lähmungen, Koma, Sprachverlust und Berufsunfähigkeit bringen kann, sei zu wenig bekannt. Die Gründerin hat in Nürnberg die Tragweite ihrer Erkrankung geschildert – die vermeidbar gewesen wäre.


"Das gefährlichste Tier in Deutschland:" die Zecke.
"Das gefährlichste Tier in Deutschland:" die Zecke.
Foto: dpa

„Die Zecke ist das gefährlichste Tier in Deutschland“, sagt ein Betroffener. „Wer nichts dagegen tut, handelt verantwortungslos gegen sich selbst.“ Eine Frau berichtet, dass sie vor Schmerzen sterben wollte. „Plötzlich sitzt man im Rollstuhl“, erinnert sich ein Politiker. Fassungslos beschreiben Patienten in einem Film des FSME-Netzwerks ihre Schicksale. Durch einen kurzen Zeckenbiss steckten sie sich mit dem Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis an. Manche von ihnen sind so schwerstbehindert geworden. Etwa ein Prozent der Erkrankten verstirbt.

Panikmache? Für Evelyn Bachmann ist solche Öffentlichkeitsarbeit eine Notwendigkeit. „Wir möchten aufklären, dass man sich schützen kann“, sagt die Vorsitzende des 2009 gegründeten Vereins. Die 48 Jahre alte Hotelinhaberin aus dem unterfränkischen Miltenberg erkrankte 2006 an FSME. „Ich konnte vier Monate lang nicht laufen, essen, denken. Die Kopfschmerzen waren albtraumhaft.“ Bis heute muss sie sich beruflich schonen, leidet an Schmerzen und Konzentrationsstörungen.


An eine Impfung dachte sie vorher nie, erzählt Bachmann. „Ich war zu wenig informiert.“ Ärzte und Kliniken können bei FSME-Patienten nur die Symptome lindern, eine Therapie gibt es nicht. Genau dies sei das Tragische, sagt Prof. Frank Erbguth, Chefarzt der Neurologie am Klinikum Nürnberg. „FSME ist vermeidbar.“ Die Impfung sei gut verträglich; ernste Komplikationen kämen in einem von mehreren Millionen Fällen vor. Jeder Hausarzt kann impfen, die Krankenkassen tragen die Kosten. Die aktuelle Impfrate in Deutschland ist nicht erfasst, sie schwankt zwischen 10 und 40 Prozent. Ungünstigerweise liegt sie bei den Älteren am niedrigsten – ihnen drohen die schwersten Krankheitsbilder.


Welche Gesundheitsprobleme Zecken machen, ist aus Sicht vieler Mediziner in der Bevölkerung zu wenig bekannt. Zwei Krankheiten werden von einem Teil der Tiere übertragen. Die weit gefährlichere, jedoch seltenere ist die FSME-Viruserkrankung. In Süddeutschland, einem Hochrisikogebiet, enthalten etwa fünf Prozent der Zecken diesen Erreger. Mit einer Impfung kann man sich schützen, aber bei Erkrankung gibt es keine Behandlung. Die häufigere Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Rund 10000 Bayern erkranken pro Jahr. Sie ist nicht auf Risikogebiete begrenzt: Etwa eine von vier Zecken in Deutschland trägt die Bakterien. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, dafür wirksame Antibiotika.
Welche Gesundheitsprobleme Zecken machen, ist aus Sicht vieler Mediziner in der Bevölkerung zu wenig bekannt. Zwei Krankheiten werden von einem Teil der Tiere übertragen. Die weit gefährlichere, jedoch seltenere ist die FSME-Viruserkrankung. In Süddeutschland, einem Hochrisikogebiet, enthalten etwa fünf Prozent der Zecken diesen Erreger. Mit einer Impfung kann man sich schützen, aber bei Erkrankung gibt es keine Behandlung. Die häufigere Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Rund 10000 Bayern erkranken pro Jahr. Sie ist nicht auf Risikogebiete begrenzt: Etwa eine von vier Zecken in Deutschland trägt die Bakterien. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, dafür wirksame Antibiotika.

Doch längst nicht jede FSME-Infektion verläuft brutal. Laut bayerischem Gesundheitsministerium tragen 90 Prozent der Infizierten eine Art „Sommergrippe“ davon und melden die Erkrankung daher oft gar nicht. Nur bei schätzungsweise zehn Prozent stellt sich die gefürchtete Hirnhautentzündung ein. Unter ihnen bekommen etwa 30 Prozent zusätzlich eine Gehirn- und 20 Prozent eine Rückenmarksentzündung.

Die Zecke überträgt den Erreger beim Blutsaugen sofort, anders als bei der häufigeren „Zecken-Krankheit“ Borreliose (siehe nebenstehende Grafik und Texte). „Bei Borreliose herrscht eher ein übertriebenes Panikszenario“, sagt Erbguth. Die FSME hingegen werde unterschätzt, weil es so wenige Betroffene gibt. 260 Fälle verzeichnete das Robert-Koch-Institut in Deutschland 2010. Bayern und Baden-Württemberg sind Hochrisikogebiete, auch viele osteuropäische Länder. In Bayern tragen etwa fünf von 100 Zecken das Virus in sich. Ihre Durchseuchung steigt stetig.


Für die Impfung sind zunächst drei Spritzen im Laufe eines Jahres nötig. Bereits nach der zweiten ist man weitgehend geschützt. Danach rät die Ständige Impfkommission zur Auffrischung nach drei Jahren, später alle drei Jahre bei über 50-Jährigen und alle fünf Jahre bei Jüngeren. Das Nürnberger Gesundheitsamt empfiehlt die Impfung nach dem vollendeten ersten Lebensjahr. Geschlossene Kleidung im Freien und Insektenmittel seien eine gute Vorbeugung, aber kein zuverlässiger Schutz.

Auch Frank Erbguth, als unaufgeregt urteilender Mediziner bekannt, ließ sich impfen, nachdem er einen jungen Mann zu behandeln hatte, dessen berufliche Karriere durch FSME abrupt endete. Binnen einer Woche konnte er nicht mehr allein atmen. Sechs FSME-Patienten hatte das Nürnberger Klinikum 2010. Wie bei jeder Impfung gehe es um die Risikoabwägung. „Ich darf als freier Bürger auch mit einem Restrisiko leben. Aber ich sollte wissen, dass es statistisch riskant ist, mit dem Glück zu pokern.“

www.fsme-netzwerk.de



  



Isabel Lauer

Mail an die Redaktion

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Nachrichten aus der Region
Alle Regionen

08:40 Uhr:
08:29 Uhr:
08:23 Uhr:
08:11 Uhr:
08:08 Uhr:
Baustellen Vorschau
Karte zum Öffnen anklicken
Badeseen in der Region
Badeseen in der Region: Karte zum Öffnen anklicken!
Vorschau Infografik Nordanbindung
Interaktive Grafik zum Öffnen anklicken

NZ Facebook neu
            
     
User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Moneyspecial regional

Wo liegen meine Stärken?
Polizei-Meldungen