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Beide Seiten haben in gewisser Weise Recht. Es sollte also eine Lösung geben, die einerseits auf die Kinder Rücksicht nimmt und andererseits den Verkehr nicht mehr als nötig behindert. Und eine solche Lösung gibt es schon – zum Beispiel in den USA. Dort ist vor jeder Schule eine Signalanlage montiert, die ein gelbes Blinklicht hat und zu Zeiten, in denen Schüler auf der Straße sind, also vor und nach dem Unterricht, von einem Verantwortlichen angeschaltet wird. Eine spezielle Geschwindigkeitsbegrenzung (meist 20 mph oder umgerechnet 32 km/h) gilt nur, solange die Signalanlage blinkt.
Wenn man an funkgesteuerte Baustellenampeln denkt, ist diese Lösung nicht einmal so teuer. Die Vorteile sind aber immens: Der Autofahrer hätte durch das Blinklicht ein zusätzliches Warnsignal, dass er mit Kindern auf der Straße rechnen muss. Dadurch, dass er weiß, dass das Signal nur blinkt, wenn tatsächlich Kinder in der Nähe sind, wird die Akzeptanz einer Geschwindigkeitsbeschränkung wesentlich höher.
Skrupellose Autofahrer könnten durch drastische Strafen per Gesetz diszipliniert werden, etwa indem man eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Blinkphase wie einen Rotlichtverstoß ahndet. Da wir einen Verkehrsminister aus Bayern haben, hätte Nürnberg vielleicht Chancen, einen Feldversuch zu starten, der sich in den USA längst landesweit bewährt hat.
Werner Frauendorf, Nürnberg
Mit großem Interesse habe ich ihren Bericht zum Thema „Tempo 30 Regelung vor Nürnberger Schulen“ gelesen. Durch persönliche Wahrnehmungen der letzten Zeit stellt sich mir aber die Frage: Was plant die Stadt Nürnberg wirklich? Vorhandene Ortskerneinschränkungen wie in Kornburg und Worzeldorf, geplante Einschränkungen in Katzwang, Wohngebiete sowieso als 30-Zonen und nun die Schulbereiche als 30-Zonen auf den Durchgangsstraßen lassen die Vermutung zu, dass Nürnberg die Stadt der generellen 30-Zone werden will.
Nach Fertigstellung der Autobahnunterführung in Kornburg ist nun schon fast der ganze Ort Tempo-30er-Zone. Wo sind hier die besonderen örtlichen Verhältnisse, welche eine Gefahrenlage bestehen lässt, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung von Rechtsgütern erheblich übersteigt? Ist für mich nicht ersichtlich. Alt-Worzeldorf ist nun auch erweitert worden, sodass der Bereich zur Schule (mit Tempo 30) nun bald verknüpft werden könnte, da es ja den Autofahren nicht zuzumuten ist, bei dem Schilderwirrwarr auch noch auf den Straßenverkehr zu achten.
Dann kann man doch gleich eine generelle 30-Zone einführen. Dann ist Herpersdorf auch prädestiniert, in den 30-Verbund mit integriert zu werden, und man könnte ja dann auch gleich noch das Wohngebiet Gaulenhofen im Durchgangsbereich mit einschließen. Kommt dann Weiherhaus auch noch, oder ist der Einfluss der Anwohner (Politiker) so groß, dass dieser Ortsteil davon unbeeinflusst bleibt?
Versucht Nürnberg scheibchenweise als Strategie das Tempolimit 30 als primäres Ziel zu erreichen um damit ihr Lärmproblem in den Griff zu bekommen – oder was wird damit bezweckt? In jedem Falle ist es nur eine Frage der Zeit, dass es jeden Autofahrer über kurz oder lang durch die Verkehrsüberwachung der Stadt bei einem Tempolimit-Verstoß erwischen wird und die Stadt natürlich auch dadurch zusätzliche Einnahmequellen erschließen kann. Könnte dies auch ein mögliches Szenario sein? In jedem Falle ist das, was im Augenblick in Nürnberg implementiert wird, in keinster Weise bürgernah.
Jürgen Elkar, Nürnberg
Wir sind froh über Tempo 30 an der Schule. Wir haben wegen der Durchleitung des B2a-Verkehrs, durch unseren Dorfkern in Katzwang, circa 50 Unfälle im Jahr. Wir schätzen, dass nur etwa ein Drittel der Unfälle überhaupt von der Polizei erfasst wird. Kinder, die geschnitten, angestupst oder leicht angefahren werden, holen nicht die Polizei. Sie sind geschockt, laufen weg. Oft kommt es zu Fastzusammenstößen.
Die Verwaltung kann solche Nachweise nur schwer liefern, sie hat nur Datenmaterial von der Polizei. Fragen Sie die Eltern, fragen Sie die Schüler. Die Autofahrer, die von Süden kommend nach Nürnberg fahren, mögen, wie die Politik beschlossen hat, bitte via A6 und Overfly in die Stadt fahren und nicht durch unseren Dorfkern, nicht durch unsere Fußgängerzone und nicht mit hohem Tempo an der Schule vorbei auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder. Wir sind froh, dass sich der Stadtrat klar und eindeutig überparteilich für den Schutz der Kinder einsetzt.Manfred Thümler,
CSU-Vorsitzender Katzwang, Nürnberg