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„Alkohol, Bands und Party“, lautet die spontane Antwort von Tanja aus Landsberg. Es sind die Grundzutaten für ein gelungenes Wochende. Sie ist gemeinsam mit vier Freundinnen auf Mädelstour. Eine von ihnen, Moni, ist schon zum zehnten Mal bei „Rock im Park“. Mit 17 hat sie angefangen: „Damals waren wir nur einen Tag da, die Jahre danach haben wir gecampt – das volle Programm“, sagt sie. In diesem Jahr bleiben sie dagegen wieder nur einen Tag – „das Alter!“, sagt sie lachend.
Dass die Generationen längst mit dem Festival mitwachsen, zeigt sich an einer Gruppe von „sehr erwachsenen“ Besuchern. Achim und André sind mit ihren Frauen seit Jahren bei „Rock im Park“ dabei. „Rockmusik, Heavy Metal und Sonne und Regen“, gehören für sie unabdingbar dazu. Sonne gab es für die Rocker genug, und die Bässe haben offenbar auch die Gewitter ferngehalten – von ihnen kamen nur wenige Ausläufer über dem 800000 Quadratmeter großem Gelände an.
Video: Bembers checkt die Lage bei Rock im Park - Dritter Tag
Video: Bembers checkt die Lage bei Rock im Park - Zweiter Tag
Video: Bembers checkt die Lage bei Rock im Park - Erster Tag
Der Festival-Live-Ticker für Rock im Park
Hörbeispiele im Tonangeber-Blog
Musikalisch sind sie vor allem wegen Korn und Alter Bridge da. Sie gehören nicht zur Generation, die in ihrer musikalischen Entwicklung in den Siebzigern stehengeblieben ist: „Wir mögen die Musik neuer Bands“, sagt André. Gisela und Conny können mit den ganz harten Bands nicht so viel anfangen. Während ihre Männer bei Korn tanzten, träumten sie bei Coldplay, die parallel spielten und eher eine Pop- als eine Rockband sind. Alle vier gehören zu der Gruppe von Nürnbergern, die alle musikalischen Vorzüge eines Festivals genießen, am Abend aber froh sind, in ihre Wohnungen mit eigenem Bett und Dusche zurückkehren zu können.
Eine auffallende Entwicklung ist die der „Familienrocker“ – Eltern, die mit ihren Kindern zu „Rock im Park“ gehen. Vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen – immer häufiger ist Mama oder Papa dabei. Maro Salhoff ist einer der Nachwuchsrocker. Er ist elf Jahre alt und – wenn sein Plan aufgeht – selbst zukünftiger Rockstar. Eine Gitarre hat er schon, seit Januar nimmt er Unterricht. „Ich kann schon ein paar Songs von ,Metallica‘ nachspielen“, sagt er. Mit seiner Vorliebe für Rockmusik steht Maro nicht alleine da: „Meine Klassenkameraden sind fast alle rockbegeistert.“ An sein erstes Mal bei „Rock im Park“ kann er sich nicht erinnern: „Da war ich noch zu jung.“ Doch in diesem Jahr genießt der Elfjährige das Festival in vollen Zügen. Dass viele der Besucher an- oder betrunken sind, verstört ihn nicht: „Das gehört doch dazu.“ Ihm fallen auch zuerst die Begriffe Spaß und gute Laune ein. Diese ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass er vor wenigen Minuten Autogramme seiner Lieblingsband Simple Plan bekommen hat.
Die Worte, die Florian Lücke aus Augsburg zu „Rock im Park“ einfallen, spiegeln deutlich wider, was Rockfestivals so einzigartig macht. „Als erstes fällt mir Asozialität ein“, sagt er nach kurzem Überlegen. Aber bitte nicht falsch verstehen, untereinander seien die Besucher sehr sozial: „Beim Pogen bleibt keiner länger als zwei Sekunden am Boden liegen.“ Asozial sei das Festival nur im Vergleich zu den gesellschaftlichen Zwängen, denen man sich sonst unterordnen muss. „Jeder hier scheißt auf den Alltag“, sagt er. „Jeder lebt seine Freiheit.“ Der zweite Begriff lautet bei ihm „Musikliebhaber“. Lücke ist selbst Musiker und spielt in der Band Go Home Advicecorners. „Als Musiker hört man anders Musik“, sagt er. Das, was er hier bei „Rock im Park“ sieht, sei pur. „Wenn ein Musiker Lady Gaga hört, dann juckt es ihm im Ohr.“ Seine Highlights bei „Rock im Park“ sind Volbeat, Beatsteaks und System of a down. „An der Spitze stehen jedoch Kings of Leon – die machen simple und emotionale Musik.“
Bevor er zu sehr ins Schwärmen kommt, kann sich Lücke aber noch für einen dritten Begriff entscheiden: „Das dritte, was ein Festival prägt, ist der Fortpflanzungstrieb“, stellt er sachlich fest. Aber auch hier seien die Leute sehr verantwortungsvoll, denn niemand wolle unfreiwillig kleine Rocker zeugen.